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Serie: "Urlaub vor der Haustür" - Steinzeitdorf Kussow : Reise in die Steinzeit

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Eine Reise in die Vergangenheit: Seit 1998 werden im Steinzeitdorf Kussow Lebensweise und Handwerkstechniken der frühen bis späten Steinzeit anschaulich erklärt.

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erstellt am 02.Jun.2011 | 01:01 Uhr

Kussow | Als Hannelore und Jürgen Safert in Chemnitz zu ihrem Ostseeurlaub aufbrachen, war ihnen noch nicht klar, dass sie neben vielen Ausflügen auf dem Fahrrad auch eine Reise in die Vergangenheit wagen würden. Möglich wurde das für sie im Steinzeitdorf in Kussow, im Norden der Kreisstadt Grevesmühlen. Dorthin radelten die Urlauber von Boltenhagen aus. In einer Rad- und Wanderkarte hatten sie von dem Freiluftmuseum erfahren und sich auf den Weg gemacht.

Seit 1998 werden im Steinzeitdorf Kussow Lebensweise und Handwerkstechniken der frühen bis späten Steinzeit anschaulich erklärt. Zwei Jahre lang war von 1996 bis 1998 eine kleine Siedlung mit Hütten nach steinzeitlichem Vorbild gebaut worden - ein Angebot des zweiten Arbeitsmarktes vom Träger, dem Natur- und Heimatverein Hof Gudow.

Inzwischen geht es also seit 13 Jahren im Steinzeitdorf Kussow für Kinder und Eltern rund 6 000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Außer Häusern, die nach archäologischen Funden rekonstruiert wurden, ist auch ein Garten mit alten Getreidesorten angelegt, denn die Menschen der Jungsteinzeit waren die Ersten, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. In Kussow wachsen heute wenig bekannte Getreidesorten, die in der Vergangenheit angebaut und genutzt wurden, und die Besucher erfahren, wie Kräuter angewendet werden. Auch Schweine und Schafe finden die Kinder und Eltern hier vor.

Im Steinzeitdorf erfahren sie auch, wie damals gewebt und getöpfert wurde. Gruppen mit Anmeldung können sich selber in diesen Tätigkeiten versuchen. Ihnen wird neben der Führung auch ein Film über das Leben in der Steinzeit angeboten. Kinder können mit Pfeil und Bogen schießen, und eine am Stock gegrillte Wurst gehört auch zum Gruppenangebot. "Es ist schon faszinierend, mit welch einfachen Mitteln unsere Vorfahren im Leben klar gekommen sind", sagt Jürgen Safert beim Picknick zwischen steinzeitlichen Hütten auf einem der Stühle, die grob aus einem Holzstamm gefertigt sind.

Vor oder nach dem Besuch im Steinzeitdorf Kussow empfiehlt sich ein Besuch der aus der Steinzeit stammenden Großsteingräber im Everstorfer Forst bei Grevesmühlen. "Insgesamt gibt es 15 Großsteingräber zwischen Wismar und Grevesmühlen", sagt Museumsleiter Thomas Baudis. "Aus diesem Grund wurde damals dieser Standort fürs Steinzeitdorf ausgesucht", erklärt er. In Mecklenburg-Vorpommern wurden innerhalb weniger Jahrhunderte mehr als 1000 solcher Großsteingräber errichtet und sind noch heute markante Bestandteile der Kulturlandschaft.

Das Steinzeitdorf ist vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet - vom 1. November bis 31. März montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr. Die nächste Aktion im Steinzeitdorf ist am 20. und 21. August ein Kunsthandwerkermarkt von 10 bis 18 Uhr. Informationen bietet die Internetseite www.steinzeitdorf-kussow.de.

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