zur Navigation springen
Reise und Tourismus

24. Oktober 2017 | 04:29 Uhr

Neuengland : Geschichte, Glamour und Gebirge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Neuengland faszinieren pompöse Villen aus dem späten 19. Jahrhundert und beeindruckende Naturschauspiele die Besucher.

Captain Peter d’Anjou lehnt sich entspannt zurück. Der erfahrene Skipper mit dem gepflegten grauen Vollbart ist regelmäßig mit Besuchern von Newport unterwegs. Seinen klangvollen Namen hat er von französischen Vorfahren geerbt, doch nicht die französische Loire-Provinz, sondern die Atlantikküste von Rhode Island ist seine Heimat. Wenn er mit dem 72-Fuß-Schoner „Madeleine“ unter vollen Segeln durch die einst von Gletschern ausgekerbten Gewässer der Narraganset Bay kreuzt, kann er einiges erzählen, vom Eisenhower House, dem Sommerwohnsitz des einstigen US-Präsidenten, und den Partys und Empfängen, die heute dort stattfinden. Nicht weit entfernt blickt die Hammersmith Farm von einer Anhöhe auf die Bay.

Auch das prächtige Herrenhaus der Bouvier-Familie hat Aufsehen erregende Feste hinter sich, wie 1953 den Hochzeitsempfang der Tochter des Hauses, Jaqueline, mit John F. Kennedy, einem jungen US-Senator des Nachbarstaates Massachusets. Gediegener Wohlstand und alter Reichtum, wohin man blickt, pompöse Villen aus dem späten 19. Jahrhundert von den mit Öl, Eisenbahnen oder Reedereien zu Reichtum gekommenen New Yorker Familien. Auch das riesige Breakers von Cornelius Vanderbilt II. mit seinen 72 Zimmern kann man von Bord des Schiffes oder bei einem Spaziergang auf dem sechs Kilometer langen Cliff Walk entlang der Atlantikküste bestaunen.

Hoch hinaus geht es in New Hampshire zum Mount Washington. Die Zahnradbahn Cog Railway klettert schon seit 1869 auf den mit 1917 Metern höchsten Gipfel der USA östlich vom Mississippi. Ein klarer Tag mit herrlichem Sonnenschein, die sich langsam dekorativ verfärbenden Wälder scheinen bis zum Horizont zu reichen. Doch das Wetter kann hier auch grausam sein. Eine Ausstellung auf dem Berggipfel berichtet von vielen Dutzend Bergwanderern, die erfroren oder im plötzlich aufkommenden Nebel die Orientierung verloren haben und abgestürzt sind. Kleine Steinhügel, schottisch Cairn genannt, markieren den Fernwanderweg Appalachian Trail, der vom Süden Georgias bis ins nördliche Maine dem Gebirgskamm der Appalachen folgt und auch den Mt. Washington nicht auslässt.

Das Bass Harbor Head Light auf Mt. Desert Island südlich des Acadia National Park leuchtet den Schiffen den richtigen Weg durch das Inselgewirr an der Atlantikküste von Maine, und das schon mehr als zehn Jahre vor dem Bau der steilen Schienentrasse auf den Mt. Washington. Den spektakulären Sonnenuntergang verfolgen abends mehrere Dutzend Zuschauer und Hobbyfotografen von den Klippen direkt beim immer noch aktiven Leuchtturm. Wer die Sonne am nächsten Morgen wieder aufgehen sehen will, muss früh aufstehen und sich noch im Dunkeln um etwa 6.30 Uhr mit dem Mountain Bike oder per Mietwagen auf den buckligen Granitgipfel des 470 m hohen Cadillac Mountain im Acadia National Park bewegen. Im Winterhalbjahr kann man (bei entsprechendem Wetter) sicher sein, die ersten zartrosa Sonnenstrahlen in den USA am Horizont zu erhaschen. Danach ist es höchste Zeit für einen Becher mit heißem Kaffee in Bar Harbor, dem herausgeputzten Hafenstädtchen nicht weit vom Nationalpark. Ein Problem wäre es nicht, in der Hummermetropole von Maine schon zum Frühstück einen Lobsterburger zu bestellen, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Infos: www.neuenglandusa.de

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Leserreisen-Portal, oder über Ihrer Anfrage über das folgende Formular:


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen