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Reise : Teneriffa: Elf Millionen Jahre in 5 Stunden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die spanische Insel ist ein ideales Ziel für Aktivurlauber wie Wanderer – ganz besonders der Inselnorden.

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Gleich hinter Benijo ändert sich die Vegetation. Eben noch lag der offene Atlantik unter der Steilküste zu unserer Linken, nun lassen wir die in Terrassen angelegten Gärten des kleinen Dorfs im Norden von Teneriffa hinter uns. Fast wie zur Zeit der Eroberung durch die Spanier vor mehr als 500 Jahren bauen die wenigen Bewohner hier im Norden der Kanareninsel Kartoffeln oder Mais zur Selbstversorgung an – bis zur Inselhauptstadt Santa Cruz sind es auch heute noch fast zwei Autostunden über teils gewundene, enge Bergstraßen über die grüne Halbinsel Anaga. Die 200  000 Einwohner große Metropole scheint weit entfernt. Noch weiter der Strand- und Sonnentourismus, der sich im trockeneren, aber auch kargeren Westen und Süden der Insel tummelt.

„Anaga und der Norden sind etwas für Individualisten“, sagt Cao Sánchez-Serrano, während wir Schritt für Schritt dem Wanderweg TF 11 über rund 400 Höhenmeter nach Cruz del Draguillo folgen. Dabei gehöre die Region, die als Nationalpark Reserva Natural Integral Pijaral unter Naturschutz steht, zu den ältesten Teilen Teneriffas, so der 43-jährige Wanderguide: „Vor elf Millionen Jahren bestand unsere Insel vermutlich aus drei Teilen. Erst der Ausbruch des Vulkans Pico del Teide, der nun das Herz Teneriffas bildet, hat vor fünf Millionen Jahren eine Verbindung zwischen ihnen geschaffen und Teneriffas jetziges Aussehen geformt.“ Fast von allen Punkten aus ist Teneriffas 3718 Meter hohes Wahrzeichen zu sehen. Kurz darauf folgt die Tabaibal Cardonal, die „Sukkulentenbuschzone“: Selbst Hitze und Waldbrände überstehen viele Pflanzen hier ohne Schäden, weiß unser Begleiter: „Die einheimische Kiefer, erkennbar an ihren drei statt sonst zwei Blättern, speichert ihr Wasser nicht im Stamm, sondern im Boden – dadurch ist der Baum vor dem Verbrennen geschützt.“

Neben der Tabaibal Cardonal haben Flora und Fauna von Teneriffa Naturfans noch mehr zu bieten. Dazu gehören die vielen Palmen und Agaven, Drachenbäume, Strelitzien und auch kleine Skinks – Eidechsen, die neugierig Wanderer wie uns beobachten. Nicht zu vergessen auch der Kanariengirlitz, der aber seltener im grünen Norden als auf Feldern, in Kiefernwäldern, an Steilwänden und in trockenen Gebieten Teneriffas zu Hause ist. Der „Nationalvogel“ ernährt sich hauptsächlich von Körnern und Früchten.

Nach einer kurzen Pause im kleinen Bergort Chamorga gehen wir gestärkt das letzte Stück des Weges hinunter zum Küstenort Roque Bermejo. Das offene Meer liegt nun erneut immer im Blick. Nach rund fünf Stunden Wanderung ist das Ziel nah: Der kleine Hafen von Roque Bermejo, das als eine der letzten Siedlungen Teneriffas nur über das Meer zu erreichen ist. Per Boot geht es zurück übers offene Meer an der grünen Nordküste entlang nach Santa Cruz. Rund eine Stunde dauert die Fahrt über die Wogen, ehe uns die Zivilisation in Teneriffas Kapitale wieder hat.

Tipps für Aktivurlauber: www.webtenerife.de/aktivitaten/in-der-natur/
Nächstes Tenerife Walking Festival: 23.–27. Mai 2017: www.tenerifewalkingfestival.com/de/
Anreise: Mehrmals pro Woche Direktflüge auch ab Hamburg

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