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Serie: Selbstgemacht : Geschickt eingefädelt

vom
Aus der Onlineredaktion

In der ersten Folge unserer Selbstgemacht-Serie öffnet Daniele Regge ihren Stoffhof für uns

von
erstellt am 05.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Daniele Regge ist eine Künstlerin. Doch nutzt sie für ihre Werke nicht Farbe, Ton oder Gips. Sie nutzt Stoffe und Wolle – und diese kommen aus der ganzen Welt, aus Frankreich, Japan, England, Skandinavien, den USA sowie aus Deutschland, unterscheiden sich in Muster und Qualität. Sie kaufe ein, was ihr optisch gefällt – oder was einzelnen Stammkunden zusagen könnte, erklärt die Geschäftsfrau, die von Hause aus Grafikdesignerin ist. „Ich wollte etwas Neues ausprobieren, ein Atelier eröffnen. Doch es kam anders.“ Das Atelier hat sie zwar eröffnet, gleichzeitig aber auch einen Stoffladen. „Die Kunst musste hinten anstehen, weil ich so sehr mit dem Verkauf beschäftigt war. Aber das macht auch Spaß.“ In ihrem Stoffhof gibt sie Kurse, hauptsächlich Anfängern und Kindern. „Auch wer noch keine Berührung mit der Nähmaschine hatte, kann Babyhosen und -mützen, einfache Röcke, Taschen oder Einkaufsbeutel anfertigen“, verspricht sie.

Die Affinität für Stoffe entflammte in Daniele Regge bereits in ihrer Jugend. Mit ihrer alten Tretmaschine nähte sie, was ihr gefiel. Um Hosen- oder Kleider sei es dabei nie gegangen. Das Ausleben der Kreativität hätte immer einen höheren Stellenwert gehabt. „Wir haben alle genäht, meine Oma, meine Mutter, meine Schwester. Ich nähte Kleidung für meine Kinder und verschönerte auch mein Hochzeitskleid. Wir haben aber auch gestrickt, die schönsten Pullis mit den aufregendsten Mustern. Die Vorlagen fanden wir in westdeutschen Zeitungen.“ Mit der Wende hörte Regge mit dem Nähen auf, Stoffe sammelte sie dennoch weiter. „Am Ende hatte ich einen ganzen Schrank voll, ohne zu wissen wofür. Zwischendurch fertigte ich zwar immer mal wieder kleine Handarbeiten an, allerdings nur für mich.“ Ihren Stoffladen in der Schweriner Innenstadt hat sie mittlerweile mit größeren Kunstwerken verschönert. Einige konnte Regge bereits verkaufen. Auch in dem kleinen Atelier nebenan hängen eigene Arbeiten, nicht nur von ihr, sondern auch von ihrem Mann Roland Regge-Schulz, der sich mit Cartoons und Illustrationen einen Namen gemacht hat. Auf seinen Malereien sind oftmals Katzen zu sehen. „Das ist Hedu, unser Maskottchen. Mein Mann hat sich die Figur ausgedacht. Nicht, weil wir in Katzen vernarrt sind. Mein Mann sagt immer, er könne sie einfach am besten zeichnen.“ Im Fernster von Daniele Regges Geschäft steht ebenfalls ein Hedu, ein riesiges Katzentier aus Stoff.

Bei der Auswahl der Produkte setzt die kreative Geschäftsinhaberin auf das Qualitätssiegel Ökotex 100. Zu wissen, unter welchen Bedingungen Stoffe produziert und wie diese anschließend gehandelt werden, würde auch für Kunden immer wichtiger. „Ein paar Bio-Stoffe habe ich auch im Angebot. Bisher werden diese aber nur vereinzelt gekauft.“ Ein Drittel des Umsatzes würde durch Jersey generiert, zwei Drittel macht die Baumwolle aus. „Was noch nicht aufgeht, sind Patchworkstoffe.“ Dabei liegt dort die heimliche Leidenschaft von Daniele Regge. Zur Eröffnung ihres Geschäftes vor drei Jahren hat sie Kunden eine Patchworkdecke nähen lassen, aus den unterschiedlichsten Stoffresten. „Da hängt mein Herz dran“, sagt Regge.

So können Sie Mitmachen

Wollen Sie mit Ihren Ideen, andere auf Ideen bringen? Dann stellen Sie uns ihre großen und kleinen Projekte vor - schicken Sie eine E-Mail unter dem Stichwort „Selbst gemacht“ an redaktion@medienhausnord.de. Name, Telefonnummer und kurze Beschreibung nicht vergessen. Wir sind gespannt.

