Urlaub : Ganz viel Papa in den Ferien

Im Alltag kommt gemeinsame Zeit zwischen Vätern und Kindern häufig zu kurz. In einem gemeinsamen Urlaub lässt sich das nachholen.
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Im Alltag kommt gemeinsame Zeit zwischen Vätern und Kindern häufig zu kurz. In einem gemeinsamen Urlaub lässt sich das nachholen.

Auf Bäume kraxeln, eine Seifenkiste bauen oder gemeinsam im Kanu paddeln: Vater-Kind-Urlaub stärkt die Bindung

svz.de von
14. Juli 2014, 16:53 Uhr

Stefan Vogel geht gerne allein mit seinen Söhnen auf Tour. „Toll sind zum Beispiel sportliche Herausforderungen, wenn ein Junge kurz vor der Pubertät ist und seinen Vater mal auf dem Rad in Grund und Boden fahren will“, erzählt der Reiseverkehrskaufmann. So kam Vogel darauf, seine Idee auch anderen anzubieten. Er erweiterte das Spektrum seiner Firma Wakiya Tours um Eltern-Kind- und insbesondere Vater-Kind-Reisen. Gemeinsam mit mehreren Spezialreiseveranstaltern entstand die Plattform www.vater-kind-urlaub.de.

Vor allem kleine Abenteuer in der Natur sind für Vater-Sohn-Urlaube beliebt. „Auch Knoten binden oder sich mit einfachsten Mitteln orientieren, haben wir bei unserem Überlebenstraining dabei“, erklärt Bettina Boll, Pressesprecherin von Vamos Eltern-Kind-Reisen in Hannover.

Das Team Vater und Sohn versucht sich an Herausforderungen, die es im Alltag nicht hat. Bei allem wird das Vater-Kind-Team von erfahrenen Pädagogen begleitet. „Da die meisten Väter im Alltag zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen, ist dieses gemeinsame Erlebnis wunderbar geeignet, um zusammen Herausforderungen zu meistern“, sagt Boll.

„Der Markt für Väterurlaub mit Kindern ist aufgrund soziodemografischer Entwicklungen groß“, erklärt Ralf Olk. Er ist Vorstandsmitglied des Fachverbands für Jugendreisen Reisenetz in Berlin. Es gebe immer mehr alleinerziehende Eltern, die berufliche Belastung wachse und immer seltener teilten Vater und Sohn Erfahrungen wie zusammen Fußball zu spielen. Das möchten viele im Urlaub ausgleichen.

Professionelle Angebote für solche Reisen sind Olk zufolge noch selten. „Aber insbesondere karitative Einrichtungen und Kirchengemeinden bieten Reiseangebote für Väter mit Kindern“, sagt der Verbandsvorsitzende.

Beliebte Ziele liegen meist innerhalb von Deutschland. Oft sind es leicht erreichbare Orte im Mittelgebirge oder Küsten- und Seeregionen. „Es geht weniger um das spektakuläre Reiseziel, als vielmehr um den Erlebnisgehalt der Reise, also ihre Inhalte“, erklärt Olk.

Meist richten sich die Aktivcamps an Väter mit Kindern ab 6 Jahren und dauern eine Woche. Vogel plant derzeit auch Angebote für Väter mit kleineren Kindern. Mit etwa 15 Jahren ändern sich dann die Interessen der Söhne.

Die Gründe, warum Väter so eine Reise buchen, sind unterschiedlich. „Manche haben einen super Draht zu den Kids und finden es einfach praktisch, sich nicht selbst Kletterausrüstung, Kanu und Bergführer organisieren zu müssen“, sagt Vogel. Andere sind beruflich viel unterwegs und haben wenig Zeit, um sich ihren Kindern zu widmen.

„Teils sind es auch Kinder von Getrenntlebenden, die bei der Mutter wohnen, die dann in den Ferien mal mit dem Vater unterwegs sind“, sagt Vogel. Vater-Kind-Urlaub sei aber nicht nur etwas für Alleinerziehende. Viele Teilnehmer der Reisen lebten in intakten Familien.

Und was versprechen sich Eltern von so einer Reise? „Sie soll die Bindung intensivieren und klassische und mitunter auch versäumte Kindheitserlebnisse der Väter nachholen“, erklärt Olk.

Einige Aktivcamps sind nicht ausschließlich für Väter, sondern auch für Familien oder Mütter. „Bei Anfragen von Müttern überwiegt meist das praktische Motiv, dass man nicht alles selbst organisieren muss und mal die Alltagspflichten los ist“, sagt Vogel.

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