Feliz Año Nuevo : Silvester in Andalusien

Zambomba – das berauschende Flamenco-Fest in Jerez de la Frontera.
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Zambomba – das berauschende Flamenco-Fest in Jerez de la Frontera.

Jahreswechsel mit Glückstrauben und Goldring im Glas. Nur drei Sekunden pro Traube und pro Wunsch , dann ist es vollbracht: Feliz Año Nuevo

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30. Dezember 2016, 21:00 Uhr

In Sevilla, Cádiz und Conil sind die Temperaturen zum Jahreswechsel mild, die Plätze weihnachtlich geschmückt, und natürlich herrscht überall ausgelassene Stimmung. Vor Mitternacht finden sich die Menschen mit zwölf Weintrauben in der Hand auf den großen Plätzen ein, um das neue Jahr zu begrüßen. Nach altem Brauch isst man zu jedem Glockenschlag eine Glückstraube. Danach stoßen die Andalusier traditionell mit einem Glas Sekt an, in dem ein goldener Ring liegt. Ein weiterer Glücksgarant für das neue Jahr.

Auf Sevillas festlich beleuchteter Plaza Nueva steht der Countdown unmittelbar bevor. Alle haben mit ihren in die Hand gezählten Trauben Position bezogen, um 36 Sekunden vor Mitternacht setzt der erste Glockenschlag ein. Frauen, Männer und Kinder stecken hastig das erste Mini-Träubchen in den Mund und konzentrieren sich auf ihre stummen Wünsche. Blitzschnell stopfen die Menschen die Früchte in sich hinein, einige schließen danach kurz die Augen. Sie haben nur drei Sekunden pro Traube und pro Wunsch. Dann ist es vollbracht, Feliz Año Nuevo!

Während Spanier und Urlauber sich mit einem Goldring im Cava-Glas zuprosten, tragen die meisten Einheimischen vermutlich rote Unterwäsche. Nun steht Gesundheit, Glück und Liebe im neuen Jahr nichts mehr im Wege. Die reifen Früchte an den Orangenbäumen verströmen immer noch einen lieblichen Duft, Feuerwerkskörper tauchen Gassen und Paläste in buntes Licht. Überall knallende Korken und Gläserklirren, in der Neujahrsnacht macht die Ciudad de la Alegría, die Stadt der Freude, ihrem Namen alle Ehre.

Fröhlich geht es Silvester auch in der Sherry-Stadt Jerez sowie in Cádiz und Conil de la Frontera zu. In Jerez de la Frontera grassiert im Dezember das Zambomba-Fieber, ein berauschendes Flamenco-Fest zum Mitmachen. In jeder Gasse und auf jedem Platz singen und tanzen die herausgeputzten Menschen zur leicht schnarrenden Zambomba-Trommel. Nachdem auch die Bewohner von Cádiz den Jahreswechsel ausgiebig zelebriert haben, flanieren sie am Neujahrstag auf ihrer Promenade, die ein wenig an Havanna erinnert. Zwischen der von drei Seiten umspülten 3000 Jahre alten Altstadt und dem Stadtstrand La Caleta, an dem schon das Bond-Girl Halle Berry dem Atlantik entstieg, pulsiert das Leben. Während die Touristen über die kunstvollen Weihnachtskrippen staunen, genießen die Spanier in einem der Lokale an der Plaza de las Flores beim Café Cortado oder beim ersten Glas Fino-Sherry das Nichtstun.

Detailgenaue Abbilder der Weihnachtsgeschichte sind die Attraktion der Region, in den Ortschaften rund um Cádiz stellen als Josef und Maria verkleidete Andalusier Szenen der Jesus-Geburt nach. Bis in die Morgenstunden geschwoft haben auch die Einwohner und Silvestergäste im Surferort Conil de la Frontera – wie in jedem Jahr stieg auf der Plaza Torre de Guzmán nach dem Gongschlag der Santa Catalina Kirche eine große Silvesterparty.

Am 1. Januar, wenn alle ausgeschlafen haben und sich an der ellenlangen Strandpromenade ein frohes neues Jahr wünschen, stehen auch dieses Mal die Chancen gut, dass die Costa de la Luz wieder in dieses sagenhaft strahlende Licht gehüllt wird, dem der Küstenstrich seinen Namen verdankt.


Deutschsprachige Informationen über Sevilla und Cádiz mit Restaurant- und Unterkunftstipps: visitasevilla.es/de, www.cadizturismo.com



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