Cilento (Italien) : Eine Region für Genießer

Die uralte Brücke „Capelli di Venere“ in Caselle in Pittari.
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Die uralte Brücke „Capelli di Venere“ in Caselle in Pittari.

Der Cilento in Süditalien ist ein noch wenig bekanntes, attraktives Reiseziel im Frühling.

svz.de von
29. April 2017, 16:00 Uhr

Antonio Palmieri zeigt seinen Gästen in Paestum stolz die riesige zertifizierte Bio-Wellnessfarm seiner sechshundert Büffel. Die werden morgens um fünf Uhr mit konzertanter Musik auf ihren Gummimatten geweckt, duschen und lassen sich von Massagebürsten verwöhnen. Und wenn es der Biorhythmus verlangt, trotten sie zur vollautomatischen Melkmaschine und lassen sich erleichtern. Und das alles ohne menschlichen Zugriff. Nur der Büffelmozzarella muss noch von Menschenhand jeden Morgen hergestellt werden. Dabei ist dieser Teil der süditalienischen Region Kampanien in der Provinz Salerno erst im 20. Jahrhundert trocken gelegt und somit von Moskitos befreit worden. Nur eine knappe Autostunde von Paestum – dem nördlichen Tor des Nationalparks Cilento – beginnen die mächtigen Hügel und hohen Berge mit tiefen Schluchten, mittelalterlichen Dörfern, hübschen Sandstränden und verschwiegenen Badebuchten. Geadelt ist diese abwechslungsreiche und noch wenig bekannte Kulturlandschaft 1998 mit der Aufnahme ins Unesco-Welterbe. Auf einem der ersten Berge grüßt – wie ein Adlerhorst klebend – das heute verlassene Bergdorf San Severino hoch über dem Ausgang der Mingardo-Schlucht.

Sonnenuntergang in der Calanca-Bucht in Marina di Camerota mit altem Wehrturm.
Foto: Krauskopf
Sonnenuntergang in der Calanca-Bucht in Marina di Camerota mit altem Wehrturm.
 

Ein paar Hügel weiter im WWF Schutzgebiet bei Morigerati heißt es tief absteigen in die enge Bussento-Schlucht. Später erfreuen sich unsere Geschmacksnerven an feinstem Olivenöl der Ölmühle Marsicani in Morigerati, und in Caselle in Pittari begeistert die uralte Brücke „Capelli di Venere“.

Ein paar Sonnentage später schippern wir mit Capitano Marco von der Cooperativa Cilento Mare vom ehemaligen Fischerdorf Marina di Camerota aus an der Steilküste des Meeresnaturparks Infreschi vorbei. Während oberhalb der Steilküste Eichen und knorrige Olivenbäume wachsen, hat unten die Wassergewalt kapitale Felstürme im kristallklaren, türkisblaugrünen Wasser stehen lassen und Grotten mit Stalaktiten geschaffen. Es geht vorbei an kleinen verschwiegenen Badebuchten. Eine von ihnen, die Cala Bianca, wurde 2015 als schönste Badebucht Italiens prämiert. Nur noch ganz wenige Fischer wie Luca Cella setzen hier ihre Netze und fangen auf nachhaltige Weise Sardellen. Und die weiß Köchin Anna Maria Bove von unserem Hotel Calanca in Marina di Camerota zu schätzen. Sie sind Teil der Zutaten unseres Kochkurses, den sie viermal im Jahr durchführt. Dabei präsentiert sie auf charmante Weise ihre „Cucina Cilentana“. Und dann heißt es für uns kochwütige Gäste: Ran an die Pasta.

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