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Reise und Tourismus

21. Oktober 2017 | 14:23 Uhr

Die Azoren : Wandern im Vulkan

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Azoren bieten Vielfalt auf kleinem Raum. Wer Ruhe sucht, kann stundenlang genussvoll in üppigem Grün wandern.

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 16:00 Uhr

„Da hinten wird’s schon wieder hell“ – einer der meist gebrauchten Sätze bei einem Urlaub auf den Azoren. Das Archipel aus neun Inseln bietet eine Menge Abwechslung. Das gilt auch und vor allem für’s Wetter. Neben Flexibilität gehört unbedingt allwettertaugliche Kleidung ins Gepäck. Das bekannte Azoren-Hoch heißt nur so, weil es weit und breit keinen anderen Fixpunkt in seinem Entstehungsgebiet gibt. Die Azoren sind keine typische Massentourismus-Destination – dennoch gibt es Wunderbares zu entdecken.

Eine Reise lohnt sich vor allem wegen der Natur. Wer Ruhe sucht, kann auf den Azoren stundenlang genussvoll in üppigem Grün wandern. Die Orientierung ist dank perfekter Markierungen kinderleicht: Zwei parallele Striche bedeuten „hier geht’s lang“ und zusätzliche Kreuze heißen „hier nicht“, so dass man nie lange rätselt oder sich in Gedanken versunken vertun kann.

Wegen des feucht-milden Klimas und des fruchtbaren vulkanischen Bodens wächst so ziemlich alles. Wahrzeichen sind im Sommer Millionen blau blühender Hortensienbüsche. Wie im Jurassic Park (nur ohne Dinosaurier) ist eine zutreffende Beschreibung für alle Inseln. Liebliches Hügelland mit saftigen Wiesen und den azoren-typischen schwarz-weißen Rindern, waldreiche Berghänge, gewaltige Kraterkessel und hübsche Küsten – das alles erinnert an Österreich, Island Neuseeland, Irland, ein bisschen Ostsee und Hawaii und kann hinter der nächsten Kurve – davon gibt es reichlich – schon wieder anders sein. Dank der überschaubaren Größe sind alle Punkte der Hauptinsel Sao Miguel schnell zu erreichen.

Furnas ist eine sympathische Mischung aus Kurort und verschlafenem Bauerndorf. An vielen Stellen brodelt es aus kochend heißen Quellen. Selbst im Winter kann man im „Terra Nostra Garden“, einer der schönsten Parkanlagen, in dem von heißen Quellen gewärmten, eisenhaltigen Badesee schwimmen. Insgesamt 22 Quellen, sogenannte „Caldeiras“, dampfen und blubbern bei Furnas. Am Kratersee „Lagoa das Furnas“ wird das Nationalgericht „Cozido“ zubereitet. Ein Eintopf wird in den Erdlöchern der heißen Quellen am Seeufer vergraben. Keine fünf Stunden später ist das Essen fertig! In der Zwischenzeit lohnt es sich, um den nahezu unverbauten See zu spazieren oder zum Aussichtspunkt „Pico do Ferro“ oberhalb des Sees zu wandern – ein Traumausblick. Sollte der in Wolken stecken – einfach weiterfahren an die Nordküste und einen Abstecher zur Teeplantage Chá Gorreana bei Ribeira Grande machen. Milde Temperaturen und viel Niederschlag sorgen für das perfekte Teeanbau-Klima. Seit 1883 wird dort Tee hergestellt. Ernte ist zwischen März und Oktober. Früher gab es 14 Teefabriken, heute sind es nur noch zwei.

Die Ostküste präsentiert sich schwarz-felsig. Als Highlight schmücken die malerischen Kraterseen „Lagoa Azul“ und „Lagoa Verde“ Reiseführer und Broschüren. Mittendrin das Dörfchen Sete Cidades: verschlafen im Winter, überlaufen im Sommer. Eine beliebte Tour zu Fuß verläuft entlang des Kraterrandes bis hinab zum Uferrand. Aussichtpunkt-Klassiker ist der 300 Meter oberhalb gelegene „Vista do Rei“. Sollte der Berg doch wolkenverhangen sein, gilt die Azoren-Taktik: flexibel sein! Ein kurzer Blick auf die Webcams der Küste zeigt, wo es schon wieder heller wird.

 

 


Infos: www.visitazores.com/de
www.trails.visitazores.com

 

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