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Reise und Tourismus

18. August 2017 | 20:13 Uhr

Lettland : Naturparadies an der Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf Entdeckungstour von der lettischen Hauptstadt Riga nach Kurland.

Vorbei am Badeort Jurmala mit Jugendstilvillen und Ballermann-Promenade geht es von Riga ins stille Kurzeme (dt. Kurland), die westlichste der vier Regionen Lettlands. Ihr Name, den sie dem baltischen Volk der Kuren verdankt, klingt nicht nur in deutschen Ohren nach Erholung. Jede Straße, jeder Weg auf der Kurischen Halbinsel endet irgendwann an den endlosen, fast immer einsamen Sandstränden der West- und Nordküste oder einem von Findlingen überhäuften Uferabschnitt der Rigaer Bucht.

Dazwischen formen sich Landschaften aus Dünen und Heide, hügeligen Wäldern und Storchenwiesen, Mooren, Flüssen und Seen. Am Kap Kolka, wo die offene Ostsee und der Meerbusen aufeinander stoßen, hütet der Slitere Nationalpark seine Schätze: verlandete Dünen, versumpfte Wälder – im Sommer voller Pilze und Beeren. Im Südwesten im Naturpark Pape kann man Wildpferde und Waldbisons beobachten.

Neben größeren Hafenstädten wie Liepaja und Ventspils lädt das verträumte Kuldiga zum Bummeln ein. Für kurze Zeit regierten die kurländischen Herzöge von hier aus ihr Reich. Ihr malerisch-ländliches Gepräge bewahrt die einstige Residenzstadt bis heute. Dank ihrer alten Holzhäuser, schmalen Gassen und Kanäle war und ist Kuldiga eine beliebte Filmkulisse.

Ein fesselndes Naturschauspiel setzt im Hochsommer allmorgendlich die Venta bei Kuldiga in Szene, wenn sich der fischreiche Fluss über die 240 Meter breite und zwei Meter hohe Stromschnelle „Ventas rumba“ ergießt. Im Frühnebel wirkt der „breiteste Wasserfall Europas“ noch viel höher und mächtiger. „Fliegende Fische“ glitzern im Sonnenlicht. Leute baden und lassen sich von dem herabstürzenden mineralhaltigen Wasser massieren. Eine Backsteinbrücke aus dem 19. Jahrhundert und der Burgberg mit seinem Skulpturenpark machen die Bilderbuchidylle perfekt.

Auf dem 600-jährigen Weinberg in Sabile reifte lange der nördlichste Wein der Welt. Leider gibt es den raren Rebsaft nur zum Weinfest im August. Ein Besuch des Städtchens an der Abava lohnt dagegen immer. Gleich daneben liegt Kunsthof Pedvale mit Werken aus aller Welt. Sandsteinhöhlen, deren Wände mit eingeritzten Zeichen übersät sind, befinden sich wenige Kilometer flussaufwärts im Wald. Es sind die „Maras kambari“, eine uralte Opferstätte, wo die alten Balten ihre Göttin Mara verehrten.

Ein eher modernes Kultobjekt in Krokodilgestalt erinnert in Dundaga an den dort geborenen Ethnologen und Reptilienjäger Arvids Blumentals. 1945 ging er ins australische Exil, wurde als Crocodile Harry berühmt und lieferte die Idee für den späteren Hollywoodfilm „Crocodile Dundee“.

Infos: www.latvia.travel/de

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erstellt am 14.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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