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Ratgeber

22. August 2017 | 16:57 Uhr

Schweißtreibendes Zuhause

vom

Der Sommer ist zurück und macht auch vor der Wohnungstür nicht Halt. Dahinter können hohe Temperaturenschnell zur Qual werden. Was hält die Wärme am besten ab? "Nachts und in den frühen Morgenstunden ausgiebig lüften ist das A und O", sagt Henning Discher von der Deutschen Energie-Agentur. Der Projektleiter Energieeffiziente Gebäude warnt vor dem Öffnen der Fenster zu anderen Tageszeiten. "Tagsüber gelangt die Hitze durch Fenster in die Wohnräume. Ist die Wohnung erst einmal aufgeheizt, ist es schwer, die Lufttemperatur wieder zu senken."

Das sieht Achim Fischer von der Verbraucherberatung Nordrhein-Westfalen genauso. Er macht allerdings eine Einschränkung: "Wenn die Hitze einmal in den Räumen ist, kann es auch tagsüber Sinn machen, die Fenster zu öffnen. Wenn es gelingt, Durchzug zu schaffen, haben sie einen Ventilator-Effekt." Die Temperatur sinke zwar nicht real, aber gefühlt.

Beide Experten empfehlen, die Kühle der Nacht und der Morgenstunden zu nutzen. "Viele Menschen vergessen aber, die Wärmebelastung durch elektrische Geräte innerhalb der Wohnung zu reduzieren. Nicht nur die Sonne bringt Energie in die eigenen vier Wände", sagt Fischer. Henning Discher verweist auf Computer, Deckenfluter oder Plasmafernseher. "Sie sollten nur benutzt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Der Kampf gegen Außenwärme ist sinnlos, wenn gleichzeitig im Raum unnötig Wärme erzeugt wird."

Wenn Wohnungen sich extrem aufheizen, kann es auch sein, dass der Bewohner Fehler bei der Bauplanung des Hauses ausbadet. Große Fensterflächen auf der Südseite ohne ausreichenden Sonnenschutz sind im Winter zwar nett für den Geldbeutel wegen der deutlich niedrigeren Heizkosten. Aber die Sonne auf der Scheibe wirkt auch im Sommer wie ein Heizlüfter. Ein äußerer Sonnenschutz ist für Discher die effektivste Methode, Wärme außen vor zu lassen: "Außenliegende Beschattung reduziert die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent, ein innenliegender Schutz nur um bis zu 25 Prozent." Ob Jalousien, Fensterläden oder Markisen, beim Eingriff in die Bausubstanz oder das äußere Erscheinungsbild muss der Mieter immer die Erlaubnis des Vermieters einholen.

Vor mobilen Klimaanlagen warnen die Experten. "Viele Verbraucher vergessen neben den hohen Anschaffungskosten die beträchtlichen Stromkosten", mahnt Henning Discher. Und: "Bei Kompakt- und Blockgeräten muss der Schlauch mit der abführenden Luft durch offene Fenster oder Türen nach außen transportiert werden", ergänzt Verbraucherschützer Achim Fischer. Er rät: Wenn schon Klimaanlage, dann eine feste mit Abluftlösungen auf dem Dach oder an der Außenfassade.

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erstellt am 27.Jun.2011 | 05:18 Uhr

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