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Reise und Tourismus

13. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Unterwegs in MV : Immer entlang der Ostsee

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2015 | 16:00 Uhr

Bernd Ploigt ist seit sechs Jahrzehnten mit dem Fahrrad unterwegs. Nach einem Tipp befragt, brauchte er nicht lange zu überlegen: Der Ostseeküstenfahrradweg ist für ihn erste Wahl, und zwar am Besten von West nach Ost, um den Wind möglichst oft im Rücken zu haben.

Wer die kompletten 670 Kilometer fahren will, wird dabei auch die Inseln Poel und Rügen umrunden. Für Letztere sollte man sich jedoch ein paar Tage extra Zeit nehmen.

Unser Tourenempfehlung – geradelt und für gut befunden – führt von Lübeck-Travemünde über Wismar, Rostock bis nach Stralsund und lässt die Insel-Kleinode für Extra-Fahrradtouren.

Die Etappe Travemünde-Wismar beginnt auf der Fähre über die Trave. Diese bringt den Fahrradfahrer in Nullkommanichts auf die andere Seite und schon kann es losgehen.

Direkt am Ortsausgang von Travemünde biegt man zum Küstenwäldchen ab und fährt bis Boltenhagen fast ausschließlich in Sichtweite zur Ostsee. Der Weg profitiert in diesem Bereich von seiner Unberührtheit über 40 Jahre hinweg. Er entstand erst nach 1990, ist also noch relativ neu. Unmittelbar an der Strecke liegt Groß Schwansee mit seinem beeindruckenden Schloss, das heute ein Hotel beherbergt.

Der Radweg bleibt in Sichtweite zur Ostsee, wird jedoch bis Boltenhagen bemerkenswert hügelig. Die höchsten Erhebungen Westmecklenburgs soll es hier geben. Wer ein Fahrrad mit Motor fährt, kann darüber lächeln, alle anderen überstehen es mit einer guten Gangschaltung, etwas Krafteinsatz und Gelassenheit. Geheimtipp: zur Belohnung einen vom Weg zirka drei Kilometer weiten Abstecher ins Hofcafé nach Steinbeck machen und bei frischer Landluft selbst gebackene Torten genießen.

Der Ostseeküstenradweg ist gut ausgeschildert, bietet trotzdem ein paar Möglichkeiten, sich zu verfahren. In Boltenhagen biegt er an der Ostseeallee ab in Richtung Tarnewitz. Wer geradeaus fährt, gelangt in die Ferienanlage Weiße Wiek und muss umdrehen. Auch für das Wegstück bis Wismar sollte ab und zu auf die Fahrradkarte geschaut werden. In Wismar führt der Fahrradweg in Höhe Busbahnhof und kurz vor dem Bahnhof über die Schienen. Nun geht es in Richtung Poel. An der Kreuzung Eiserne Hand ist ein Schlenker zum Salzhaff zu empfehlen. Das Betonschiff, welches hier seit über 60 Jahren im Wasser liegt, beeindruckt den Radfahrer. Aber auch die Wegeführung durch die Salzwiesen macht den Genussradler glücklich.

Der Fahrradweg ist ab Wismar flach und wird fast immer in Ostseenähe geführt. Jeder der durchradelten Orte wie Rerik, Kühlungsborn oder das einst mondäne Heiligendamm mit seinen Villen bietet reichlich Gelegenheit zum Verweilen. In Warnemünde wird mit der Fähre nach Graal-Müritz übergesetzt.

Nun liegen das Fischland und der Darß vor dem Fahrradfahrer. Dieses touristisch stark frequentierte Gebiet ist in der Hochsaison nicht wirklich zu empfehlen. Die schmalen Fahrradwege sind der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Zahl Radfahrer nicht gewachsen. Wer hier außerhalb der Ferienzeit unterwegs ist, wird wesentlich beschaulicher radeln. Das Städtchen Barth lohnt einen Besuch. Zwischen Barth und Stralsund radelt es sich vergleichsweise einsam mit schönen Blicken auf den Bodden.

Die mehrtägige Fahrradtour endet in der Weltkulturerbe-Stadt Stralsund.

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