Mit Smartphone im Urlaub : Handy, packe meinen Koffer

 Grafik: crip
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Apps können in den Ferien praktisch sein, allerdings kann das Surfen mit dem Handy im Ausland teuer werden

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05. Juli 2015, 09:00 Uhr

Sommerzeit, Urlaubszeit. In den nächsten Wochen starten viele Menschen in die Ferien. Auch auf Reisen ist das Smartphone für die meisten längst ein unverzichtbarer Begleiter. Viele Anwendungen auf dem Handy – sogenannte Apps – helfen heute vor und während des Urlaubs mit praktischen Funktionen: Mietwagen finden und buchen, Währungen umrechnen, Preise von Hotels vergleichen - das sind nur einige gängige Möglichkeiten. Auf dem Markt tummeln sich aber auch viele ungewöhnliche Apps – deren Nutzwert mal größer und mal kleiner ist.

Schlafsack, Isomatte, Mückenspray - etwas vergessen? Oft bleibt ein wichtiger Gegenstand daheim - was leider erst im Urlaub auffällt. Abhilfe schaffen können Pack-Listen-Apps. Mit ihnen können Urlauber Listen anlegen oder auf fertige Merkzettel zurückgreifen - etwa mit allen Utensilien für einen Strandurlaub oder Festivaltrip.

Auch der typische Jetlag, der als Folge von Langstreckenflügen auftaucht, kann mithilfe des Smartphones bekämpft werden. Hier helfen Apps, die auf Basis von Abflug- und Zielort sowie Start- und Landezeit einen individuellen Plan erstellen, der die innere Uhr wieder in Einklang bringt.

Am Urlaubsort angekommen, sind bei Touristen besonders Dolmetscher-Apps beliebt. Ob es ums Essen geht, ein Kaffee bestellt oder der Weg zum Strand erfragt werden soll – Sprachbarrieren können mit Anwendungen, die in die Landessprache übersetzen, reduziert werden. Eher lustig als zweckmäßig: Eine Flirt-App, die laut Hersteller 300 Sätze in 44 verschiedenen Sprachen - zum Beispiel Hindu, Afrikaans oder Tschechisch - bereithält, um die Person der Begierde zu beeindrucken.

Die Bandbreite der Urlaubs-Apps ist längst noch nicht ausgeschöpft: Mit einem Klick zeigt ein Programm zum Beispiel nahe gelegene öffentliche Toiletten auf einer Karte an. Eine Foto-Anwendung ordnet Aufnahmen per GPS dem jeweiligen Standort zu. Eine Bilderbuch-App hilft insbesondere in Ländern, in denen Reisende mit klassischen Schulsprachen wie Englisch oder Spanisch nicht weiterkommen.

Auch wenn die digitalen Helfer gute Dienste leisten können, sollten sie bei Reisen außerhalb Deutschlands nur bedingt genutzt werden. Denn wer keinen speziellen Auslandstarif für sein Smartphone hat, muss möglicherweise mit hohen Kosten rechnen. Laut europäischer Roaming-Verordnung ist das Telefonieren mit dem Handy, das Versenden von SMS und das Surfen via Mobilfunknetz im EU- Ausland zwar günstiger geworden (siehe Infobox). Dennoch gibt André Schulze-Wethmar, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum, zu bedenken: „Die Handy-Nutzung im Ausland ist meistens teurer als im Inland.“ Aufatmen können Urlauber erst im Juni 2017. Denn dann werden die Roaming-Gebühren in der EU weitestgehend abgeschafft.

Die Obergrenze pro versurftem Megabyte liegt derzeit im europäischen Ausland bei 23,80 Cent (inklusive deutscher Mehrwertsteuer). Da das Datenvolumen schnell erreicht ist, empfiehlt André Schulze-Wethmar generell auf mobiles Surfen auf Reisen zu verzichten und die Funktion „mobile Daten“ zu deaktivieren – oder ein spezielles Auslandspaket vom eigenen Anbieter hinzuzubuchen. „Wer online gehen möchte, wartet am besten, bis er sich in ein WLAN einwählen kann - zum Beispiel im Hotel“, nennt er eine dritte Möglichkeit, um hohe Kosten zu umgehen. Dort können dann Daten hochgeladen und Apps mit Webanwendungen synchronisiert werden.