Selbst im Urlaub nehme sie sich Arbeit mit, zum Beispiel beim Camping am Gardasee. „Im Urlaub hat man Zeit und Muße. Gerade, wenn es ruhig ist, können mein Mann und ich kreativ sein. Ohne etwas zu tun zu haben, ist es für uns keine Erholung.“

Nicht immer beendet Daniele Regge ihre Projekte. „Wenn ich alles zugeschnitten und gelegt habe, weiß ich, wie es aussehen wird. Dann fehlt manchmal der Reiz, es tatsächlich fertigzustellen.“

Mit der Singer aus vergangenen Tagen, die in ihrem Stoffhof als Dekoration dient, näht die Künstlerin heute nicht mehr. „Als junges Mädchen habe ich die auseinander genommen, habe sie geölt. Mit den neuen Maschinen mache ich das nicht. Dafür können sie mehr.“ Mittlerweile habe sie eine Janome-Maschine für sich entdeckt.

Angst sich zu vernähen, hat Regge nie gehabt. Diese Unbefangenheit fehle vielen Erwachsenen. „Kinder sind da anders. Die akzeptieren auch mal eine schiefe Naht.“ Die Gnevenerin begleitet auch Kindergeburtstage, meistens die von jungen Mädchen. „Dann machen wir Kuschelkissen, kleine Monster oder Rücksäcke.“

Hier geht’s zum Stoffhof: Mecklenburgstraße 5 in Schwerin, Telefon: 0385/59 38 78 98, Internet www.stoffhof-schwerin.de, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Sonnabend 10 bis 14 Uhr
Material: 2 x 40 cm x 50 cm Stoff, + 2 cm Nahtzugabe jeweils an allen Seiten, 6 cm oben für den Tunnel, 2 Schlaufen (ca. 8 x 8 cm), optional auch Lederstreifen, Gurtband oder Ösen,  4 m Kordel (ca. 8 mm) z.B. aus dem Baumarkt oder Schuhbänder (bis 1,80 m erhältlich) Wer möchte, kann die Vorderseite vor dem Nähen mit Applikationen, Textilmalstiften oder Patchwork gestalten. 1.Den Stoff nach dem Schnittmuster zuschneiden.  2. Die rechten Seiten der Beutelteile aufeinander legen und links, rechts und unten zusammen nähen. Dabei auf der Höhe des Tunnels ca. 3 cm für die Kordeln offen lassen (siehe Abbildung A). Den Beutel umdrehen. Nahtzugaben auseinander streichen oder bügeln und versäubern. Die 6 cm Nahtzugabe an der oberen Kante nach innen schlagen und einen etwa 3,5 cm breiten Tunnel für die Kordeln absteppen. 3. Stoff für die Schlaufen zusammennähen, umdrehen und an den Beutel steppen (Abb. B), oder zwei Ösen einklopfen. 4. Je 2 m Kordel einmal von rechts und einmal von links mit eine großen Sicherheitsnadel durch den Tunnel ziehen. Beide Kordelenden zusammen von vorne durch eine Öse schieben. Anstatt der Öse kann auch eine kleine Stoffschlaufe angesteppt werden.
 

Nähanleitung:

Material: 2 x 40 cm x 50 cm Stoff, + 2 cm Nahtzugabe jeweils an allen Seiten, 6 cm oben für den Tunnel, 2 Schlaufen (ca. 8 x 8 cm), optional auch Lederstreifen, Gurtband oder Ösen, 4 m Kordel (ca. 8 mm) z.B. aus dem Baumarkt oder Schuhbänder (bis 1,80 m erhältlich) Wer möchte, kann die Vorderseite vor dem Nähen mit Applikationen, Textilmalstiften oder Patchwork gestalten.

1.Den Stoff nach dem Schnittmuster zuschneiden.

2. Die rechten Seiten der Beutelteile aufeinander legen und links, rechts und unten zusammen nähen. Dabei auf der Höhe des Tunnels ca. 3 cm für die Kordeln offen lassen (siehe Abbildung A). Den Beutel umdrehen. Nahtzugaben auseinander streichen oder bügeln und versäubern. Die 6 cm Nahtzugabe an der oberen Kante nach innen schlagen und einen etwa 3,5 cm breiten Tunnel für die Kordeln absteppen.

3. Stoff für die Schlaufen zusammennähen, umdrehen und an den Beutel steppen (Abb. B), oder zwei Ösen einklopfen.

4. Je 2 m Kordel einmal von rechts und einmal von links mit eine großen Sicherheitsnadel durch den Tunnel ziehen. Beide Kordelenden zusammen von vorne durch eine Öse schieben. Anstatt der Öse kann auch eine kleine Stoffschlaufe angesteppt werden.

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