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Unbekanntes Bhutan : Zwischen Tradition und Moderne

vom
Aus der Onlineredaktion

Noch gilt Bhutan als eines der exotischsten Reiseziele. Hier ist alles dem Umweltschutz untergeordnet.

Über 2  000 buddhistische Klöster und Tempel zählt Bhutan, das Land von der Größe der Schweiz. Bis zum Beginn der 1960er Jahre war es weitestgehend isoliert, ein Straßensystem gab es kaum. Seit 1999 aber hält auch in dem kleinen Königreich mit nur 700  000 Einwohnern das Informationszeitalter in Form von Fernsehen und Internet Einzug. Indische Wanderarbeiter sind gerade dabei, eine Straße quer durch das Land zu verbreitern und zu teeren.

Dieses Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne, von Abschottung und Öffnung ist für Bhutan eine enorme Herausforderung. Man spürt diese Grenzwanderung als Tourist nahezu überall. Beispielsweise sind die Einwohner angehalten, ihre traditionelle Nationalkleidung zu tragen, ihre Häuser mit althergebrachten Ornamenten zu schmücken und dem Tabak zu entsagen, andererseits verständigen sich selbst die Mönche per Handy. Während die Eltern Butterfett für die Kerzen im Kloster spenden, besuchen die Kinder kostenfreie Schulen oder studieren.

Das Tigernest klebt förmlich am Felsen.
Das Tigernest klebt förmlich am Felsen. Foto: Juhran

Für diesen Balancegang haben König und Regierung ihr eigenes Konzept entwickelt. Aufbauend auf den Grundwerten des Buddhismus soll auch die Zukunft bewältigt werden. „Modernisierung muss nicht mit ungehemmtem Konsum einhergehen, Wachstum nicht mit Ressourcenverschwendung und Umweltsünden erkauft werden“, zeigt sich auch Yeshi Gyeltshen überzeugt, mit dem ich fünf Tage im westlichen Teil des Landes unterwegs bin. „75 Prozent unserer Einwohner haben den Buddhismus verinnerlicht“, sagt Yeshi. „Werte wie Selbstachtung, Nächstenliebe und ein harmonisches Wechselverhältnis mit der Natur sind uns in Fleisch und Blut übergegangen und werden auch unsere Zukunft bestimmen“.

So sind in Bhutan Jagd und Fischen verboten, das Bergsteigen ist aus Umweltgründen untersagt, die Verfassung legt fest, dass mindestens 60 Prozent des Landes bewaldet bleiben müssen, und 35 Prozent der Fläche sind als Nationalparks und geschützte Reservate gesperrt.

Unter den Klöstern gilt das Tigernest in der Nähe von Paro als das spektakulärste. 900 Höhenmeter geht es in einer fantastischen Landschaft hinauf zum sakralen Bau, der sich eng an die steil abfallenden Felsen schmiegt. Hier trifft man in erster Linie auf internationale Touristen, die auf dem Wege durch das Land etwas suchen, das sie in der Alltagshektik daheim irgendwann aus den Augen verloren haben. Vielleicht ist gerade eine Reise durch Bhutan besonders geeignet, über die eigenen Prioritäten im Leben nachzudenken?


 

 

Anreise: z. B. mit Air India von Frankfurt über Delhi nach Paro. Weiter mit dem PKW oder Bus.
Einreise: Jeder Tourist muss über ein Reisebüro sein Visum beantragen und täglich mindestens 250 US$ ausgeben – mehr als das durchschnittliche Monatsgehalt eines bhutanischen Staatsbürgers. Ohne gestellten Guide ist Reisen im Lande unmöglich.
Beste Reisezeit: Im Frühling erwartet Besucher ein Teppich von Blumen und Blüten, die Sommer können sehr warm und regenreich sein, der Herbst – die Hauptreisesaison – bringt goldfarbige Töne, und es finden viele Feste statt, im Winter ist die Luft klar, und man kann die Pracht der Berge genießen.

 

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