Urlauber-Rechte : Hinweise für Türkei-Reisende

In Istanbul kam es erneut zu einem Anschlag. Viele Urlauber sind verunsichert.
In Istanbul kam es erneut zu einem Anschlag. Viele Urlauber sind verunsichert.

Nach dem Anschlag in Istanbul: Was Touristen jetzt wissen müssen.

svz.de von
21. März 2016, 23:07 Uhr

Erneut ist die Türkei von einem Anschlag erschüttert worden – in der auch bei Touristen beliebten Metropole Istanbul.

Welche Rechte haben Urlauber jetzt? Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ich bin in Istanbul – wie sollte ich mich verhalten?

Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Istanbul derzeit, im Hotel zu bleiben. Dadurch kann laut Fischer-Volk bereits die Reise mangelhaft sein. Reisende könnten dann ihren Vertrag mit dem Veranstalter wegen höherer Gewalt kündigen.

Der Veranstalter muss dann für den Rücktransport sorgen. Eventuelle Mehrkosten beim Rücktransport teilen sich Veranstalter und Urlauber.

Für den Reisezeitraum ohne Beeinträchtigungen – sprich vor der Kündigung des Vertrags – müssen Urlauber in solch einem Fall ganz normal bezahlen, den Reisepreis ab dem Zeitpunkt der Kündigung muss der Veranstalter zurückerstatten.

Wie ist die Situation, wenn ich mich im Badeurlaub in der Türkei befinde oder einen solchen geplant habe?

Dann haben Urlauber laut Fischer-Volk schlechte Karten. Sie können zwar die Reise abbrechen oder stornieren, bleiben aber auf den Kosten sitzen. Grund: Die Baderegionen der Türkei sind bislang nicht von den Anschlägen betroffen.

Ich habe eine Istanbul- Reise für die kommenden Tage gebucht. Kann ich zurücktreten, weil ich Angst vor weiteren Anschlägen habe?

In einem solchen Fall sollten Urlauber auf jeden Fall mit dem Veranstalter Kontakt aufnehmen, rät Fischer-Volk. Rein rechtlich blieben Urlauber auf den Stornokosten sitzen, da es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt.

In vielen Fällen zeigten sich die Veranstalter jedoch kulant und böten zumindest eine Umbuchung an.

Wie sieht es aus, wenn ich individuell – sprich ohne Veranstalter – einen Flug oder ein Hotel gebucht habe?

Individualreisende müssen dann auf jeden Fall selbst bei der Airline kündigen. Nach Ansicht von Fischer-Volk muss die Airline einen Großteil der Kosten zurückerstatten. Nach bisheriger Praxis geschieht das aber häufig nicht. Beim Hotel bleibe Urlaubern nur die Hoffnung auf Kulanz.

Autor: Michael Zehender

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen