Naturschauspiel : Island: Ein Outdoor-Erlebnis der besonderen Art

Jón genießt die unendliche Ruhe seines Lieblings-„Hot Pot“ im unwegsamen isländischen Nirgendwo.
Jón genießt die unendliche Ruhe seines Lieblings-„Hot Pot“ im unwegsamen isländischen Nirgendwo.

svz.de von
10. April 2015, 22:20 Uhr

Ein faszinierendes Naturschauspiel hier mitten in dieser Einöde im Südwesten von Island. Da strahlt die Sonne über den verschneiten Gipfeln der abgelegenen Hochebene Skarðsheiði am wolkenlosen Himmel und die Luft ist klar. Nur kurze Zeit später zieht eine bedrohliche Wolkenfront auf und trägt Hagelkörner waagerecht heran.

Aus unserem mollig warmen Defender genieße ich den malerischen Ausblick ganz für mich allein, während Jón draußen das Abschleppseil von unserem Land Rover an den stehen gebliebenen Landy hängt, um ihn rückwärts den kurzen, steilen Berg hinauf zu ziehen. Er will partout nicht mehr anspringen. Nur ein paar Minuten später nagelt der bekannte Vierzylinder-Diesel wieder, den Gerhard aus unserer kleinen Gruppe fährt. Dabei sind wir mit vier dieser exklusiven, unverwüstlichen Briten in diesem unwirklichen Mekka der Geländewagenfahrer unterwegs.

Da mahlen sich die bulligen Pneus unter ihren ausladenden Verbreiterungen mit eingelegter Untersetzung unglaublich gut und unerwartet kraftvoll über mächtige Steine und Eisplatten auf diesem unbefestigten Weg und scheuen sich nicht davor, aus einem knöcheltiefen Bachlauf ein gut einen Meter hohes, verharschtes Schneefeld nach mehreren Anläufen zu erklimmen. Dass das alle „Ersttäter“ ohne jegliche Offroad-Erfahrung mit Bravour schaffen, verdanken sie Jón, den man hier auf Island auch den „Indiana Jones von Island“ nennt. Er gibt ihnen die präzisen Anweisungen über Funk.

Damit die Natur nicht zu arg belastet wird, so erklärt Jón, ist das Verlassen der Wege unter strenge Strafe gestellt. Denn, so erfahren wir, die empfindliche Erdkrume benötigt mit ihrem dünnen Moospolster und den zarten Flechten auf schwarzen Lavafelsen über zehn Jahre, um sich von solchen Reifenschäden wieder zu erholen. Und das nimmt die verschworene isländische Gemeinschaft – deren Insel näher an Grönland als an Schottland liegt – sehr ernst.

Ernst nahmen die Isländer auch Mitte der 1970er Jahre die Bedrohung durch britische Trawlerflotten, die vor ihrer Haustür die reichen Fischbestände plünderten. Weltweit setzte sich das kleine Inselreich mit ihrer proklamierten 200-Seemeilen-Zone durch. Darauf ist man noch heute stolz.

Wie so oft auf Island übernachten wir mitten auf dem Land auf einer Farm. Und da uns die Sonne den ganzen Tag begleitet hat, war das nächtliche Wetterleuchten für uns schon fast selbstverständlich. Doch als das wunderschöne Naturschauspiel dann plötzlich über unseren Köpfen hoch oben am Himmel beginnt, stehen wir staunend unter diesen gigantischen Magnetfeldern, die von der Sonne erzeugt werden.

Wie dann am letzten Tag auf der Rückfahrt der mächtige Krater Eldborg in der Gegend um Myrar am Horizont auftaucht, da verrät uns Jón, dass er ihn „El Sombrero“ nennt – irgendwie erinnert er ihn an diesen mexikanischen Hut. Und dann verlässt er die geteerte Straße und biegt mit uns wieder auf einen der löchrig holprigen Wege dieser nordischen Urlandschaft ein. Und inmitten dieses unwegsamen Nirgendwo freut er sich dann auf seinen Lieblings „Hot Pot“, seinen Naturpool mit angenehm warmem Thermalwasser in dieser Stille. Und der ist inmitten einer sumpfigen Umgebung nur schwer zugänglich. Genüsslich schaut er aus dem wohltuenden Geo-Thermalwasser heraus auf seine Schützlinge, die sich nicht getraut haben, über die wackeligen Steine im knöcheltiefen Wasser zu ihm hinüber zu kommen. „Welch ein Labsal“, seufzt er.


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