Wer ins außereuropäische Ausland reist, muss bedenken, dass die europäische Roaming-Verordnung hier nicht gilt. „Mobiles Surfen in der Schweiz oder Türkei kann sehr teuer werden“, sagt der Jurist. Eine Alternative: eine ausländische Sim-Karte kaufen und diese zu benutzen. Ob das technisch möglich ist, hängt unter anderem jedoch vom eigenen Handy ab.
Besondere Vorsicht gilt auch bei Schiffsreisen. An Bord kommen mitunter spezielle Schiffsnetzbetreiber zum Zuge, die mittels Satellit den Dienst anbieten. Am besten, so Schulze-Wethmar, informiert man sich vor Reisebeginn beim Veranstalter über die möglichen Tarife. Generell sollten Schiffsurlauber wie alle Reisenden das Roaming – die Einwahl in ein fremdes Mobilfunknetz – beim Handy abschalten und Apps im Offline-Modus verwenden – wenn sie nicht als Souvenir aus dem Urlaub eine hohe Handyrechnung mitbringen möchte.

Nützliche Apps im Überblick:

Sicher reisen:
Mit der Anwendung möchte das Auswärtige Amt per App zu einem reibungslosen Aufenthalt im Ausland verhelfen. Mit ausführlichen Infos zum Urlaubsland, Sicherheitshinweisen und Adressen für den Notfall.

Booking.com
Über die App der Webseite booking.com buchen Urlauber  unkompliziert Hotels, Jugendherbergen und Pensionen. Dank der Umgebungssuchen lassen sich auch spontane Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe kinderleicht auffinden.

Ulaubsguru
Der „Urlaubsguru“ schlägt  Reise-Schnäppchen auf der ganzen Welt vor. Verlockende Angebote  kann man  in der App speichern oder direkt buchen.

City Maps 2go
Mit „City Maps 2go“ kann man  Karten von 7800 Ländern, Regionen und Städten aus aller Welt auf  dem Smartphone speichern. Im Offline-Modus verwendbar.

Kayak
Mit „Kayak“ finden Urlauber  schnell und einfach günstige Flüge, Hotels und Mietwagen und erhalten außerdem Informationen zum Status aktiver Flüge.

Wetter.com
Die offizielle App von wetter.com liefert  stets das aktuelle Urlaubswetter auf das  Smartphone.

Packlisten to go
Die  App „Packlisten To Go“ schafft Abhilfe beim Vergessen. Mit ihr können Urlauber Listen anlegen oder auf fertige Merkzettel zurückgreifen – etwa mit allen Utensilien für einen Festivaltrip.

SitOrSquat
Die App „SitOrSquat“ zeigt mit einem Klick nahe gelegene öffentliche Toiletten auf einer Karte an. Laut Angaben des Betreibers sind weltweit über 100000 stille Örtchen auffindbar.

Jet Lag Rooste
Die App will den Zeitzonenkater bekämpfen. Auf Basis von Abflug- und Zielort sowie Start- und Landezeit errechnet die englischsprachige Anwendung laut Hersteller einen individuellen Plan, um den Jetlag so weit wie möglich zu reduzieren. Sie gibt dafür unter anderem Empfehlungen zu Schlaf- und Wachzeiten. Vorteil: Für den Betrieb benötigt die App kein Internet.

Word Lens
„Word Lens“ übersetzt in Echtzeit Texte in andere Sprachen. Der Clou dabei ist, dass  man nur mit der Handykamera einen Text anvisieren muss und schon übersetzt die App den sichtbaren Ausschnitt in eine andere Sprache. Das klappt zwar nicht immer ganz zuverlässig, ist aber dennoch enorm hilfreich.

Airbnb
„Airbnb“ hat eine Datenbank von hunderten privaten Unterkünften, die Reisende zu guten Preisen bewohnen können. Dabei werden die Unterkünfte mit zahlreichen Bildern in Szene gesetzt und von Besuchern bewertet.

MapCam – Geo-Kamera
Die App „MapCam – Geo-Kamera“ erlaubt es, Fotos mit wesentlich präziseren Ortsinformationen zu speichern, als es mit einer herkömmlichen Kamera-App möglich ist.

Image it
Wer die Sprache eines Landes nicht beherrscht, versucht manchmal sprichwörtlich, mit Händen und Füßen zu sprechen. Doch Vorsicht: Gesten können in anderen Kulturen falsch verstanden werden, mahnt Althaus. Bilder sind dagegen eine sichere Sache, weil sie wenig Raum für Interpretationen lassen. Darin liegt das Potenzial der App „Image It“ (0,99 Euro für das iPhone, gratis für Android), die Gegenstände als Piktogramme anzeigt.

Lingopal Flirta
Die kostenpflichtige App „Lingopal Flirta“ (5,99 Euro) sorgt auf die Schnelle für einige charmante Sprüche. 300 Sätze in 44 verschiedenen Sprachen – zum Beispiel Hindu, Afrikaans oder Tschechisch – stehen laut Hersteller bereit, um die Person der Begierde zu beeindrucken.

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