Türen reparieren : Reparieren, schleifen, lackieren

Aus alt wird neu: Mit einem Akkuschrauber bringt ein Heimwerker das Fitschenband der Tür neu an.
Aus alt wird neu: Mit einem Akkuschrauber bringt ein Heimwerker das Fitschenband der Tür neu an.

Türen bekommen irgendwann Gebrauchsspuren – wie Heimwerker sie überarbeiten können und wann sich die Arbeit lohnt

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12. Mai 2018, 16:00 Uhr

Kratzer, Schlieren, Schrammen oder Löcher: mit der Zeit bekommen Türen Gebrauchsspuren. Viele solcher Makel können Heimwerker entfernen – aber längst nicht alle. „Aus furnierten Modellen bekommt man größere Schrammen nicht heraus, sie sind im Prinzip irreparabel“, erklärt Leonhard Herbort, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen in Berlin.

Lackierte Türen aus Holzwerkstoffen kann man hingegen mit einem neuen Anstrich problemlos einen frischen Look geben. Dies ist aber oft mit viel Arbeit verbunden. Bevor Heimwerker die neue Farbe auftragen, müssen sie die Türen vorbereiten und alle Macken an der Oberfläche beseitigen. „Bei geringen Schäden reicht es, die Stellen abzuschleifen und neu zu lackieren“, erklärt Michael Pommer, Trainer an der DIY Academy in Köln. Wer das gesamte Türblatt aufarbeiten will, sollte die Tür aushängen und auf zwei Blöcke legen. „Zuerst wird das Türblatt vollständig abgeschliffen“, so Pommer.

Bei Vollholztüren hilft es, danach mit einem feuchten Tuch und einem nicht zu heißem Bügeleisen über die Oberfläche zu gehen. Durch die feuchte Wärme richten sich die Holzfasern auf. So können Schäden bis zu einem Millimeter Tiefe verschwinden. Für größere Löcher verwendet man Spachtelmasse. „Vor allem bei Türen, die später nicht lackiert, sondern lasiert werden sollen, kommt es auf die richtige Technik beim Abschleifen an“, sagt Karl-August Siepelmeyer vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz. Denn deren Maserung ist nach der Lasur sichtbar. Auch kleine Macken scheinen durch. Wichtig: Diese Türen gleichmäßig schleifen. „Immer in der Faserrichtung des Holzes. Dazu benutzt man am besten ein nicht zu grobes Schleifpapier oder einen Schleifvlies.“ Erhalten Türen später eine Lackierung, fallen kleine Unregelmäßigkeiten nicht so sehr ins Gewicht. Nach dem Abschleifen sollte man die Tür mit Lauge von Fett, Ruß und anderen Verschmutzungen befreien. Danach haftet der Anstrich besser. Pommer gibt zu bedenken: „Nicht alle Türen lassen sich streichen. Laminierte und folierte Türen sind zum Beispiel ungeeignet.“ Und nicht bei jeder Tür lohnt sich der Aufwand. „Bei einer preiswerten Pappwabentür ist ein Neukauf wirtschaftlicher“, erklärt er.

Weit verbreitet sind Pressspan, Röhrenspan- sowie Schallschutztüren. Diese kann man mehrmals aufarbeiten. Sogar furnierte Türen kann man anstreichen. „Sie verlieren damit allerdings ihren Charakter und sehen dann ganz anders aus als vorher“, sagt Herbort.

Zum Streichen eignen sich lösemittelfreie Lacke. Farben mit Lösemitteln ergeben zwar eine etwas stabilere hochglänzende Oberfläche. „Aber sie sind umweltschädlich und erfordern zusätzliche Arbeitsschutzmaßnahmen“, erklärt Siepelmeyer.

Sein Tipp: Farben auf Wasserbasis. Sie sind umweltverträglich, haben eine hohe Deckkraft, sind geruchsneutral und für fast alle Untergründe verwendbar. „Zum Auftragen benutzt man am besten spezielle Acrylpinsel mit synthetischen Borsten“, rät Siepelmeyer. Sie nehmen den Lack gut auf und ermöglichen einen glatten Verlauf.

Nicht nur an Türblättern nagt der Zahn der Zeit, auch die Beschläge kommen in die Jahre. Dann quietschen die Bänder, oder die Tür klemmt. Ist die Tür nicht uralt, gibt es im Handel die passenden Beschläge. „Es gibt höhenverstellbare Bänder, mit denen sich die Türen passgenau justieren lassen. Klemmt die Tür, ist es also nicht notwendig, die Tür auszuhängen und unten abzuschleifen“, sagt Herbort.

Verzogene Türen sind da schon eher ein Problem. „Die sind nicht mehr zu retten“, schildert Herbort. Oft liegt es dann nicht an der Tür, sondern am ungeeigneten Einsatzort. Eine baugleiche neue Tür würde sich an derselben Stelle auch wieder verziehen.

Eine Besonderheit gilt bei Haustüren: Sie müssen so konstruiert sein, dass sie größere Klimadifferenzen zwischen Innen- und Außenbereich aushalten. Andernfalls wölben sie sich auf der warmen Seite. Dann bleibt nur der Neukauf. Herbort empfiehlt: „Dabei ist auf die Klimaklasse zu achten.“ Diese gibt an, in welchen Temperatur- und Feuchtigkeitsbereichen eine Tür verwendbar ist.

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