zur Navigation springen
Reise und Tourismus

20. September 2017 | 22:16 Uhr

Liechtenstein : Über Berg und Tal

vom
Aus der Onlineredaktion

Umgrenzt von Österreich und der Schweiz erweist sich das Fürstentum Liechtenstein als erlebnisreiche Ferienadresse.

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Wie ein Vogelnest klebt das mittelalterliche Gemäuer am Berghang, umrahmt vom Grün üppiger Vegetation. Mit seinen wehrhaften Türmen mehr Burg als Schloss, schwebt der Wohnsitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein hoch über der Hauptstadt Vaduz und genehmigt sich seinerseits einen filmreifen Blick ins Tal – dorthin, wo der noch junge Rhein seine eisgrauen Wasser um trocken liegende Kiesbänke lenkt. Und noch ein Stück weiter, wo jenseits des Stroms das Staatsgebiet des eidgenössischen Nachbarn beginnt.

So wie die Schweiz begrenzt auch Österreich Europas viertkleinstes Land, das mit 24,8 Kilometern Länge und 12,4 Kilometern Breite wahrhaftig überschaubare Ausmaße hat. Umso eindrucksvoller ist die Vielfalt der Landschaft, die sich zwischen den sanften Windungen des Rheins und den narbigen Felsgipfeln der Alpen in ihrer ganzen Schönheit offenbart. Wer im Sommer nach Liechtenstein reist, sollte festes Schuhwerk im Gepäck haben. Immerhin besteht die Hälfte der Landesfläche aus Gebirge. Wanderstrecken wie die „Route 66“ belohnen den körperlichen Einsatz der Gipfelstürmer mit grandiosen Aussichten. Aber auch die Ebene verspricht reizvolle Begegnungen mit der Natur.

Kulturinteressierte mag der erste Weg nach Vaduz führen, wo mit 5400 Einwohnern etwa ein Siebtel der „Untertanen“ Seiner Durchlaucht, des Fürsten Hans-Adam II., lebt. Das Zentrum der Hauptstadt konzentriert sich auf „das Städtle“, das sich als Fußgängerzone zwischen Rathaus und Regierungsgebäude aufspannt. Restaurants und Läden sorgen für Leben. Und auch eine ganze Reihe sehenswerter Museen säumen die Straße: der schwarze Kubus des Kunstmuseums, Post- und Landesmuseum sowie, einmalig im Alpenraum, die Schatzkammer Liechtenstein. Die versteckt sich im Erdgeschoss des Engländerbaus und hortet in der sparsam illuminierten Schwärze eines einzigen Raumes ihre Kostbarkeiten unter Glas.

Für Museumsgänger lohnt sich zudem der Weg über sich bergauf windende Serpentinen in die Walsergemeinde Triesenberg, deren Heimatmuseum im Dorfkern mit Gebetsbüchlein und Butterfass, Melkstuhl und weiteren Exponaten das Leben der Walser in Haus und Landwirtschaft dokumentiert – jener Kolonisten, die im 13. Jahrhundert mit eigener Sprache und eigenen Bräuchen aus dem Wallis kamen und sich am Triesenberg niederließen.

Die Bauern von früher führten ein einfaches Leben, was sich bis heute in der Esskultur des Landes widerspiegelt. Käsknöpfle mit Apfelmus oder Ribel, ein Gericht aus Mais- und Weizengrieß, erweisen sich dabei durchaus als Konkurrenz zu den erlesenen Speisen der Gourmetrestaurants. Beim Herunterspülen hilft da ein Schluck einheimischen Biers oder ein Glas Wein, der in Liechtenstein auf gerade mal 26 Hektar wächst.

Zu den besten Lagen im Rheintal gehört dabei mit vier Hektar Rebfläche der Herawingert, der sich im Besitz des Fürstenhauses befindet und jährlich 20  000 Flaschen abwirft. Spätburgunder und Chardonnay reifen an den knorrigen Stöcken des Vaduzer Weinbergs, dessen Rebzeilen gleich neben der Fürstlichen Hofkellerei dem langsamen Anstieg der Landschaft folgen. Wo man übrigens während der Öffnungszeiten im Kerzenlicht eines romantischen Gewölbekellers die raren Tropfen verkosten darf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen