Island : Wale, Wasser und Vulkane

Hier strömen Gase aus der Erde – das Solfatarenfeld Hverir 3.
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Hier strömen Gase aus der Erde – das Solfatarenfeld Hverir 3.

Die Region um Akureyri in Island eignet sich mit Whalewatching und dampfenden Fumarolen perfekt für einen Urlaub mit Kindern.

svz.de von
14. November 2015, 16:00 Uhr

„Da“, ruft Tim, „und da!“ Für den Sechsjährigen ist es die erste Walbeobachtungstour seines Lebens, in den folgenden zwei Stunden deutet er, verpackt in Regenklamotten und einer Schwimmweste, immer wieder auf die Buckelwale, die im Eyjafjord bei Akureyri in Nordisland ihre Runde drehen. Das Boot, auf dem etwa 20 Passagiere ihre Kamera zücken, diente früher der deutschen Polizei, heute gehört es dem lokalen Reiseveranstalter Ambassador in Akureyri.

Fünf Autostunden liegt Akureyri entfernt von Islands Hauptstadt Reykjavik. Die viertgrößte Stadt des Landes ist mäßig spannend, doch der 18 000-Einwohner-Ort ist die ideale Ausgangsbasis für eine Reihe einmaliger Naturphänomene rundum den Myvatn, auf deutsch „Mückensee“. So lassen sich von dort der Wasserfall Godafoss, die Pseudokrater bei Skudustadir, das Solfatarenfeld Hverir mit seinen rauchenden Schloten sowie der Wasserfall Dettifoss, einigen bekannt aus der Anfangsszene des Filmes „Prometheus“ von Ridley Scott, bequem an einem Tag erkunden. Ideale Reisezeit ist der September, denn da ist es mitunter noch T-Shirt-warm.

Es gibt wohl kein Land, in dem europäische Kinder ohne Interkontinentalflug Geologie auf so faszinierende Art näher gebracht bekommen. Es braucht keine Museen oder Experimente, Islands Klassenzimmer befindet sich an der frischen Luft: Blubbernde Schlammtöpfe, dampfende Fumarole, ein Land, durch das sich ein Riss zieht, der an vielen Stellen gut sichtbar ist. Erwachsene fasziniert zudem die fast baumlose Natur Islands. Die weitgehend menschenfreie Landschaft nimmt dabei häufig so wundersame Farbkontraste an, dass man selbst während einer längeren Autofahrt auf der Ringstraße, der größten Straße Islands, die einmal um die Insel führt, alle zwei Minuten zum Fotostopp halten möchte.

Manchmal sind es riesige dunkle Steinbrocken, die wild verstreut an einem grünen Berghang liegen, dann wieder ein knallblauer See, an dem ein Geothermie-Kraftwerk vor sich hin qualmt. An anderer Stelle führt der Weg kilometerlang durch moosbewachsene Lavafelder, deren halbrund herausragende Kuppen weder mit Jeep noch per Pedes passierbar sind. „Fußverrenkungslava“ nennt sie Arthur Bollason, Journalist, der mehrere Bücher über Island verfasst hat und fließend Deutsch spricht. Eine treffendere Bezeichnung hätte wohl kein Literat für die Geologie seiner Heimat finden können.

Anreise: Ab etwa 385 Euro nach Reykjavik mit Icelandair ganzjährig ab Frankfurt und München, im Sommer auch ab Hamburg. Flüge nach Nordamerika erfolgen stets über Reykjavik, ein Stopover bis zu 7 Tage ist kostenneutral. www.icelandair.de/flights/stopover

Island pauschal: Der Spezialist Island Pro Travel stellt für Familien Selbstfahrerreisen mit Flügen, Unterkünften und Mietwagen zusammen. www.islandprotravel.de

Ausflüge: Eine 2,5-stündige Whalewatching-Tour kostet ca. 55 Euro, Kinder unter 7 Jahren gratis, http://ambassador.is/

Die Blaue Lagune besucht man am besten gleich nach der Landung (ab 35 Euro), schön ist auch das Myvatn Nature Bath www.myvatnnaturebaths.is/ (ab 25 Euro). Viel günstiger sind aber die über 100 Freibäder Islands, die es fast in jedem Ort gibt.

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