Caravan-Handel : So viel Urlaub auf vier Rädern

Aus der Luft betrachtet.
Foto:
1 von 2
Aus der Luft betrachtet.

An der Grenze der Prignitz zu Mecklenburg betreibt die Familie Wendt seit der Wende einen großen Caravan-Handel

svz.de von
28. März 2016, 16:00 Uhr

Viele Prignitzer, die auf der B5 von Groß Warnow in Richtung Grabow unterwegs sind, kommen am Firmengelände von Caravan-Wendt vorbei und sind von der enormen Größe beeindruckt. Der „Prignitzer“ fuhr über die Kreisgrenze und konnte einen kleinen Einblick in das Familienunternehmen gewinnen.

Kremmin ist ein kleines Dorf südlich von Grabow. Nur ungefähr 240 Einwohner leben dort. „Das hat natürlich Vor- und Nachteile“, verrät Junior-Chef Manuel Wendt. „Wenn man es wirtschaftlich betrachtet, ist die Lage eigentlich nicht gut. Es ist hier aber historisch so gewachsen“, sagt er.

Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1990 von Christiane-Maria und Matthias Wendt in Grabow gegründet. Mit der Währungsreform am 1. Juli 1990 beschloss das Ehepaar Wendt die Existenzgründung. Nur einen Tag später meldete Matthias Wendt die Firma an und pachtete in Grabow eine Fläche von ungefähr 300 Quadratmetern, mitten in einer Häuserlücke.

Es dauerte nicht lange und die Lücke wurde dem Jungunternehmer zu klein. Im Mai 1991 zog der Betrieb an seinen heutigen Sitz an die Bundesstraße 5. Dort wurden zunächst 5000 Quadratmeter Fläche für den Hof eingezäunt. 1993 kam eine Werkstatt dazu, 1994 wurde ein Zubehörshop eingeweiht. Die Fläche wächst stetig. Mittlerweile hat das Unternehmen rund 70 Mitarbeiter. Auf einer Fläche von mehr als 30  000 Quadratmetern stehen zirka 500 Wohnwagen und Wohnmobile. Die Entscheidung für Kremmin sei auf längere Sicht gefallen. „Wir hatten in der Vergangenheit öfter Gelegenheit, uns zu erweitern, haben Flächen in Hamburg oder Berlin angeboten bekommen. Aber wir haben uns hier für den einzigen Standort entschieden.“

An die spektakuläreren Verkäufe erinnert man sich natürlich eher. „Vor einem halben Jahr haben wir ein Wohnmobil verkauft, das über 300  000 Euro kostet. So etwas macht man sicher nicht jeden Tag“, berichtet Manuel Wendt. Spannend sei, mit wie vielen Menschen man durch das tägliche Geschäft in Kontakt komme, denn nicht nur aus der unmittelbaren Region, sondern auch von der Mosel, aus Stuttgart, München und Ländern wie Österreich, der Schweiz, Norwegen und Schweden kommen Camper und solche, die es werden wollen, ins ländliche Mecklenburg.

Aber nicht nur das Unternehmen, auch die Fahrzeuge hätten sich im Laufe der Zeit immer mehr gewandelt. Ein Trend im Urlaubsverhalten der Campinginteressierten sei bereits auszumachen, denn das rollende Wochenendhaus müsse heutzutage immer mehr von dem bieten, was man auch in den eigenen vier Wänden findet. „Fernsehen und Elektronik wird immer wichtiger und die Fernsteuerung nimmt zu. Manche können in ihrem Haus heute schon mit einem Tablet-Computer Dinge steuern, wie zum Beispiel die Heizung. Auch die Wohnmobile werden in dieser Hinsicht weiter automatisiert. Die Satellitenantenne, die sich je nach wechselndem Standort automatisch ausrichtet, gehört schon fast zum Standard“, erklärt Manuel Wendt.

Hat man bei all den Caravans überhaupt noch Lust auf Urlaub? „Ja, wir fahren hauptsächlich in den Sommermonaten. Mit dem Wohnmobil. Wir schauen dann, was frei ist und mieten es. Man ist mobil und wenn man sich abends ins Bett legt, hat man sein eigenes Reich um sich. Wenn es mal weiter geht, nach Asien oder so, fliegen wir natürlich auch“, gibt Wendt zu.

Im Familienunternehmen zu arbeiten, erlebt Manuel Wendt nicht als problematisch. „Sicher gibt es auch mal Reibereien, wenn drei gleichberechtigte Meinungen aufeinander treffen. Aber man muss das austragen, darf die Konflikte nicht mit nach Hause nehmen. Bei uns klappt das sehr gut“, versichert er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen