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Mountainbiking : Gipfelstürmer mit Elektro-Antrieb

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In den Bergen war das früher eine Sache für Austrainierte – doch seit dem Boom von E-Bikes erreichen auch Laien die Gipfel.

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Es geht bergauf. Steil bergauf. Und doch fallen die Tritte in die Pedale erstaunlich leicht. Mit dem Mountainbike geht es auf den Berg. Allerdings mit elektrischem Rückenwind. Gut so. Für jemanden, der zwar leidenschaftlich gerne Fahrrad fährt, sich aber eher auf ausgiebigen Flachetappen zu Hause fühlt, trotzdem ein echtes Abenteuer. „Glaubt mir, ihr werdet den Tag genießen“, hatte Coach Melanie Schaumberger am Morgen versprochen.

Startpunkt Haus im Ennstal im Westen der Steiermark. Ein idyllisches Dorf, eingebettet in die imposante Bergwelt der Schladminger Tauern im Süden und des Dachsteingebirges im Norden. Nach kurzer Zeit beginnt die Auffahrt durch ein hügeliges Waldgebiet. Dann ein paar kurze, aber machbare Rampen. Akku Stufe zwei von maximal vier. Alles kein großes Problem. „Lieber einen kleinen Gang schalten und die Trittfrequenz erhöhen. Das ist weniger anstrengend“, rät Schaumberger. Als E-Bike-Anfänger versucht man, möglichst Akku-schonend zu fahren. Schließlich soll die elektrische Unterstützung auch am Ende des Tages noch gesichert sein.

In der imposanten Bergwelt der Schladminger Tauern im  Süden und des Dachsteingebirges im Norden geht es vorbei an idyllischen Dörfern.
In der imposanten Bergwelt der Schladminger Tauern im Süden und des Dachsteingebirges im Norden geht es vorbei an idyllischen Dörfern.
 

„E-Mountainbikes sind der ultimative Trend im Radsportbereich. Ich selbst greife auch immer wieder gerne mal zum E-Bike – weil es einfach Spaß macht“, sagt Heinz Hartweger. Er ist Ex-Radrennsportler, zertifizierter Mountainbike-Guide und Hotelier in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein. Die anfangs befürchteten Konfliktpotenziale seien im Wesentlichen ausgeblieben. „Man muss auch keine Angst haben, dass jetzt alle Gipfel von E-Mountainbikern überrollt werden.“ Vorbei seien aber die Zeiten, in denen alles andere als die eigene Muskelkraft bei Mountainbikern grundsätzlich komplett verpönt war. „Nicht nur Hobbyradler, auch immer mehr gute Sportler lassen sich von E-Bikes überzeugen“, sagt Hartweger.

Das bestätigt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV): „Die Zielgruppen haben sich verschoben.“ Waren es am Anfang vorwiegend Ältere, die beim Radfahren gerne auf elektrische Hilfe zurückgriffen, so hätten inzwischen viele jüngere und auch sportlich ambitionierte Fahrradfahrer E-Bikes – gerade auch im Mountainbike-Bereich – für sich entdeckt.

Über Stock und Stein: Eine Tour mit dem E-Mountainbike durch die Region Schladming-Dachstein bietet viel Abwechslung.
Über Stock und Stein: Eine Tour mit dem E-Mountainbike durch die Region Schladming-Dachstein bietet viel Abwechslung.

Die Gründe dafür liegen an der immer ausgereifteren Technik. „Bei Carbon-E-Mountainbikes sind wir bei einem Gesamtgewicht von nur noch 15 Kilo angekommen“, sagt Eisenberger. „Und die Akku-Technologie ist so weit fortgeschritten, dass man sich bei Tagestouren über die Reichweite keine Sorgen machen muss.“ Inzwischen hat die Gruppe am Dachstein den Birnberg und den Sattelberg erfolgreich hinter sich gebracht. Und auf der Strecke stellt sich das angenehme Gefühl ein, als Mountainbiker weitgehend allein unterwegs zu sein. Bei dem großen Streckennetz verteilt sich alles recht gut. Nach gut 75 Minuten trotz Motor-Unterstützung recht schweißtreibender Fahrzeit eine erste Rast am Kulmberg auf 1273 Metern. 635 Höhenmeter sind bereits geschafft. Grund genug zum Durchatmen und Genießen des atemberaubenden Blicks ins Tal. Mittagspause wird auf der Sonnenalm gemacht.

Danach geht es auf Schotterpisten den Berg hinunter. Konzentration, Steuertechnik und gute Bremsen sind gefragt. Spaß macht es aber allemal. Ein Abstecher nach Schladming ins Zentrum der Wintersportwelt. Zum Abschluss der Tour kämpft die Gruppe auf einem Abschnitt des Ennsradwegs weniger gegen Höhenmeter als gegen den aufkommenden Wind. 45 Kilometer, 890 Höhenmeter, und der Akku zeigt immer noch satte zwei von fünf Balken an – so die erfreuliche Tagesstatistik.

Morgen geht es so richtig nach oben auf etwa 1700 Meter. Mit der Panoramarunde steht eine echte Königsetappe mit dem Dachsteingletscher als Höhepunkt auf dem Programm. Dann sollten auch rund 1300 Höhenmeter locker geknackt werden. Packen wir’s an.

Reiseziel Schladming-Dachstein

Die Urlaubsregion Schladming-Dachstein in der Steiermark lässt sich in allen Schwierigkeitsgraden auf 25000 Höhenmetern und 930 Kilometern ausgeschilderten Routen und Touren per Rad erkunden. Anspruchsvolle Ausflugsziele sind vergleichsweise bequem mit dem E-Mountainbike erreichbar. Es gibt zahlreiche Verleihbetriebe und Akku-Ladestationen. Die neue Kombination „Bike & Hike“ verbindet Radfahren und Wandern. Das Rad kann an einer von insgesamt Stationen abgegeben werden, ehe eine Wanderung in die umliegende Bergwelt folgt.

ANREISE: Über München – Salzburg – A10 Tauernautobahn – B320 Ennstal Bundesstraße. Alternativ: über Passau – A9 Pyhrnautobahn – Linz – Knoten Selzthal – B320 Ennstal Bundesstraße.

INFORMATIONEN: www.schladming-dachstein.at

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