Resie-Tipp : Faszinierendes Djerba

Streetart-Projekt: Bemalte Hauswand im Freilichtmuseum Djerbahood.
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Streetart-Projekt: Bemalte Hauswand im Freilichtmuseum Djerbahood.

Auf der sonnenverwöhnten südlichsten Insel des Mittelmeeres

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22. August 2015, 16:00 Uhr

Nur knapp drei Flugstunden – dann ist Urlaub. Djerba, die südlichste Insel im Mittelmeer, soll schon Odysseus in ihren Bann gezogen haben. Als Willkommensgruß gibt es kleine Jasminsträußchen. Straßenhändler verdienen damit in Tunesien ihren Lebensunterhalt. Früher steckten sich heiratswillige Männer die duftenden Blüten hinters Ohr. Das sonnenverwöhnte Djerba, etwa halb so groß wie Rügen, gilt als Badedestination und Hotspot der Kitesurfer. Dabei ist Tunesien ein Schmelztiegel der Kulturen und reich an Zeugen jahrtausendealter Geschichte. Auch auf der Insel finden sich antike Spuren – etwa der phönizische Handelsposten Meninx oder der Römerdamm, der sie bei El Kantara über 6,4 km mit dem Festland verbindet.

Die schönsten Strände Djerbas liegen im Nordosten. Kein Wunder, dass sich hier zahlreiche Urlaubshotels angesiedelt haben, oftmals im maurischen Stil. Etwa in der Mitte der Ostküste erhebt sich zwischen Dattelpalmen auf kleiner Anhöhe der rot-weiß gestreifte Leuchtturm Ras Tourgueness. Nicht weit davon überrascht ein durch seine Ecktürme und Ornamente berberisch anmutendes Gebäudeensemble. Eine Fata Morgana? Nein, es ist kein Trugbild der arabischen Fee Famurgan, vor deren falschen Lockungen schon der Koran warnt. Beim Näherkommen entpuppt sich der markante Bau als Eingangsbereich des im Mai eröffneten Robinson Clubs Djerba Bahia.

Die familienfreundliche, rund 100  000 qm große Anlage mit kurzen Wegen zu Tennis- und Golfplätzen, WellFit-Spa, Theater, Roby-Kinderclub und Pools eignet sich, wie Clubchef Hisham Tawfik sagt, gut als Ausgangspunkt für Ausflüge – hoch zu Ross und auf dem Kamel am Strand entlang oder mit Piratenschiffen zur Flamingoinsel.

Neben dem Hauptort Houmt Souk, was „Marktviertel“ bedeutet, ist das kleine Städtchen Erriadh im Herzen der Insel sehenswert. Bisher vor allem bekannt für seine jüdische Kultur mit der Synagoge La Ghriba und viele Designhotels, beherbergt es inzwischen auch das Freilichtmuseum Djerbahood. Bei dem Streetartprojekt haben 150 Künstler aus 30 Ländern Häuserwände des Ortes verziert, in dem drei Religionen friedlich miteinander lebten und leben, erläutert Künstler Lasram Zied.

Weiter geht es zur traditionellen Handwerkskunst nach Guellala, einer Berbergründung im Süden. Es ist das Töpferzentrum der Insel mit über 400 Jahre alten Gewölbeateliers. Dass Fathi Sakkals Vorfahren seit Generationen Tongeschirr töpferten, verrät schon sein Familienname. Vor den Augen der beeindruckten Besucher lässt er auf seiner alten Töpferscheibe kunstvoll verzierte Tonkrüge entstehen. Bei den vielen Töpfen und Krügen in phönizischen Formen fällt die Wahl des Souvenirs schwer, aber der Minztee ist erfrischend.

Die Insel Djerba kann man nur per Flugzeug, Autofähre oder über den Römerdamm bei El Kantara erreichen.
Infos: www.tunesien.info, www.robinson.com
Sicherheitslage/Sicherheitshinweise: www.auswaertiges-amt.de
Street-Art-Projekt Djerbahood in Erriadh: www.djerbahood.com

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