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Reise und Tourismus

26. September 2017 | 05:55 Uhr

Sansibar : Vor der Ostküste Afrikas

vom
Aus der Onlineredaktion

Sansibar ist ein tropisches Eiland mit Traumstränden und wechselvoller Geschichte.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Jeden Morgen, bevor die große Hitze kommt, spaziert Jordon Ozero mit Ehefrau und Hund durch die weitläufigen tropischen Gärten des Royal Sansibar Beach Resort.

„Ich mag diese langen und kalten Winter bei mir zu Hause in Vancouver nicht“, erklärt der Vater und Großvater einer kanadischen Großfamilie. „Seine“ Insel Sansibar mit ihrer wechselvollen Geschichte, ihren Licht- und Schattenseiten hat es ihm besonders angetan. Zu letzteren gehören manche der am Strand nervenden Beachboys. „Die sind oft schlecht informiert, wollen mit den Touristen schnelles Geld machen, einige sind auch Kleinkriminelle“, wird Jordan recht deutlich und verabredet mich und meine Familie für den nächsten Tag mit Gustav, der sein volles Vertrauen genieße und uns durch die Inselhauptstadt Stone Town führen soll.

Der beginnt seine Führung dort, wo die Geschichte ihre dunkelsten Spuren hinterlassen hat, an der anglikanischen Kirche. Hier befand sich der letzte Hauptsklavenmarkt vor Abschaffung der Sklaverei in den 1860er-Jahren. Unweit der Kathedrale ein berührendes Denkmal: Männliche und weibliche Slaven in einer Grube, am Hals angekettet. Dann wird es dunkel und echt bedrückend: In den Sklavenkellern eines herrschaftlichen Handelshauses kann man nicht aufrecht stehen, stählerne Ösen für die Befestigung der Ketten sind in die nackten Steinböden eingelassen, etwas tiefer sind Rinnen zu erkennen, in denen die Notdurft der hier gefangenen armen Kreaturen abfließen konnte.

Teile des Unesco-geschützten Altstadtkerns sind bereits gelungen restauriert: Prächtige Sultanspaläste und indische Handelshäuser, Gustav weist immer wieder auf deren traditionelle, kunstvoll geschnitzten Swahili-Türen hin.

Zum Tauchen vertraut uns Jordon dem deutsch-südafrikanischen Paar Michael und Deline an, die die Tauchbasis „East Africa Divers“ betreiben. Vor der Insel Mnemba ist die Sicht so glasklar, dass wir eine große Gruppe Delfine erspähen können, die in einer Tiefe von zwei bis zehn Metern nahezu reglos im Indischen Ozean steht – ein friedlich erhabenes Bild.

Nach Prison Island sind wir wieder mit Gustav unterwegs. Einst Gefängnis für widerspenstige Sklaven, präsentiert sich die Insel heute als stilles Naturparadies: In seichten Ufergestaden sammeln einheimische Frauen Algen und kleine Meerestiere zum Kochen. Aldabra-Riesenschildkröten kommen uns entgegen. Vier dieser Tiere kamen 1919 als Geschenk des Gouverneurs der Seychellen hierher. Deren Nachfahren sind nun Prison Island’s größte Touristenattraktion.

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