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Reise und Tourismus

20. Oktober 2017 | 05:28 Uhr

Nizza : Lichtkur für Wintermüde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nizza, die Metropole der Côte d’Azur, ist auch zur kalten Jahreszeit schön.

„Als ich begriffen hatte, dass ich dieses Licht jeden Morgen wiedersehen würde, konnte ich mein Glück kaum fassen“, schwärmte schon Matisse. Im Winter 1916 war er erstmals nach Nizza gekommen. Damals waren sommerliche Badeferien am Mittelmeer noch nicht en vogue. Man kam im Winter aus Paris, London, St. Peterburg, um im milden südfranzösischen Klima dem endlosen Grau der kalten Jahreszeit zu entfliehen. Im Stadtteil Cimiez entstanden gigantische Hotelpaläste im Belle Epoque-Stil. Auf dem Kuppeldach des „Régina“ ragte die englische Krone auf – Hommage an Königin Victoria, die zu den treuen Gästen zählte. Auch Matisse wohnte und arbeitete hier in einer Zimmerflucht von 400 qm. Nur einen Steinwurf entfernt, zwischen der römischen Arena und den antiken Thermen, findet sich heute das ihm gewidmete Museum inmitten eines Olivengartens. In der Ferne leuchtet das Meer in kräftigem Azur.

Zu Fuß lässt sich Nizza am besten entdecken. Die Bühne des Alltagslebens ist der Cours Salaya. Gegeben wird eine Operette mediterraner Lebenskunst. An den Marktständen sind Obst und Gemüse zu bukolischen Stillleben gehäuft, funkeln kandierte Früchte in allen Farben, betören Blumenbouquets das Auge. Im Winter duften hier vor allem die sonnengelben Mimosen. Das Mittagessen kann man im Freien einnehmen.

„Promenade des Anglais“ heißt der Laufsteg der Stadt. Damen mit Hut und Handschuhen sowie Hündchen mit glitzernden Halsbändern flanieren neben rastlosen Joggern. Den Namen hat der Boulevard am Meer aus jener Epoche, als das Wort „Engländer“ noch für Ausländer schlechthin stand.

Kulturell ist Nizza ganz groß. Nur Paris übertrifft die Mittelmeer-Metropole mit ihren mehr als einhundertfünfzig Museen. Wenn es doch einmal regnet, kann man sich zur Kunst flüchten. Ins Chagall-Museum etwa, ebenfalls im hochherrschaftlichen Stadtteil Cimiez gelegen. Oder ins Musée d’Art Moderne et d’Art Comtemporain (kurz MAMAC genannt), schon wegen der blauen Bilder von Yves Klein. Vom Dachgarten hat man eine fantastische Aussicht über die ganze Stadt.

Am Abend haben sich die Wolken verzogen. Das Meer leuchtet nun in Yves Kleins Ultramarin. Und der Himmel verglimmt in hoheitlichem Königsblau.



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