In der Afrikanischen Savanne : Die Rückkehr der großen Katzen

Acht Monate alt sind die Jungen der Geparden-Dame Dizzy.
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Acht Monate alt sind die Jungen der Geparden-Dame Dizzy.

Im namibischen Okonjima-Naturreservat finden gejagte Leoparden und Geparden ein neues Zuhause.

svz.de von
15. April 2017, 16:00 Uhr

Savanne bis zum Horizont, eingerahmt vom Waterbergmassiv und der stolzen Omborokokette. Lange ging es um Rinder auf der 22  000 Hektar großen Ex-Farm Okonjima, dem „Land der Paviane“. Dank AfriCat, einer Stiftung, die sich dem Schutz der großen Katzen verschrieben hat, ist sie heute das Land der Leoparden und Geparden.

Was wir nicht sehen, sind die Augen, die auf uns gerichtet sind. Previous hat sie längst entdeckt. Langsam fährt er den Jeep vor einen Busch. Keine drei Meter weiter liegt ein Leopard – und genießt die Mittagsruhe. Es ist Mafana, einer von 35 Leoparden, die derzeit in Okonjima leben. „Die meisten verletzten oder gefangenen Tiere, die zu uns kommen, werden, nachdem sie gesund und rehabilitiert sind, wieder ausgewildert. Wenn sie zu lange bleiben, gewöhnen sie sich an die Nähe der Menschen. In freier Wildbahn würde sie das schnell ihr Leben kosten“, erklärt Prev.

„Während Löwen in den großen Nationalparks relativ sicher sind, leben und jagen Leoparden und Geparden vor allem auf den weitläufigen Flächen der privaten Farmen. Kein Gesetz verbietet, sie zu töten. Auf seiner Farm ist jeder Farmer König“, erklärt Tristan Boehme von AfriCat. Die Stiftung hilft den Tieren, die den Landeigentümern im Wege sind. Allein 690 Geparden, 378 Leoparden und zwölf Löwen wurden seit 1993 gerettet, 86 Prozent davon wieder freigelassen.

Finanziert wird das Projekt, zu dem auch eine Schule gehört, hauptsächlich durch die Okonjima Lodge. Das Resort mit Unterkünften in verschiedenen Kategorien ist neben privaten Spendern wichtigster Geldgeber der Stiftung. Gäste schätzen den Komfort und die Lage inmitten des Reservats sowie die Möglichkeit, die Großkatzenschützer bei ihrer Arbeit begleiten zu können.

Mit einer Eselskeule in der Hand öffnet Wärter Louis Heyns das Schutzgehege. Wer nicht wusste, was ein Catwalk ist, weiß es jetzt. Wie Models auf dem Lauftsteg tänzeln drei Geparden durch das Tor, eine Tatze vor die andere setzend – elegant und schön und doch nicht stolz genug, um zu verbergen, dass sie jetzt nur eins im Sinne haben: Fressen!

Während das Trio nur über Nacht zum Impfen „hinter Gittern“ war, warten andere schon länger auf die Freiheit. Drei von ihnen werden sie zum ersten Mal erleben. Ein Stück weiter lauern Dizzy und ihre drei Jungen. Mit acht Monaten sind sie so alt wie ihre Mutter, als sie verletzt nach Okonjima kam.

Das Tor steht offen, Futter lockt. Mit einem Satz stürzt sich Dizzy auf das Fleisch und in die Freiheit. Zaghaft-tapsig folgen ihre Kinder. Noch etwas ungeschickt, doch fest entschlossen, widmen sie sich ihrem Mahl. Bis die Bäuchlein voll sind, kann die große, weite Welt noch warten.

Auskünfte: www.namibia-tourism.com
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