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Südtirol : Fleißige Bienenvölker in Südtirol

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wo Obstbauern Apfelchampagner kreieren, ein künstlicher Dschungel seltene Orchideen beherbergt und kreative Köche zu Tisch bitten.

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2016 | 12:03 Uhr

Balsam für Körper und Geist ist eine Südtiroler Auszeit hier in Lana. Da erfrischt die Füße nach einer Wanderung das eiskalte Gebirgswasser der Falschauer, die aus dem Ultental kommt und in der Etsch mündet. Dabei glitzert das glasklare Gebirgswasser wie ein Diamant. Tief entspannt lauschen die Sinne dem Summen der Bienen. Ob es die fleißigen Bienen von den beiden Wanderimkern Hermann Andres und Hubert Nock sind? Gestern noch haben sie erzählt, dass sie jetzt nach der Apfelblüte mit ihren Bienenvölkern hoch ins Ultental ziehen werden, damit sie dort die frischen Wiesenblumen bestäuben können und ihre süßen Pflanzensäfte, den Nektar, bekommen. „Hier in Lana, Südtirols Apfelgemeinde schlechthin, haben sie ihre Arbeit getan“, sagt Hermann Andres mit sichtlichem Stolz und ergänzt, dass für ein Kilogramm Honig eine Million Blüten bestäubt werden müssen. Dafür muss eine Biene eine Strecke einmal um die Erde zurücklegen. Dass für die Bienen die Zeit gekommen ist zu gehen, liegt auch daran, dass jetzt viele Apfelbauern nach der Apfelblüte ihre riesigen Netze über die Apfelplantagen spannen und die Bienen dadurch nicht zu ihrem Volk zurückfinden und zugrunde gehen.

„Für die Blüten ist es ganz wichtig“, erklärt einige Sonnentage später Apfelbauer Peter Thuile auf seinem Sandwiesenhof in Gargazon, „dass die Netze nicht zu früh ausgerollt werden. So kann der Nektar schön austrocknen, denn unter den Netzen herrscht ein feuchtes und dunstiges Klima.“ Peter Thuile und seine Frau Magdalena sind mit ihrem Hof der erste Klimabauernhof Italiens, der mit „A-Gold Standard“ ausgezeichnet wurde. Nebenbei werden hier bekannte Apfel-Cuvées – Apfelchampagner – sowie leckere Apfelstrudel erzeugt.

Nur einen Steinwurf von Gargazon entfernt hat Familie Raffeiner in einem riesigen Treibhaus auf 6000 Quadratmetern eine Orchideenwelt inmitten eines künstlichen Dschungels geschaffen. Die Gäste werden mit außergewöhnlichen Orchideen erfreut, und wer genau hinschaut, findet Raritäten wie die „Dracula Nightshade“ aus Kolumbien mit einer Blüte, die mit viel Fantasie an Dracula erinnert.

Bei wolkenlosem Mittagshimmel ist jetzt erst einmal Nahrungsaufnahme angesagt. Im nahen Tscherms lebt Küchenchef Othmar Raich in seinem Feinschmecker-Restaurant „Miil“, der urigen Kränzelmühle aus dem 14. Jahrhundert, seine Passion für höchsten Genuss aus. Die guten Weine kommen gleich von nebenan, vom Ansitz Kränzelhof. Franz Graf Pfeil ist, wie er selber bescheiden sagt, kein Weinmacher. Sondern er begleitet staunend und neugierig jedes Jahr aufs Neue das Wunder der Weinwerdung, die Transformation seiner Trauben zu Wein. Dabei ist der Graf auch noch Kunstliebhaber. Hat auf seiner mittelalterlichen Hofanlage, den „7 Gärten“, ein lebendiges Museum mit Kunstgalerie geschaffen. Inmitten von Labyrinth, Irrgarten und Ruheorten mit Skulpturen und Installationen von bekannten Künstlern will er Menschen Freude bereiten und Raum zur persönlichen Entfaltung geben. Wie geschaffen für eine kleine Südtiroler Auszeit.

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