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Reise und Tourismus

12. Dezember 2017 | 01:51 Uhr

Ratgeber : Ohne Stress auf die Urlaubsinsel

vom

Beim Blick nach draußen steigt die Sehnsucht nach dem Süden. Damit die Urlaubsfreuden nicht durch kleinere und größere Probleme getrübt werden, sollte man einige Regeln und Tipps beachten.

svz.de von
erstellt am 21.Jun.2011 | 10:27 Uhr

Beim Blick nach draußen steigt die Sehnsucht nach dem Süden. Zum Glück sind die Ferien nicht mehr weit. Damit die Urlaubsfreuden nicht durch kleinere und größere Probleme getrübt werden, sollte man einige Regeln und Tipps beachten.

Ausweis
Es ist die Horrorvorstellung jedes Urlaubers: Nach der Ankunft am Flughafen stellt er fest, dass der Personalausweis abgelaufen ist. Zum Glück muss Mann oder Frau dann nicht gleich die Segel streichen. Bei der für die Passkontrollen zuständigen Bundespolizei gibt es Ersatzdokumente und das ziemlich schnell. Wenn man seine Identität nachweisen kann - zum Beispiel durch das abgelaufene Dokument - wird ein Reiseausweis als Passersatz ausgestellt. Für 8 Euro ist er binnen weniger Minuten fertig. Für Reisende aus dem EU-Ausland und der Schweiz wird stattdessen ein Notreisepass ausgestellt. Der kostet 25 Euro. Die Nutzung dieser Dokumente, für die auch online ein elektronischer Antrag gestellt werden kann, erfolgt allerdings auf eigene Gefahr. Sie berechtigen zur Einreise nach und zur Ausreise aus Deutschland. Andere Länder sind aber nicht verpflichtet, sie zu akzeptieren. Eine Liste von Staaten, die die Papiere anerkennen, gibt es auf der Internetseite der Bundespolizei (bundespolizei.de).

Selbst wenn für die Einreise in ein Land ein Reisepass notwendig ist, kann es kurzfristige Hilfe geben. Die großen Flughäfen haben Vereinbarungen mit Passämtern, die den grünen vorläufigen Reisepass ausstellen. Dafür werden aber Passbilder benötigt, und die Aktion dauert zwei bis drei Stunden.

Fahrt mit Babys
Eltern mit Säuglingen sollten bei der Planung von Urlaubsfahrten an die Gewohnheiten des Nachwuchses denken. Wer passend zu dessen Schlaf- und Essrhythmus losfährt, erspare allen Familienmitgliedern viel Stress, erläutert der ADAC. Zu lange dürfe die Reise auf keinen Fall dauern: Mehr als 500 Kilometer sind für Babys zu viel. Wichtig sei außerdem, mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit und ohne abrupte Bremsmanöver zu fahren.

%_rot-auszeichnung_%Gepäck%__rot-auszeichnung_%Mit zu viel Reisegepäck im Kofferraum und auf dem Dach verändern sich die Fahreigenschaften eines Autos erheblich. Das haben Fahrversuche des ADAC ergeben. Am Beispiel eines überladenen Skoda Octavia Kombi mit Dachbox zeigte sich, dass Fahrzeuge beim Ausweichen mit 90 Kilometern pro Stunde nicht mehr vollständig kontrollierbar sind. Das ESP brachte bei dem mit 80 Kilogramm überladenen Fahrzeug, bei dem das Gepäck auch noch ungünstig positioniert war, keine ausreichende Stabilität mehr.

Damit der Autofahrer ungefähr weiß, wie viel Kilogramm Gepäck er einlädt, sollte er die schweren Gepäckstücke wiegen. Zusammen mit dem Gewicht der Mitfahrenden (ohne Fahrer) darf die zulässige Zuladung (meist bei rund 400 bis 500 Kilogramm) nicht überschritten werden. Die Dachbox sollte mit leichtem Gepäck gefüllt werden, weil sie den Schwerpunkt des Autos verändern kann. Schweres Gepäck kommt in den Kofferraum, und zwar möglichst weit nach unten. Ein niedriger Schwerpunkt bringt dem Fahrzeug mehr Stabilität.

Impfungen
Wenn einer eine Reise tut, sollte er sich über notwendige Impfungen informieren - und zwar frühzeitig vor Reiseantritt. In der Regel dauert es nämlich eine Weile, bis der Schutz vor einer Infektion aufgebaut ist. Durch eine Impfung könne man sich beispielsweise vor Gelbfieber sowie Hepatitis A und B schützen. "Wichtig ist auch zu überprüfen, ob die Grundimpfungen etwa gegen Wundstarrkrampf, Keuchhusten oder Diphtherie noch wirksam sind", sagt Tropenmediziner Thomas Löscher vom Berufsverband deutscher Internisten. Nach Aussage von Bettina Flörchinger, Ärztin am Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf, ist bei Fernreisen eine qualifizierte reisemedizinische Beratung zu empfehlen: "Viel hängt vom Reiseziel ab. Senioren, die an einer Kreuzfahrt teilnehmen, sollten sich zum Beispiel gegen Pneumokokken und Grippe-Erreger impfen lassen." Urlauber, die es nach Indien zieht, sollten ihren Impfschutz gegen Kinderlähmung überprüfen.

