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Reise und Tourismus

19. Oktober 2017 | 11:15 Uhr

Extremadura : Eine Römerin in Spanien

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mérida, die Hauptstadt der Region Extremadura, wird auch Spanisches Rom genannt.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Was für ein Leben! Theater, Tempel, Thermen – an nichts fehlt es den alten Kämpfern der siegreichen Legionen. Um 25 vor Christus ließ ihnen Kaiser Augustus eine nagelneue Seniorenresidenz in Spaniens Westen bauen. 40  000 Einwohner zählte die elegante Metropole Eremita Augusta. Das heutige Mérida hat knapp 60  000 Bewohner und ist die Hauptstadt der Region Extremadura an der Grenze zu Portugal.

Spanisches Rom wird die Stadt oft genannt. 1910 begannen die Ausgrabungen, und noch heute lädt der Verein „Amigos de Mérida“ junge Archäologen zu Grabungen ein. Tagsüber puzzeln sie Scherben aus der roten Erde, am Abend sitzen sie auf der Plaza Mayor, dem modernen öffentlichen Salon der Stadt. In jeder Ecke der Plaza findet sich ein Terrassencafé, in der Mitte sprudelt ein Brunnen. Das Wasser plappert, die Passanten schwatzen und lachen, Kinder spielen Fangen. Und auf dem First des Rathauses sitzt ein Storch und klappert. Von früh bis spät herrscht pralles Leben auf der Plaza Mayor.

Die nahe gelegene Brücke der alten Lateiner über den Río Guadiana ist noch vollständig intakt. Über fast 800 Meter spannen sich die Bögen der längsten erhaltenen Römerbrücke weltweit dahin. Der Verkehr rollt inzwischen allerdings über eine moderne Stahlkonstruktion von Stararchitekt Santiago Calatrava in die uralte Stadt, die mit Resten aus der glanzvollen römischen Epoche durchsetzt ist.

Überall finden sich alte Mauern und Säulen. Man biegt um eine Ecke und steht unversehens vor einem Dianatempel, Teilen des Forums oder einem Aquädukt. Das schönste Stück ist freilich das Theater mit doppelstöckigen korinthischen Marmorsäulen. Gleich nebenan liegt das ovale Amphitheater. Ganz in der Nähe finden sich die Überreste luxuriöser römischer Villen mit herrlichen Mosaikfußböden.

Die Präsentation von weiteren Ausgrabungen, Statuen, Münzen und kostbarem Schmuck erfolgt in einem modernen Museumsbau. Doch der Mensch lebt nicht von der Kunst allein. In unmittelbarer Nachbarschaft des Museo de Arte Romano ist für kulinarische Stärkung gesorgt, reihen sich die Tapas-Bars mit Käsespezialitäten und dem köstlichem Rohschinken, für den die Extremadura berühmt ist.

Wenn die archäologischen Stätten schließen und nicht gerade ein Konzert im Teatro Romano gegeben wird, senkt sich die Stille über die Ruinen. Auf der Plaza Mayor dagegen herrscht bis weit nach Mitternacht Trubel.

Reise-Informationen:
Anreise: Nach Sevilla ab Hamburg z.B. mit British Airways, Iberia oder Lufthansa ab ca. 200 Euro hin+rück, Buchungen etwa unter www.opodo.de; von dort per Leihwagen weiter (ca. 200 km bis Mérida).
Unterkunft: Parador de Mérida, Viersternehaus in Barockkloster, DZ mit Frühstück ab ca. 100 Euro, www.paradores.de
Merida Palace, Fünfsternehaus in Renaissance-Palast an der Plaza Mayor, DZ mit Frühstück ab ca. 85 Euro, www.bluebayresorts.com
Hostal El Alfarero, einfaches, aber charmantes kleines Haus, DZ mit Frühstück ab ca. 50 Euro, www.hostalalfarero.com
Reiseliteratur: „Extremadura“, Dumont-Reisetaschenbuch mit vielen Tipps, 16,99 Euro.
Kultur: Kombiticket für alle römischen Sehenswürdigkeiten 12 Euro.
Auskünfte: www.spain.info sowie www.stadtlandextremadura.de und www.turismoextremadura.com

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