Strassenverkehr : Schnelle Hilfe auf der Straße

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Der Autonotruf eCall wird ab 2018 in allen neuen Pkw-Modellen Pflicht. So funktioniert er.

svz.de von
28. April 2015, 23:41 Uhr

Bei einem schweren Verkehrsunfall sind Verletzte oft bewusstlos. Dann können sie nicht zum Telefon greifen und den Notruf wählen. Im schlimmsten Fall gibt es dann keine Unfallzeugen, die helfen können. „Dabei ist gerade bei Schwerverletzten schnelle Hilfe wichtig“, sagt Jacqueline Lacroix vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Das Notrufsystem eCall soll Abhilfe schaffen.

Das EU-Parlament hat gestern dafür gestimmt, das neue automatische Notrufsystem ab 2018 zur Pflicht zu machen. Damit müssen die Autobauer alle neuen Modelle mit der nötigen Technologie ausrüsten.

Wie funktioniert das

eCall-System?

Im Falle eines ernsthaften Notfalls alarmiert eCall die Notrufzentrale. Das System übermittelt automatisch Standortdaten, Unfallzeitpunkt und andere wichtige Informationen zur nächsten Rettungsleitstelle, in dem es einen 112-Notruf initiiert. Neben einem GPS-Empfänger zur Feststellung der Fahrzeugposition hat eCall auch eine Antenne, um den Notruf zu senden.

WoDurch wird das

Notrufsystem ausgelöst?

Sobald eCall einen schweren Unfall des Autos, etwa einen Aufprall, wahrnimmt, sendet es einen Notruf ab. Damit das System zum Beispiel nicht bei einem leichten Auffahrunfall beim Parken die Rettungsstelle informiert, ist eCall an verschiedene Sensoren und Sicherheitstechniken des Fahrzeugs gekoppelt – wie etwa den Airbag.

Das Notrufsystem kann auch manuell ausgelöst werden: Hier muss ein entsprechender Knopf im Auto gedrückt werden. „So können Verletzte, die noch bei Bewusstsein sind, eCall selbst auslösen oder auch Zeugen, die den Insassen zu Hilfe kommen“, erklärt Lacroix. In beiden Fällen – also bei automatischer und manueller Auslösung – wird eine Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Rettungsleitstelle aufgebaut. „Es können dann weitere Unfalldetails durchgegeben werden.“

Was kostet eCall?

„Für den Verbraucher wird dieser Service kostenfrei sein“, sagt Lacroix. Die Kosten für das eCall-System schätzt die EU auf weniger als 100 Euro pro Fahrzeug.

Was bedeutet eCall für den

Datenschutz?

Das eCall-System ist laut EU ein schlafendes System und nur bei einem Unfall aktiv. So soll verhindert werden, dass Fahrzeuge mit Hilfe von eCall verfolgt werden können. Das System soll außerdem nur bestimmte Daten weitergeben, darunter Ort und Zeitpunkt des Unfalls, die Fahrtrichtung, die Zahl der Insassen und die Art des Treibstoffs. Ungenutzte Informationen werden kontinuierlich gelöscht.

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