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Ratgeber

16. Dezember 2017 | 00:41 Uhr

Unfälle vermeiden : Sicher radeln im Herbst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Tage werden kürzer und die Straßen sind voller Laub – Tipps wie Fahrradfahrer unfallfrei durch die dunkle Jahreszeit kommen.

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Rutschiges Laub, nasskaltes Wetter, rasch einsetzende Dunkelheit: Fahrradfahren im Herbst ist nur für hartgesottene Radler ein Vergnügen. Damit sie sicher ankommen, geben Experten Tipps für den Fahrrad-Herbst.

Im Zweifel Strasse nutzen

Radwege sind nicht selten bedeckt von Laub und Schmutz. „Straßen sind in der Regel sauberer“, erklärt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Das Ausweichen auf die Straße kann bei verschmutzten Radwegen die sichere Alternative sein.

Sehen und gesehen werden

Nebel, Nieselregen oder frühe Dämmerung am Abend sorgen für schlechte Sichtverhältnisse. Gute, funktionierende Beleuchtung weist nicht nur dem Radler den Weg – sie hilft auch Autos und Fußgängern, das Fahrrad zu sehen, wie Welf Stankowitz vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) betont.

Bremsklötze in Schuss halten

Gummibeläge von Bremsen nutzen sich bei Nässe schneller ab, warnt Filippek. Entsprechend sollten Radler vor jeder Fahrt prüfen, ob ihre Bremsen ordentlich greifen.

Nabendynamo schlägt Seitenläuferdynamo

Wer nicht auf portable Leuchten setzt, wird in der Regel einen Dynamo zur Stromversorgung seines Lichts nutzen. „Der Nabendynamo ist hier immer die bessere Wahl gegenüber einem Seitenläuferdynamo“, sagt Heiko Truppel vom Pressedienst Fahrrad. Die Seitenläufer am Reifen seien gerade bei nassen Bedingungen, wie sie im Herbst oft herrschen, unzuverlässig.

Passiver fahren

Bei schlechter Sicht werden Radler leicht übersehen. „Sie müssen deshalb immer mit den Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen und im Zweifel lieber einmal zurückstecken“, sagt Stankowitz. Bevor Pfützen oder herumliegenden Ästen ausgewichen wird, sei gerade auf der Straße ein kurzer Schulterblick Pflicht.

Weniger Druck ist mehr beim Reifen

Nehmen Radler etwas Druck vom Pneu, schaffen sie ein wenig mehr Auflagefläche für den Gummi. Das senkt die Ausrutschgefahr minimal ab. „Wichtig ist hier aber, nicht unter den Mindestdruck des Reifens zu gehen“, erläutert Filippek.

Kette gut ölen

Nicht nur die Bremsen leiden unter der Feuchtigkeit im Herbst, auch die Kette mag Nässe gar nicht. Dagegen hilft nur, regelmäßig und gut zu schmieren. Filippek: „Sobald sie ächzt und quietscht, sollte die Kette unbedingt eingefettet werden.“

Vorsicht rutschig

Nasses Laub und Metall wie etwa Gullydeckel und Straßenbahnschienen sind gefährliche Sturzfallen. „Die schmale Aufstandsfläche der Reifen sorgt dafür, dass man rasch darauf ausrutscht“, warnt Stankowitz. Radler fahren besser langsam und vermeiden dabei abrupte Schlenker.

Pedale rutschfester machen

Mit normalen Schuhen verlieren Radler auf üblichen Plastikpedalen bei Nässe schnell den Halt. Manche Firmen bieten deshalb spezielle Pedale mit haftendem Beleg, vergleichbar mit Skateboard-Griptape. Ein einfacher Trick zum Selbermachen sei dagegen, seine Pedale mit Schmirgelpapier aufzurauen, sagt Filippek. Das hat einen entscheidenden Vorteil: „Dann greift der Schuh schon besser.“

Wie eine Zwiebel kleiden

„Wer durchnässt ist und friert, kann sich schlechter konzentrieren“, erklärt Stankowitz. Besonders elementar sei, dass die Hände nicht frieren. Dafür sorgen Handschuhe. Unter den Helm passen dünne Mützen oder Ohrenschützer. „Am Körper wärmt Kleidung am besten nach dem Zwiebelprinzip, also mehrere Lagen übereinander. Darüber kommt bei Bedarf noch ein guter Regenschutz.“

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