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Reise : Neuseelands Schatzküste: Eine Welt für sich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Felsenschlucht im Norden und drei Hochgebirgspässe sind die einzigen Zugänge zur dünn besiedelten Westküste des Landes.

Der schmale Streifen zwischen der Tasman See und den Südalpen ist eine Welt für sich: Über den herandonnernden Wellen steht die sprühfeine Brandungsgischt in der salzigen Luft, die menschenleeren Strände sind mit Tang und Treibholz übersät, moosbedeckte Bäume werden vom ewigen Westwind zu bizarren Skulpturen geformt, aus jeder Felsspalte wuchert Grünes und mächtige Farne spreizen ihre Riesenfinger.

Vieles von der Siedlungsgeschichte versank längst wieder in der üppigen Flora: verfallende Dörfer, ausgebeutete Gold- und Kohleminen, gescheiterte Farmversuche. Wo Mitte des 19. Jahrhunderts viele Tausend Goldsucher Kleinstädte in den undurchdringlichen Busch bauten und am Wochenende ihren Streit über Gold und den rechten Glauben auf der Straße austrugen, zirpen heute Zikaden. Einige dieser historischen Zeugnisse wurden liebevoll restauriert.

Geblieben ist auch ein besonderer Menschenschlag. Der „Westcoaster“ ging mit seinen Charakterzügen und seiner Lebensart in die neuseeländische Folklore ein: Abgehärtet durch Wetter und wirtschaftliche Notzeiten, bodenständig, aggressiv aber freundlich, gastfreundlich, freiheits- und bierliebend. Seit Beginn der europäischen Besiedlung blieb die Erschließung der Region jenen zähen Einzelgängern vorbehalten.

Der aus Oxford stammende Landvermesser Thomas Brunner kroch vor gut 160 Jahren zusammen mit seinem Maori-Scout Kehu durch die unwegsamen Schluchten der Westküsten-Region. „Zwei oder drei Meilen ist das Äußerste, was in dieser Landschaft täglich zu schaffen ist”, schrieb er während seines Fußmarschs ins Tagebuch. Auf dem State Highway 6 geht es heute wesentlich schneller. Auf der Fahrt nach Süden warten diverse Schätze, seien es nun wertvolle Mineralien, eigenwillig geformte Steine oder glitzernde Landschaften aus Eis.

Zu den viel bestaunten Kuriositäten, die Wind und Wasser am Dolomite Point bei Punakaiki modelliert haben, gehören die Pfannkuchen-Felsen, die Pancake Rocks. Im kleinen Städtchen Hokitika gilt der nahegelegene Arahura River für die Maori als große Fundstätte für Jade. In Ross halten sich hartnäckig die Gerüchte um neue Goldfunde.

Gewaltige randvolle Regenwolken, darunter Gletscher, dichter grüner Dschungel und grandiose Fjorde. Nirgendwo sonst auf der Erde liegen so viele Naturschätze so dicht nebeneinander.

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