Asturien : Im Einsatz für Meister Petz

Der Kantabrische Braunbär lebt im gleichnamigen Gebirge in Nordspanien.
1 von 3
Der Kantabrische Braunbär lebt im gleichnamigen Gebirge in Nordspanien.

In den Bergen Asturiens leben die letzten Braunbären Spaniens.

svz.de von
04. Juni 2016, 21:00 Uhr

„Auf zur Bärenpatrouille! Mit etwas Glück werden wir unsere Freunde schon finden!“ Vom Bergdorf Xedre aus ist Elías Suárez mit dem Geländewagen unterwegs durch das enge Tal des Rio Narcea in Richtung des schneebedeckten Cueto Arbás in der Cordillera Cantábrica. Elías ist einer von etwa 15 Freiwilligen der Fundación Oso Pardo in der Region, einer Organisation zum Schutz der Braunbären. „Seit ich vor 11 Jahren als Bärenwächter begonnen habe, hat sich die Zahl der Tiere in der Region mehr als verdoppelt“, sagt der 33-Jährige stolz. „Damals wurden die Bären noch stark mit Fallen gejagt. Die Fundación hat mehr als 1500 davon eingesammelt. Inzwischen haben sie kaum noch etwas zu befürchten.“ Seit 1973 steht der Braunbär in Spanien unter Schutz. „Wir jagen den Bären nun nur noch als Fotomotiv“, sagt Elías.

Die Cordillera Cantábrica ist eine von Spaniens wildesten Naturlandschaften. Die Bergkette zieht sich fast 500 Kilometer von Navarra und dem Baskenland bis nach Galizien. Im Süden Kantabriens und Asturiens erreicht das Massiv eine Höhe von weit über 2  000 Metern. Abenteuerlich zerklüftet ragen die schroffen Felswände aus den Buchen- und Eichenwäldern. Kein Wunder, dass das Gebirge zum Rückzugsort für zahlreiche bedrohte Tierarten wie den Auerhahn, den Schmutz- und Bartgeier, den Iberischen Wolf und die letzten Braunbären Spaniens wurde.

Mit Aufklärungskampagnen und einer Durchsetzung höherer Strafen für Wilderei hat die Fundación inzwischen erreicht, dass die Population im Bergland von Asturien von weniger als 80 Tieren auf mehr als 200 angewachsen ist.

Elías steuert den Landrover einen steilen Hang hinauf. An einem Aussichtspunkt baut er sein Fernrohr auf. Mit scharfem Blick durchkämmt er den gegenüberliegenden Berghang. Eine Gruppe Gämsen grast an einer Steilwand. Aber die Bären lassen sich nicht blicken. Nach einer Stunde klingelt Elías' Handy. Sein Vater ist dran. Er hat zwei Bären direkt von seinem Balkon aus beobachtet. Tatsächlich. Als Elías in weniger als 20 Minuten zurück in Xedre ist, sind die Bären noch immer da. Direkt am Hang hinter dem Haus seiner Eltern buhlt ein Männchen um ein Weibchen. Elías beobachtet es konzentriert durch sein Fernrohr und lächelt. „Er wird nicht lockerlassen. Vielleicht haben wir in ein paar Monaten schon Bärenzuwachs.“
 

Infos zu Bärenbeobachtungen: www.queivitorino.com
Allgemeine Infos: www.spain.info


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen