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Norwegen/Sommarøy : Schillernde Flaschengeister

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

NATURPHÄNOMEN: Besonders eindrucksvoll lässt sich das Nordlicht in Norwegen von der Insel Sommarøy aus beobachten.

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Keine Frage: Einer der schönsten Plätze der Welt, um das Nordlicht zu beobachten, ist die kleine Insel Sommarøy, etwa 350 Kilometer nördlich des Polarkreises und 45 Autominuten von Norwegens nördlichster Universitätsstadt Tromsø entfernt. An neun von zehn klaren Nächten zeigt sich hier während der dunklen Jahreszeit von Mitte September bis Ende März Aurora Borealis am Himmel. Besonders hell leuchten die Himmelslichter in den Monaten September, Oktober und Februar, März.

Auf die Frage, wo man das berühmte Licht am besten sehen kann, antwortet die freundliche Rezeptionistin des einzigen Hotels vor Ort: „Wir sind hier in Sommarøy. Gehen Sie einfach vor die Tür und schauen Sie hoch.“ Und richtig, kaum ist es dunkel, zeigen sich überall am Himmel faszinierende Polarlichter.

Grün leuchtende, anmutig tanzende Derwische und schillernde Flaschengeister sind in ständiger Bewegung. Neue Figuren bilden sich aus alten heraus und überziehen das ganze Firmament. Gänsehaut pur. Warm angezogen und mit einem Heißgetränk versehen, lässt sich dieses Wunder der Natur über Stunden hinweg bestaunen. Wichtig für gelungene Fotos ist es, an dunkle Plätze zu gehen, um nicht zu viel Streulicht einzufangen. Das gilt auch für das Mondlicht. So ist die Zeit um Neumond herum bei Fotografen am beliebtesten. Mit Stativ und langer Belichtungszeit lässt sich das Nordlicht einfangen. Ganz einfach ist es allerdings nicht. Der Akku wird bei Minusgraden schnell leer, so dass ausreichend Ersatz dabei sein sollte.

Doch nicht nur die Nächte, auch die Tage bieten – besonders bei klarem Himmel und Sonnenschein – außergewöhnlich schöne Fotomotive: Schneebedeckte Berge, türkisblaues Wasser, weiße Strände, bunte Holzhäuser und kleine Fischerboote.

Die etwa 300 Einwohner der Insel leben hauptsächlich von der Fischerei. In einem kleinen Einkaufsladen kann der Bedarf des täglichen Lebens gedeckt werden. Im Hotelrestaurant treffen sich Einheimische und Touristen und genießen Fischsuppe und Elchburger mit Blick auf die Bucht und den Sonnenuntergang. Das Leben ist entschleunigt hier. Natur pur sozusagen.

Wer etwas Abenteuer erleben möchte, kann auf der Insel Kvaløya (etwa 20 Autominuten entfernt) eine Hundeschlittensafari buchen. Paarweise wird den Touristen ein Schlitten mit fünf Huskys zur Verfügung gestellt.

Einer sitzt auf dem Schlitten, einer steht auf den Kufen, bremst, wenn es bergab geht, und schiebt, wenn die Hunde auf den schneebedeckten Hügeln Unterstützung brauchen.

Ganz schnell versteht man, warum es sich hierbei um einen Sport handelt – Kondition ist gefordert. Doch welch ein Erlebnis, welch ein Glücksgefühl, wenn die dreistündige Tour erfolgreich gemeistert wurde.

Auch ein Aufenthalt während der Polarnacht vom 26. November bis zum 20. Januar, in der es – bis auf eine Dämmerungsphase um die Mittagszeit herum – dunkel bleibt, verspricht gute Nordlicht-Sichtungen. Besonders spannend in der dunklen Zeit: Auf Walsafaris können mit hoher Wahrscheinlichkeit Buckelwale und Orcas beobachtet werden, die den Fischschwärmen in die Fjorde folgen.

Im Sommer ist Sommarøy (Sommerinsel) mit ihren schönen Stränden und dem glasklaren Wasser ein beliebtes Ausflugsziel. Ein wahres Badeparadies für echte Nordmänner und -frauen, denn trotz Golfstroms, der im Winterhalbjahr dafür sorgt, dass es relativ mild ist (selten geht die Lufttemperatur unter minus sechs Grad), erwärmt sich das Meer auch im Sommer nicht auf über zehn Grad.

Abrunden lässt sich der Urlaub mit einem Besuch der nahe gelegenen, 70  000 Einwohner zählenden Stadt Tromsø.

Neben der berühmten Eismeerkathedrale und dem Polarmuseum zählt der nördlichste botanische Garten der Welt zu den Hauptattraktionen. Anfang des 20.  Jahrhunderts diente Tromsø häufig als Ausgangspunkt für Expeditionen ins Eis. Daher auch der Beiname der Stadt: „Tor zur Arktis“.

Reiseziel Sommarøy

Mit dem Flugzeug: Norwegian Airshuttle und SAS fliegen täglich von Oslo nach Tromsø. Die Flugzeit beträgt knapp zwei Stunden. Mietwagen gibt es am Flughafen in Tromsø.

Nur 45 Autominuten von Tromsø entfernt, erreicht man über einige Brücken die kleine Insel Sommarøy.

Mit dem Schiff: Die Fähren der norwegische Küstenlinie Hurtigruten legen auf ihrem Weg von Bergen über Trondheim und Bodø nach Kirkenes oder zurück zweimal täglich in Tromsø an.

www.visittromso.no

 

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