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Reise und Tourismus

14. Dezember 2017 | 03:41 Uhr

Virginia : Im Osten Amerikas

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Virginia gehört zur Capital Region rund um Washington D.C. und bietet Natur und Geschichte.

Treffpunkt ist am Meilenstein 41.7 im Shenandoah Nationalpark, nur drei Autostunden von Washington entfernt. Die Rangerin Mara Meisel erwartet die Park-Besucher schon. „Leider spreche ich kein Deutsch, obwohl meine Vorfahren aus der Nähe von Fulda stammen.“ Ausführlich gibt sie der Besuchergruppe Hinweise für den etwa einstündigen Aufstieg zum Stony Man, einer Felsformation in 1 236 m Höhe. „Sollte uns unterwegs ein Schwarzbär begegnen, ganz ruhig bleiben, nicht direkt anschauen und einen Bogen um ihn machen.“ Mehr nicht?

Wanderfreundlich windet sich der Weg allmählich nach oben. Unterwegs erklärt Mara Bäume und Pflanzen am Wegesrand. 331 Baum- und Straucharten wachsen in dem 1935 gegründeten Nationalpark. Es gibt allerlei Kleingetier zu sehen, aber keine Bären – Gott sei Dank –, nur auf deren Spuren weist die Rangerin hin. Sie waren also hier! Mehr Glück hat die Reitergruppe am Nachmittag, die sich mit Quarterhorses auf dem Horsetrail durch den Park begibt. Sie bekommt einen großen, mehrendigen Hirschen zu sehen – vielleicht ist es der hier ansässige Weißwedelhirsch? –, aber keinen Bären.

Überall im Shenandoah Valley gibt es deutsche Spuren. Als vor 200 Jahren Siedler aus ganz Europa nach Amerika auswanderten, um hier ein besseres Leben zu führen, ließen sich viele Familien vor allem aus Süddeutschland in dieser wunderbaren Landschaft nieder, es erinnerte sie an zu Hause.

Auch John Shaffer, Direktor der größten und bekanntesten Höhle Ost-Amerikas, der Luray Caverns, blickt auf deutsche Wurzeln zurück. Über unzählige Treppenstufen steigt er mit den Besuchern in die Tiefe der Höhle. Hier unten herrschen permanent 13 Grad Celsius. Indirekte Beleuchtung rückt die Gesteinsformationen in den kathedralenartigen Räumen ins rechte Licht. Im glasklaren Wasser eines unterirdischen Sees spiegeln sich die von der Decke herabhängenden Stalaktiten aus kristallisiertem Kalkstein. Um diesem gigantischen Erlebnis noch eins draufzusetzen, wurde in einer der Höhlen die weltgrößte Orgel gebaut, indem die Töne des herabtropfenden Wassers eingefangen und dem staunenden Betrachter zu Gehör gebracht werden. Ein unglaubliches Erlebnis.

Nach so viel Erhabenem bringt eine Wanderung durch den historischen Stadtkern des nahe gelegenen Harrisonburg den Besucher wieder auf den Boden zurück: Hier gibt es im Warren-Sipe House, erbaut 1855, ein Quilt Museum mit wunderschönen Handarbeiten. Hier startet man zu einer Tour auf den Spuren des Unabhängigkeitskrieges (1861 bis 1865) innerhalb der Stadt und auf den Schlachtfeldern rund um Harrisonburg. Und hier gibt es einen Wochenmarkt, Farmers Market, wo Randy Shank einen kleinen Stand hat und Gemüse aus seinem Gewächshaus anbietet, das an das Grundstück grenzt, das einst von den Urgroßeltern Abraham Lincolns (16. Präsident der USA) besiedelt wurde und seit den 1970ern im Besitz der Shank-Familie ist. Auch wenn ein Hauch von präsidialem Glanz auf den Bohnen und Tomaten von Randy Shank liegt, größer als die Früchte und Gemüse des Nachbarstandes sind sie nicht.

Infos: Das ehemalige Lincoln-Anwesen in Linville inkl. eines Familienfriedhofes der Lincolns ist eingetragen als historische Landmarke Virginias. www.luraycaverns.com;

www.nps.gov/shen/



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