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Urlaub : Krise in Thailand: Tipps für Reisende

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Militär in Thailand hat sich an die Macht geputscht / Fragen und Antworten zu Stornierungen oder Einschränkungen

Der Konflikt in Thailand dauert an:  Am Donnerstag übernahm das Militär die Macht. Seitdem gilt im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Davon sind Touristen genauso betroffen wie Einheimische. Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten Proteste und gewaltsame Auseinandersetzungen. Antworten auf die wichtigsten Fragen für Reisende:

 

Wie sieht aktuell

die Lage im Land aus?Das öffentliche Leben in Bangkok verläuft bislang weitgehend normal, meldet das Auswärtige Amt in Berlin. Allerdings gebe es zum Teil erhebliche Verkehrsbehinderungen. Reisende sollten deshalb ausreichend Zeit für Transfers zum Flughafen einplanen. Am Internationalen Flughafen Bangkok, dem Airport Suvarnabhumi, herrsche derzeit normaler Betrieb. Reisende, die zum Flughafen müssen oder vom Flughafen zum Hotel wollen, sind von der Ausgangsperre zwischen 22 und 5 Uhr ausgenommen. Sie sollten jedoch alle Reisedokumente wie Flugschein, Pässe oder Hotelbestätgigung mit sich führen. Aus Phuket berichten Touristen, dass sie von den Vorgängen im Land bislang kaum etwas mitbekommen. Aushänge in Hotels gebe es nicht, auch keine Kontrollen oder Militärpräsenz. Die Lage sei insgesamt sehr ruhig, es herrsche Normalbetrieb.

 

Gelten besondere Verhaltensregeln? Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden in Thailand nachdrücklich, Demonstrationen und Menschenansammlungen insbesondere im Bangkoker Stadtgebiet sowie in ganz Thailand zu meiden. Sie sollten sich anhand der Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sowie der Medien über die aktuelle Entwicklung informieren. Außerdem sollten sie den Anweisungen der Sicherheitsorgane sowie dem Rat des Reiseveranstalters Folge leisten.

 

Sollte ich eine

bereits gebuchte
Thailand-Reise

stornieren? Pauschal lässt sich das derzeit nicht beantworten. Reiserechtler Paul Degott rät zur Kontaktaufnahme mit dem Reiseveranstalter: „Gerade bei Reisen, die vom Nachtleben geprägt sind, bedeutet die Ausgangssperre schon eine erhebliche Einschränkung“, gibt er zu bedenken. Das könne etwa Bangkok- oder Pattaya-Urlauber betreffen. Auch längere Ausflüge, die nun möglicherweise von Kontrollen behindert werden, heben die Urlaubsfreude nicht. „In diesen Fällen zeigt der Reisveranstalter vielleicht Einsicht, wenn man sich nach Umbuchungsmöglichkeiten erkundigt.“

Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg kommt zu einer sehr ähnlichen Einschätzung, sieht die Veranstalter aber schon jetzt stärker in der Pflicht: „Für reine Bangkok-Urlauber stellt die aktuelle Situation einen erheblichen Mangel dar – hier muss eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung möglich sein.“ Fällt ein stark beworbenes Highlight der Reise durch die Ausgangssperre weg oder erreichen die Urlauber den Flughafen zu spät, um noch ins Hotel zu gelangen, sei das ein Grund für den Rücktritt von der Reise aufgrund erheblicher Mängel, so Fischer-Volk. Individualtouristen empfiehlt die Expertin, mit Hoteliers über eine mögliche Verschiebung des Aufenthalts zu verhandeln. Flugkosten bekämen sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht erstattet, da die Flüge normal durchgeführt würden.

 

Wie reagieren die Veranstalter auf die Situation? „Unsere Mitarbeiter vor Ort melden uns, dass unsere Gäste bislang keine Einschränkungen hinnehmen müssen“, sagt Anja Braun vom Veranstalter Tui. Dennoch bietet das Unternehmen die Möglichkeit kostenloser Umbuchungen an. Das Angebot gilt für Kunden, deren Thailand-Reise in den kommenden sieben Tagen gestartet wäre, die diese aber nicht antreten möchten. „Von der nächtlichen Ausgangssperre sind Urlauber, die sich in Bangkok-Stadt aufhalten, sicherlich am stärksten betroffen“, so Braun. Für Badeurlauber gebe es bislang keine Einschränkungen, weshalb sie hier nicht mit Umbuchungen rechnet.

Keine Einschränkungen sieht derzeit Mathias Brandes von Thomas Cook/Neckermann. Die beiden Reiseveranstalter reagieren deshalb bislang nicht auf die Entwicklungen in Thailand. Die meisten Touristen würden Bangkok ohnehin nur als Zwischenstopp nutzen, die große Zahl der Gäste befinde sich in Phuket. Kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen sind auch bei DER Touristik bislang nicht möglich.

 

Wie viele deutsche Touristen befinden sich überhaupt vor Ort? Relativ wenig: Tui spricht etwa von 59 Tui-Gästen in Bangkok. „Die Hauptsaison ist im Winter, jetzt, in der Nebensaison, befinden sich nur noch vergleichsweise wenige Touristen im Land“, sagt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV).

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