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Reise und Tourismus

24. November 2017 | 03:06 Uhr

ITB in Berlin : Reisebranche in Sommerlaune

vom
Aus der Onlineredaktion

Gute Nachrichten für den Tourismus: Die Nachfrage nach Urlaub in Griechenland boomt. Ägypten erholt sich

Rechtzeitig zum Treffen auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin zeigen die Buchungszahlen für die kommenden Monate nach oben. „Viele Deutsche haben ihren Haupturlaub noch früher gebucht als sonst – zum Teil schon im November und Dezember vergangenen Jahres“, berichtet der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig.

Branchenexperte Martin Lohnmann rechnet mit einem guten Jahr mit stabiler Nachfrage: „Die Urlaubslust ist ausgeprägt“. Im vergangenen Jahr hatten Anschläge und politische Krisen in beliebten Reiseregionen die Touristik erschüttert.

Zur Zeit sorgen dagegen zahlreiche gute Nachrichten für Zuversicht. Griechenland liegt voll im Trend und steigt zum zweitbeliebtesten Ziel sonnenhungriger Bundesbürger für den Sommer nach den Balearen auf, die Nachfrage nach Ägypten erholt sich allmählich. Gefragt sind auch Bulgarien oder Kroatien. Kreuzfahrten werden immer beliebter. „Die Ereignisse aus dem Jahr 2016 haben den Reisewillen der Deutschen nicht gebremst“, sagte René Herzog, Chef der DER Touristik Central Europe jüngst.

Düster sieht es allerdings weiterhin bei Türkei-Buchungen aus. Ende Januar lagen die Reisebüro-Umsätze für das Land am Bosporus 58 Prozent unter dem Stand von 2016. Im vergangenen Jahr hatte es bereits einen Einbruch um 40 Prozent gegeben. Die provokanten Nazi-Vergleichen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan dürften kaum zu einer Trendwende führen – im Gegenteil. Wenn sich die teilweise antieuropäische und antideutsche Haltung weiter manifestiere, „wird das natürlich das Image der Türkei als Reiseziel für Deutsche weiter beschädigen“, sagte Tourismusforscher Torsten Kirstges der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Gerade wenn es in Deutschland grau und kalt ist, planen viele Sonnenhungrige – auch gelockt von Frühbucherrabatten – die schönsten Wochen des Jahres. Die Januar- und Februarzahlen lassen also Rückschlüsse auf die Entwicklung des wichtigen Sommergeschäfts zu. Die gebuchten Umsätze lagen nach Angaben der GfK-Konsumforscher Ende Januar insgesamt sechs Prozent über dem schwachen Vorjahreszeitraum. Positiv entwickelten sich der GfK zufolge auch die ersten beiden Februar-Wochen.

Im vergangenen Jahr hatten Deutschlands Urlauber Ägypten, Tunesien und vor allem die Türkei gemieden – 2015 noch auf Rang drei der beliebtesten Auslandsziele. Einen Ansturm gab es dagegen auf Feriengebiete rund ums westliche Mittelmeer, insbesondere in Spanien.

Fluggesellschaften und Veranstalter mussten Kapazitäten verlegen. „Die Verschiebung der Reiseziele hat der Branche viel Arbeit gemacht“, sagt Lohmann, Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa.

180 Reisegebiete auf der ITB

Nashörnern begegnen und Berge besteigen am Messestand: Jetzt erobern Virtual-Reality-Brillen die Internationale Tourismus-Börse (ITB) – Katalog und Prospekt war gestern. Ob durchs Brandenburger Tor, auf Safari in Tansania oder auf den Kilimandscharo - die Reisemesse lässt ihre Gäste in diesem Jahr in virtuelle 3D-Welten abtauchen. 180 Urlaubsregionen präsentieren sich auf der Reisemesse, dem traditionellen Saisonauftakt der Tourismusbranche in Berlin.

180 000 Besucher werden auf der ITB bei ihrer 51. Ausgabe von heute an bis 12. März erwartet – und die sind anspruchsvoller geworden, was die Präsentation von Urlaubszielen angeht. Deshalb haben viele ITB-Aussteller ihre Stände technisch aufgemotzt. „Alles was mit Internet zu tun hat, spielt in der Reisebranche eine immer größere Rolle“, sagt Messe-Manager Martin Buck.

Dass die 26 Hallen wieder ausgebucht sind, zeige, dass die internationale Reiseindustrie trotz politischer Unwägbarkeiten Wert auf den persönlichen Austausch lege, meint ITB-Chef David Ruetz. Zwei Drittel der Besucher sind üblicherweise Fachleute – ihnen sind die ersten drei Messetage vorbehalten, bevor am Wochenende des 11. und 12. März die Hallen für alle Interessierten öffnen.

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