Queen Mary 2 : Ein Hoch über dem Atlantik

Die „Königin der Meere“ kurz vor dem Ablegen am Pier in der Hamburger Hafencity.
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Die „Königin der Meere“ kurz vor dem Ablegen am Pier in der Hamburger Hafencity.

Von New York nach Hamburg – ein ganz besonderes Erlebnis einer vermeintlich langweiligen Seepassage

svz.de von
06. August 2016, 16:00 Uhr

Die Reise beginnt mit einem Rückblick. Eine seltene Konstellation. Ein beeindruckender Abschied von New York. Hoch oben, auf Deck 12 der Queen Mary 2. Die „Königin der Meere“ gleitet hochherrschaftlich aus dem Hafen der US-Metropole. Der Großteil der 2600 Passagiere hat sich auf den oberen Decks eingerichtet. Mit Drinks, Fernglas und auf der Suche nach einem möglichst guten Stehplatz, um beim Fotomotiv ganz vorn zu sein. Links die gewaltige Betonkulisse von Manhattan mit dem Künstlerviertel Soho, in der Mitte sind noch einige Baumgipfel des Central Parks zu erkennen und rechts die Silhouette von Brooklyn. Unweit davon hatte die Queen Mary 2 festgemacht. Wo eine wunderschöne Reise beginnen sollte. Auf einer gerade vor Beginn dieser Überfahrt für über 100 Millionen Euro in Hamburg bei Blohm & Voss renovierten Queen Mary 2. Nach 12 Jahren Lebenszeit war diese Verjüngungskur notwendig. Sie ist gelungen.

Eine Seefahrt der besonderen Art. Acht Tage das offene Meer. Kein Land in Sicht, keine anderen Schiffe, die vorbeiziehen. Nur Wasser, Wasser, Wasser. Hin und wieder taucht ein Wal oder ein Delphin auf. Aber das ist es dann auch schon. Und doch tobt auf Deck 7 das maritime Leben. Auf dem Hinterdeck sind die Liegestühle ausnahmslos besetzt. Jeden Tag. Das Hoch über dem Atlantik hält an. Jeden Tag Sonne, das gibt es nicht so häufig auf dem Nordatlantik. Knapp 700 Meter lang ist eine Runde über Deck 7. Rund ums Schiff. Die auf schwingenden Holzbohlen verlaufende Strecke für Jogger oder Schiffs-Spaziergänger hat durchaus einen abwechslungsreichen Charakter. Vorn – unter der Brücke – bläst der Sturm, an der Südseite brennt die Sonne, an der Nordseite ziehen Wolken auf und hinten – Richtung Westen – kommt Fernweh auf. Fernweh nach New York. Jeden Tag 10 Schiffs-Runden. Fast sieben Kilometer. Fitnessprogramm auf hoher See.

Frische Luft und Bewegung sind notwendig. Zu üppig sind die Speisenangebote. Die Auswahl der Restaurants ist groß: Britannia, Britannia Club, das Verandah Restaurant, Princess Grill oder Queens Grill. Zumeist unten, auf Deck 2. Teilweise mit flexiblen Essenszeiten. So wie man will. Etwas rustikal geht es im „Kings Court Restaurant“ auf Deck 7 zu. Buffets den ganzen Tag über. Hier geben Ketchup und Mayonnaise auf der Speisenkarte den Ton an.

Wer etwas auf sich hält, besucht am späten Nachmittag die Tee-Time im Queens Club in gediegener Atmosphäre. Abends geht es an eine der zahlreichen Bars. Vormittags sind Vorträge im Angebot. Pensionierte Chefredakteure von ARD, ZDF, Tageszeitungen oder auch von der „Zeit“ diskutieren über aktuelle Themen. Auf unserer Reise ging es um die Europameisterschaft. Fußball auf der Queen Mary 2. Auch das funktioniert.

Ein besonderes Lob hat das Personal verdient. Fast 1200 überaus höfliche Mitarbeiter für 2600 Gäste. Der Service stimmt. Auf hoher See.

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