Urlaubssouvenirs : Sonne, Strand und Schund

<strong>Urlaubssouvenirs</strong> sind vielfach Schund.<foto>dpa</foto>
Urlaubssouvenirs sind vielfach Schund.dpa

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26. Juli 2012, 06:21 Uhr

Köln | Urlaubssouvenirs wie Sonnenbrillen oder Spielzeug sind vielfach Schund und manchmal sogar gefährlich. Das hat eine Untersuchung des Tüv Rheinland ergeben. Der Schwerpunkt des jährlichen Souvenir-Tests lag in diesem Sommer auf Spielzeug: Stofftiere, Plastikpistolen, Seifenblasen, Autos, Schaufeln, Gummibälle - auf all dem, was man am Strand so für ein paar Euro kaufen kann, wenn die Kinder quengeln.

Zuhause würde man diese Sachen meistens nicht anrühren. Aber am Strand ist es eben anders. Tüv-Sprecher Ralf Diekmann kennt die Seelenlage des Touristen genau: "Die Hemmschwelle gerade im Urlaub ist äußerst gering. Da will man kein Spielverderber sein."

Der Tüv kaufte in Spanien, Italien und den Niederlanden, aber auch an der deutschen Nordseeküste rund um Wilhelmshaven, Cuxhaven und auf den ostfriesischen Inseln ein. In Laboratorien in Köln und Nürnberg wurden die Mitbringsel getestet. Die Ergebnisse wurden gestern präsentiert.

Gummibälle enthielten Weichmacher und Stofftiere verloren leicht die Augen, stellten die Prüfer unter anderem fest. Bei batteriebetriebenen Stofftieren waren die Fächer zum Teil nicht gesichert, so dass kleine Kinder die Batterien im schlimmsten Fall verschlucken könnten. Diekmann: "Einige Spielzeuge sind auch durch die Brandprüfung gefallen." Ihr Fell fing zu schnell Feuer.

Die Bilanz: Von insgesamt 45 gekauften Spielzeugen hielten 28 den mechanischen und chemischen Anforderungen nicht stand. Sie erfüllten nicht die Vorgaben der EU-Spielzeugrichtlinie. "Diese Produkte stellen ein Sicherheitsrisiko für Kinder dar und dürfen so nicht verkauft werden", sagte Tüv-Vorstandsmitglied Ralf Wilde.

Auch bei Sonnenbrillen gab es viel Schatten. Der Tüv findet die Ergebnisse "teilweise erschreckend". Bei 40 Prozent stellten die Tester zum Teil gravierende Mängel fest. Einige waren etwa zu stark getönt. "Wenn man dann mit dem Auto in einen Tunnel fährt, dunkeln die so stark ab, dass man gefährlich wenig sehen kann", erklärte Diekmann. Einen Lichtblick gab es nur bei Fußball-Shirts. Hier wurden die Grenzwerte für Schadstoff-Belastungen eingehalten. Die Qualität war allerdings in den meisten Fällen mangelhaft.

Der Tüv betont: Die Qualitätsmängel bestehen unabhängig vom Einkaufsland - sie finden sich überall. Es gebe zwar Regelungen, aber kaum wirksame Kontrollen. so Wilde: "Hier muss sich etwas ändern."

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