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Ratgeber

17. Dezember 2017 | 20:48 Uhr

Sammlerstücke : Schätze im Portemonnaie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manche Euro-Münzen haben Sammlerwert. Besonders Münzen aus den europäischen Ministaaten können wertvoll sein.

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Sommerzeit ist Reisezeit – und nach der Rückkehr aus dem Urlaub im europäischen Ausland klimpern oft Euro-Münzen aus mehreren EU-Ländern im Portemonnaie. Genaues Hinsehen kann sich dann lohnen. Denn manche Exemplare sind mehr wert, als man denkt.

Achten sollte man in erster Linie auf Münzen aus Ministaaten wie Monaco, dem Vatikan, San Marino oder Andorra. In diesen Ländern wurden Euro-Münzen in einer deutlich niedrigeren Stückzahl geprägt als in größeren Nationen wie etwa Deutschland oder Frankreich. Entsprechend begehrt sind die Stücke bei Sammlern.

Ein Zwei-Euro-Stück mit dem Konterfei von Monacos verstorbener Fürstin Gracia Patricia (1929-1982) erschien 2007 in einer Auflage von 20 000 Stück. „Diese Münze konnte damals für 60 bis 80 Euro erworben werden“, erklärt der Berliner Münzfachhändler Ludger Gröting. Heute bieten Sammler dafür weit über 1000 Euro. Mitunter kommt es vor, dass ein solch seltenes Exemplar über die Auflösung eines Nachlasses in Umlauf kommt. „Das ist zwar eher selten, aber es passiert.“ Als Fürst Albert von Monaco 2011 die Südafrikanerin Charléne heiratete, kam eine Zwei-Euro-Münze mit dem Konterfei von Albert auf den Markt. „Diese Münze hat inzwischen einen Wert von etwa 50 Euro“, merkt Gröting an. Eine im Jahr 2014 vom Zwergstaat Andorra geprägte Ein-Cent-Münze, die damals eine Auflage von gerade mal 200  000 Stück hatte, wird heute mit über 30 Euro gehandelt.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Auflage der Münze, desto höher kann der Wert sein. Wer also Euro-Münzen aus Europas Ministaaten ergattert hat, sollte sich informieren. „Die Höhe der jeweiligen Auflage und dem möglichen erzielbaren Wert kann man am besten über die üblichen Suchmaschinen im Internet recherchieren“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken.

Auch mit Fehlprägungen von Euro-Münzen lässt sich eine Wertsteigerung erzielen. „Es gibt Spezialsammler, die sich dafür interessieren“, betont Beller. Ein Beispiel für eine Fehlprägung: Als Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 der EU beitraten und sich damit der Kreis der Mitgliedsstaaten erweiterte, war die auf der Wertseite abgebildete Europakarte veraltet – sie musste also verändert werden. Ab dem Jahr 2008 sollte die EU-Osterweiterung auf allen Euro-Münzen sichtbar sein. Das war aber bei einem Teil nicht der Fall. Diese Exemplare gerieten versehentlich in Umlauf. „So ist eine Zwei-Euro-Münze aus Finnland aus dem Jahre 2006 mit der alten Europakarte heute durchaus bis zu 100 Euro wert“, gibt Gröting an.

Wer seine guten Stücke verkaufen will, sollte in jedem Fall mehrere Münzhändler kontaktieren, rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Selbst wenn mehrere Händler den Sammlerwert gleich einschätzen, könnten zum Beispiel Gebühren und Aufschläge sehr unterschiedlich ausfallen. „Daher ist es wichtig, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen“, betont Scherfling. Im Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels haben sich seriöse Händler zusammengeschlossen. Daneben gibt es Münzsammlervereine unter dem Dach der Deutschen Numismatischen Gesellschaft.

Keine Wertsteigerung haben bislang die sogenannten Starterkits, die zur Euro-Ausgabe in Deutschland im Jahr 2002 auf den Markt gekommen sind. „Der Wert liegt nicht sehr weit über dem Nennwert von 10,23 Euro“, erklärt Beller. Eine Ausnahme wiederum stellen Starterkits von Kleinstaaten wie etwa Monaco dar. Sind die Münzpäckchen ungeöffnet, dann zahlen manche Sammler dafür durchaus rund 500 Euro.

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