Beliebte Reiseländer am Mittelmeer, in Osteuropa und in Asien gehören zu den Risikogebieten für eine Hepatitis-A-Infektion. Ein Impfschutz gegen diese Form der Leberentzündung lässt sich auch noch kurz vor der Reise aufbauen. Das dauert nach der Spritze etwa zehn Tage.

Für viele Regionen auch in Deutschland und Österreich ist eine Impfung gegen die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME sinnvoll.

Koffer

Kofferpacken ist eine Wissenschaft für sich und für manch einen fast schon ein Grund, zu Hause zu bleiben. Einfacher wird es mit einer Packliste. Einmal im Computer abgespeichert, lässt sie sich jedes Jahr - bei Bedarf modifiziert - wieder nutzen. Ein Problem bleibt trotzdem: Wie bekomme ich möglichst viele Sachen in den Koffer hinein und diese möglichst faltenarm wieder heraus? Es kommt auf die richtige Technik an. Hemden und Blusen faltet man am besten über Seidenpapier. Pullover und T-Shirts bekommen gerollt weniger Falten und können Lücken im gepackten Koffer füllen. Socken kann man in Schuhe stopfen oder nutzen, um die Schultern von Jackets auszupolstern. Krawatten werden ebenfalls am besten gerollt. Schuhe und andere hohle Gegenstände sollten gefüllt werden.

Was bei der Autofahrt fast egal ist, kann bei Flugreisen zum finanziellen Reinfall werden: das Gewicht der Koffer. Wie viel ein Koffer wiegen darf und wie viele Gepäckstücke pro Passagier kostenfrei mitgenommen werden, ist von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich. Darüber muss man sich im Vorfeld informieren. Die Kilogramm-Grenze sollte man nicht schon auf der Hinreise ausreizen. Souvenirs, Kleidung oder Bücher, die man im Urlaub gekauft hat, aber auch feuchte Handtücher vom letzten Bad im Meer lassen das Gewicht steigen. Für das Übergepäck werden dann saftige Aufschläge verlangt. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt sich eine kleine Federzug-Waage mit.

Maut
Wer in den Ferien in Richtung Süden schnell und günstig über die Alpen will, kommt an den mautpflichtigen Transitstrecken nicht vorbei. Aus Sicht des ADAC lohnt sich das Ausweichen auf gebührenfreie Nebenstrecken selten. Höhere Spritkosten, längere Fahrtzeiten und Verkehrsbeschränkungen machen die Reise umständlich und kostspielig. Wer Ermäßigungen nutzt und auf Video maut umsteigt, spart Geld und Zeit. Für einige wichtige Verbindungen kann man Vignetten, Maut- oder Videomautkarten schon vor dem Urlaub beim ADAC kaufen.

Notruf
In den meisten europäischen Ländern gilt für Rettung oder Polizei die Telefonnummer 112, unter der man im Ausland häufig sogar Hilfe in der eigenen Sprache bekommt. In der EU gilt die 112 in allen Mitgliedsländern. Außerhalb der EU gibt es uneinheitliche Regelungen. Urlauber sollten sich vor Reiseantritt auch die Nummer der jeweiligen deutschen Botschaft notieren. Bei Verlust der Dokumente oder Schwierigkeiten im Ausland kann es wichtig sein, diese schnell zu erreichen.

Reiseapotheke
Am wichtigsten sind zunächst die Medikamente, die der Reisende regelmäßig einnehmen muss. Welche Pillen, Tropfen, Salben und Säfte darüber hinaus ins Gepäck sollten, hängt von der Art des Urlaubs, dem Urlaubsort und dem Gesundheitszustand des Einzelnen ab. Auf jeden Fall sollten Mittel gegen Schmerzen und Fieber, gegen Durchfall, Schnupfen, Übelkeit und Erbrechen sowie gegen Sonnenbrand und Insektenstiche dabei sein.

Tanken
Tanken ist europaweit teuer. Dennoch gibt Unterschiede im Preisniveau. Spitzenreiter beim Benzin sind die Niederlande. Dort kostet der Liter Super 1,73 Euro. Vergleichsweise günstig tankt man Super in Slowenien (1,28 Euro) und in Polen (1,29 Euro). Deutsche Autofahrer, die in Richtung Italien unterwegs sind, sollten die österreichischen Tankstellen besuchen. Dort ist Superbenzin laut ADAC 16 Cent billiger als in Italien.

Zahlungsmittel
"Das Beste ist, sich nicht nur auf ein Zahlungsmittel zu verlassen", sagte Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ganz ohne Scheine oder Münzen im Portmonee sollte niemand in den Urlaub starten. "Etwa ein Drittel der Reisekasse sollte Bargeld sein", rät Oelmann. Damit könne die Taxifahrt zum Hotel oder das erste Abendessen bezahlt werden. Wer außerhalb Europas unterwegs sei, sollte bereits zu Hause Geld umtauschen. Neben dem Bargeld sollten Reisende ihre Bankkundenkarte, die frühere EC-Karte, und eine Kreditkarte dabeihaben. Man sollte sich aber nicht nur auf die Karten verlassen, sagt Oelmann. Wer viel im Ausland abhebe, riskiere, dass ihm die Karte gesperrt werde. Kunden sollten sich bei ihrer Bank über die Nutzungsmöglichkeiten im Ausland informieren. Bei Kreditkarten sollte der Verfügungsrahmen erfragt werden. Um sich vor einem größeren Schaden zu schützen, notieren sich Reisende die Telefonnummern, unter denen die Kredit- oder Kundenkarten gesperrt werden.

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