Schweden : Mit Rentier Aske auf die Piste

Den Winter erleben: Das kann man in Idre Fjäll auf Alpinskiern, beim Langlaufen oder Schneeschuhwandern.
Den Winter erleben: Das kann man in Idre Fjäll auf Alpinskiern, beim Langlaufen oder Schneeschuhwandern.

Im schwedischen Idre Fjäll gibt es Skispaß für die ganze Familie.

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10. März 2018, 16:00 Uhr

Ganz schön steil ist es hier. Ich sitze in der Pistenraupe, und es geht langsam in die Tiefe auf dem Tävlingsbacken. Übersetzt heißt das Wettkampfpiste, und diese schwarze Abfahrt im mittelschwedischen Skigebiet Idre Fjäll habe ich mich in den ersten zwei Tagen meiner Skiwoche noch nicht auf Brettern hinuntergetraut. Meine skifahrerische Heimat sind eher die blauen und roten Pisten.

Aber beim Pistenraupentermin, der immer dienstagabends angeboten wird, kennt Niklas keine Gnade. Es geht steil bergab. „Nebenan auf Djärven müssen wir die Seilwinde einhaken, wenn wir da runterfahren. Aber hier geht es bei guten Schneeverhältnissen auch so“, behauptet der Pistenpfleger. Er muss es wissen. Denn er fährt hier Nacht für Nacht bergauf, bergab, um den Gästen im drittgrößten Skigebiet des Landes beste Bedingungen zu verschaffen.

In diesem Jahr sind sie richtig gut. Der Schnee liegt schon seit Monaten so hoch wie nie, und Anfang Februar hat es noch einmal kräftig geschneit. Doch eigentlich ist der Winter in Idre Fjäll immer schneesicher. „Wir liegen weit im Land, rund 350 Kilometer von der Nordsee entfernt“, erklärt Mats Lennartson, Marketingchef des Skigebiets. Das kontinentale Klima sorgt für lange Winter.

Training für Profis und Einsteiger

Schon Mitte Oktober beginnt hier die Saison. Dafür wird Schnee vom Vorwinter unter Planen aufgespart. Die ersten, die kommen, sind die Skiprofis – Nationalmannschaften aus verschiedenen Ländern, die sich auf die Alpinsaison vorbereiten. Im Januar findet hier ein Weltcup-Wettbewerb im Skicross statt. Diese junge Sportart ist in Schweden besonders populär – und so testen auch viele Skiurlauber auf der roten und der einfacheren blauen Skicrossbahn ihre Fähigkeiten aus. Kinder und Jugendliche lieben die rasanten Kurven.

Im Februar beginnt die Hochsaison in Idre Fjäll mit den Skiferien in Dänemark und Schweden. Dann kommen vor allem Familien. Das Skigebiet ist besonders gut für alle, die in den Winterurlaub hineinschnuppern wollen. Langsam entdecken auch immer mehr deutsche Skifahrer, dass man in Schweden gut und oft günstiger als in den Alpen dem Wintervergnügen nachgehen kann.

Die Kinder werden von dem Maskottchen Aske begrüßt. Aske ist ein Rentier. Die tierischen Kollegen von Aske sieht man hier zwar nur im Sommer, denn im Winter ist es ihnen zu verschneit und sie klettern weiter nach oben in die Berge, wo der Wind ihnen das Futter freibläst.

Doch Aske harrt aus und taucht immer wieder auf – als Kuscheltier oder als hölzernes Tor zum Askeland, in dem die jüngsten Skifahrer Askes Freunden begegnen. Kinder und Ski-Anfänger können auf Idres Pisten langsam Fortschritte machen. Unter den 40 Abfahrten gibt eine breite Auswahl von ganz leicht – grün – bis extrem steil – doppelschwarz.

Die steilste Piste Schwedens

Am dritten Tag wage ich mich auch auf den Tävlingsbacken. Die Schwierigkeit liegt hier in der Neigung – so wie Pistenraupenfahrer Niklas es schon erklärt hat – und diesen Wettkampf mit der Piste gewinne ich. Also gehen wir einen Schritt weiter: Djärven – das schwedische Wort bedeutet tapfer, verwegen, draufgängerisch.

Anfangs geht es noch ganz seicht bergab, dann wird es etwas steiler. Als ich glaube, dass ich diese verwegene Piste locker schaffe, tut sich jedoch ein Abgrund vor mir auf. Schwung für Schwung hangele ich mich langsam bergab und erreiche mit Herzklopfen den Sessellift. Dabei ist diese Piste noch gar nichts gegen die doppelschwarze „Chocken“ – der Schock, die steilste Piste Schwedens. Auf diese Herausforderung werde ich aber verzichten.

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