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Reise : Ich bin dann mal weg: Der erste Urlaub ohne Eltern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer das erste Mal alleine verreist, sollte nicht einfach ins Blaue hinein buchen

Das Angebot ist groß für Jugendliche, die das erste Mal ohne Eltern verreisen wollen: Jugendreisen mit Reiseleitern oder Betreuern, Sprachreisen, Sportreisen, selbst organisierte Reisen mit Freunden. Die Unterschiede werden vor allem bei der Betreuung deutlich: „Deswegen muss ich mir überlegen, was ich will. Kann ich alleine reisen, oder brauche ich Begleitung?“, so Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Ob man besser mit einem Veranstalter oder alleine reisen sollte, hängt vom eigenen Alter, der Selbstständigkeit und der Erfahrung ab. Ein Reiseleiter beispielsweise organisiert die Reise nur. Ein Betreuer hingegen sorgt auch tagsüber für Programm, man ist unter Aufsicht.

Wer das erste Mal ohne seine Eltern wegfährt, fängt besser klein an, rät Gerth. Städtereisen über ein längeres Wochenende seien gut. Für die Entfernung gilt die Faustregel, an einem Tag hin- und zurückfahren zu können – nur für den Fall.

Gesetzlich geregelt ist ein Urlaub ohne Eltern für Minderjährige nicht. „Das können nur die Eltern entscheiden“, erklärt Undine Krebs, Anwältin für Familienrecht im Deutschen Anwaltverein. Den rechtlichen Rahmen steckt dafür das Jugendschutzgesetz ab. Eltern können die Aufsichtspflicht an die Reiseleiter oder Betreuer übertragen – Jugendliche dürften so auch länger als 24 Uhr in Begleitung in die Disco.

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zwar Alkohol trinken, aber keine hochprozentigen Getränke. Verlässlichkeit spielt eine große Rolle, sagt Erziehungsberater Gerth. Merken die Eltern vorher, der Jugendliche trinkt nur in Maßen Bier oder Wein, machen sie sich für den Urlaub weniger Sorgen.

Entscheiden sich Jugendliche für eine organisierte Reise, sollten sie auf einiges achten. Wie die Reisebegleiter oder Betreuer ausgebildet sind, sei ein entscheidendes Kriterium für die Seriosität des Veranstalters, so Undine Krebs. Weitere Kriterien hat das Bundesforum für Kinder- und Jugendreisen im Internet zusammengestellt. Das Forum gibt unter anderem die Mindestanzahl der Betreuer an: „Ist das Durchschnittsalter 17 Jahre, sollte ein Betreuer für 17 Kinder da sein“, sagt Sprecher Stephan Schiller. Eine gute Jugendreise bietet ein buntes Programm an. Vor allem Städte- und Sprachreisen seien derzeit im Trend.

Nach ersten, kleinen Schritten können Jugendliche ihren Radius ausweiten und sich selbst an der Planung einer Reise versuchen. Auch hier spielt das Alter wieder eine Rolle. Denn ein Hotelzimmer dürfen Minderjährige ohne ihre Eltern nicht buchen. Dass man lieber mit Freunden in den Urlaub fahren möchte, erklärt man seinen Eltern besser nicht von heute auf morgen. Gerth empfiehlt den Jugendlichen, öfter von verschiedenen Möglichkeiten zu reden und sich konkret zu informieren – vor allem über die Kosten. „Weihnachten wünscht man sich am besten schon das Geld für den Sommerurlaub.“ Das zeuge von einer guten Planung. Außerdem könnten sich die Jugendlichen vor dem Urlaub einen Job suchen und sparen. Dass die Eltern den Urlaub bezahlen, könnten junge Leute nicht verlangen.

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