Mondfinsternis : Schauspiel für Nachteulen

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Wer in der Nacht zu Montag ganz früh aufsteht, kann einen „Super-Blutmond" bestaunen.

svz.de von
26. September 2015, 07:00 Uhr

Riesiger „Blutmond“ am Himmel: Eine totale Mondfinsternis kann in der Nacht zu Montag in Mitteleuropa beobachtet werden. Der Erdtrabant zeigt sich dann auch als Super-Mond, da er in der Nacht zum 28. September unserem Planeten besonders nahe ist und entsprechend groß wirkt. Und er präsentiert sich zudem noch als „Blutmond“: Der rote Schimmer rührt von langwelligem Licht, das von der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird.

Wer den Höhepunkt des mehrere Stunden dauernden Schattenspiels nur mal kurz bestaunen will, „sollte am besten den Wecker auf halb fünf stellen“, sagt Alexander Weis von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim hat. Von 4.11 Uhr bis 5.24 Uhr befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total. Die Mitte ist somit um 4.47 Uhr.

Die Spannung steigt schon um 3.07 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt. „Das werden Sie sehen: Da ist was los“, sagt Weis. Auch das Verlassen des Kernschattens um 6.27 Uhr sei noch gut erkennbar.

Viel Aufwand zum Beobachten des Spektakels ist nicht erforderlich: Einfach Richtung Südwesten gucken, ein Blick aus dem Fenster kann ausreichen. Wer möchte, kann zum Fernglas greifen und gleich die schwachen Sterne sehen, an denen der Mond vorbeizieht.

Der Mond werde nicht durch die Mitte des Erdschattens ziehen, sagt Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (Esoc), „sondern nur knapp unter“ dieser Linie.

Beobachtet werden könnte die Mondfinsternis in Deutschland praktisch überall gleich gut. Künstliches Licht dürfte aber stören. „Nicht unter die Straßenlaterne stellen“, rät Planetariumsleiter Björn Voss. Hauptsache, das Wetter spielt mit. Am besten wäre ein klarer Himmel, Wolken stören immer. Wie das Wetter wirklich wird, sei erst wenige Tage zuvor vorhersagbar, betont der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Alles andere sei ein Blick in die Glaskugel.

Die Finsternis ist bei gutem Wetter in ihrer vollen Länge in vielen Ländern Europas, aber auch etwa in Teilen Afrikas und Amerikas sichtbar. Wer das Ereignis verschläft, muss sich gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis wird erst wieder in drei Jahren – am 27. Juli 2018 – in Deutschland zu beobachten sein.

Das Interesse an Ereignissen wie einer Mondfinsternis ist groß. „Der Mond leuchtet kupferrot, das ist schon eine besondere Faszination“, meint Voss. „So etwas kann man zwar vorausberechnen“, erklärt Weis von den Sternfreunden, „aber es fasziniert trotzdem“. Ein totale Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Reihe liegen, die Erde das Licht der Sonne also abhält und der Mond sich im Schatten der Erde befindet. Der Vollmond ist in dieser Nacht der Erde 356 880 Kilometern auch noch so extrem nah, dass dies Springfluten und Spannungen in der Erdkruste hervorrufen kann.

Im vergangenen März konnte eine totale Sonnenfinsternis („Sofi“) in Deutschland und vielen anderen Ländern bestaunt werden.

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