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Reise und Tourismus

19. August 2017 | 17:06 Uhr

Schottland : Helden und Meuchelmörder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Glen Coe ist bekannt aus Filmen und Geschichtsbüchern. Und als schönstes Tal Schottlands.

James Bond, Harry Potter, Highlander und Braveheart sind Helden mit übermenschlichen Fähigkeiten. Was die Filmfiguren außerdem vereint: Sie waren schon im Glen Coe. Das Tal in den West Highlands ist Handlungsschauplatz mindestens einer Episode der jeweiligen Filmreihen. Das ist kein Zufall. Glen Coe liegt nur wenige Autostunden von den Metropolen Edinburgh und Glasgow entfernt, was die Dreharbeiten vereinfacht. Vor allem aber wohnt dem Tal ein Zauber inne. Hier ist der Geist Schottlands besonders intensiv zu spüren. Die wilde und abwechslungsreiche Region gehört zu den schönsten Landschafen im Reich der Kiltträger und Dudelsackpfeifer.

Diese Vorzüge wissen auch Urlauber zu schätzen. Wer möglichst schnell in die raue Welt der Highlands eintauchen möchte, steuert Glen Coe an. Eine der attraktivsten Routen dorthin führt von Glasgow aus am Westufer des Loch Lomond entlang, der wegen seiner 33 Inselchen „Queen of Scottish Lochs“ genannt wird. Während der südliche Teil des 33 Kilometer langen Gewässers noch von lieblich grünem Hügelland umgeben ist, ragt der schmalere Nordzipfel bereits in die kargen Highlands. Auf den Bergen liegen bis in den späten Mai Schneereste. Im Winter kann man am Rande von Rannoch Moor, einer weitgehend menschenleeren sumpfigen Hochebene mit Seen und Tümpeln, sogar Ski fahren. Der Sessellift läuft auch im Sommer. Denn für Wanderer ist das Glencoe Mountain Resort ein guter Ausgangspunkt für Gipfeltouren mit grandiosem Panorama.

Auch von der Straße aus tut sich eine atemberaubende Perspektive auf. Man fährt durch eine Felsenge mit gischtendem Wasserfall, biegt um eine Kurve und blickt in ein weites Tal. Die Bergflanken sind von eiszeitlichen Gletschern glatt gehobelt und von Moosen und Heidekraut grün und braun überzogen. Es ist die aus „Skyfall“ bekannte Szenerie, nur fehlt jenes trutzige Gutshaus, das James Bond um die Ohren fliegt. Die Gebäude und Explosionen sind Produkte der Filmtechnik.

Schauplatz eines Massakers war Glen Coe dennoch. 1692 ließen die mit den Schotten verfeindeten Engländer hier sämtliche Mitglieder des MacDonald-Clans heimtückisch ermorden. Im Dorf Glencoe am Talende erinnern Denkmal und Museum an dieses düstere Kapitel britischer Geschichte. Es gibt auch ein Besucherzentrum in der Nähe, das über Tier- und Pflanzenwelt sowie über die zahlreichen Wandermöglichkeiten informiert, etwa zum Signalfelsen, von dem einst das Startzeichen zum Massenmord gegeben wurde, und zu den „Three Sisters“, einer Gruppe markant geformter Berge.

Das Örtchen Glencoe liegt malerisch am Loch Neven. An seiner Mündung bahnt sich der Fluss Coe, der bis dahin über Felsen sprang, träge seinen Weg durch blumenbestandene Salzwiesen und von Blasentang bewachsene Steine. Denn Loch Neven hat Verbindung zum fjordartigen Meeresarm Loch Linnhe und unterliegt deshalb dem Wechsel der Gezeiten. Von hier ist es nicht mehr weit zur offenen See mit schönen vorgelagerten Inseln wie Skye oder Mull. In kleinen Häfen gibt es köstliche Meeresfrüchte direkt vom Kutter.

Im beschaulichen Küstenstädtchen Oban werden Krebse, Garnelen und Muscheln direkt auf dem Pier zubereitet und serviert. Wer sich nach üppigem Mahl in der örtlichen Whiskybrennerei durch Single Malt-Sorten probiert, spürt den Geist Schottlands und kommt ins Grübeln. Wie ist es möglich, dass James Bond, ein Junge aus Glen Coe, wie wir seit „Skyfall“ wissen, Martini bevorzugt?


Infos: www.visitscotland.com



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