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Reise und Tourismus

24. Oktober 2017 | 04:24 Uhr

Südkärnten : Mönche, Künstler und Mäzene

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Museumswandern in Südkärnten – drei Etappen, drei Museen und ganz viel Natur.

Zugegeben: Orientierungssinn ist unterwegs gefragt, denn es gibt für die Rundwanderung kein eigenes Symbol. Es lohnt sich dennoch, aufzubrechen: Ausgestattet mit guten Karten starten wir beim Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal zur längsten der drei Wegstrecken. Das Ziel Bleiburg liegt gute 20 Kilometer entfernt. Nach der Überquerung des Johannesbergs und des Eisensattels führt der Weg hinunter an die Drau, die einen immer wieder begleitet.

In der kleinen Stadt Bleiburg, nicht weit von der Grenze zu Slowenien, liegt das Werner-Berg-Museum am Hauptplatz (Montag geschlossen). Zu sehen ist darin das Lebenswerk des in Deutschland geborenen Künstlers (1904-1981), der sich nach seiner Ausbildung in der Südkärntner Region niederließ und sein gesamtes Schaffen dem Kärntner Unterland widmete. Nur wenige Schritte entfernt sind Museumswanderer gut aufgehoben im „Alten Brauhaus“ bei der Familie Breznik.

Über den Kömmelgupf geht es am nächsten Tag nach Neuhaus (15 km). Einsam durch den ruhigen Wald und mitten durch ein Meer von Schwarzbeersträuchern führt die Route. Dazwischen wunderschöne Ausblicke ins Jauntal. Unten im Dorf Neuhaus warten im ältesten Gasthaus „Hartl“ Köstlichkeiten aus „Hadn“. Das Wort Hadn stammt aus dem Volksmund der Südkärntner und bedeutet Buchweizen. In Neuhaus treffen Drauweg-Radler, Jakobsweg-Pilger und Museumswanderer aufeinander. Ein kurzer Fußweg ist es noch bis zum Liaunig-Museum, einem Privatmuseum für zeitgenössische Kunst (geöffnet Mittwoch bis Sonntag). Weit sichtbar fällt es durch seine architektonische Raffinesse auf. Zu sehen ist die Sammlung des Kärntner Industriellen Herbert W. Liaunig. Die Hauptausstellung 2016 heißt „Augen-Blicke“ und präsentiert sowohl Neuerwerbungen als auch noch nie gezeigte Werke. Ein Skulpturenpark wird demnächst auf einer Wiese über dem großteils unterirdisch gelegenen Museum eröffnet.

Start zur letzten Etappe mit Ziel St. Paul (16 km): Man kann die Etappe problemlos um etwa fünf Kilometer verkürzen, bis Lavamünd mit dem Bus fahren und dort den Weg direkt an der Brücke über die Drau beginnen. Im Bereich des Sportplatzes und der Stauseearena gibt es eine Anlegestelle, von der aus Floß-Fahrten nach Dravograd (Slowenien) angeboten werden. Dann geht es wieder aufwärts, und der Aufstieg wird an der alten Waidegger Kapelle mit einer Traum-Aussicht, Holzbank und Tisch belohnt. Der Blick reicht auf die Koralpe, Lavamünd und die Drau bis nach Slowenien und ins Jauntal.

Bald kommt der Josefsberg in Sicht, der schon zu den St. Pauler Bergen gehört. Der Weg führt durch das Gehöft des Gasthauses Johannesmesner. Beim Abstieg nach St. Paul liegt das mächtige Stift vor uns, gesäumt von den vielen blühenden Obstbäumen, für die das Lavanttal dank seines milden Klimas so bekannt ist. Eingebettet in die fruchtbare Landschaft erhebt sich auf einem Felskegel das Stift St. Paul. Das „Schatzhaus Kärntens“ nahm einst für die Kolonisation des Ostalpenraums einen besonderen Rang ein. Schwerpunkt ist dieses Jahr das 925-jährige Bestehen – der Besuch ist ein Streifzug durch die europäische Geschichte und macht das letzte Ziel der Wanderung zu einem Museumsjuwel.

Infos & Region: www.klopeinersee.at, www.outdooractive.at

 

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