Karibik : Die Leichtigkeit des Seins

Die „Star Flyer“ ist ein traditioneller Clipper mit dem Luxus von heute.
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Die „Star Flyer“ ist ein traditioneller Clipper mit dem Luxus von heute.

Auf dem Großsegler „Star Flyer“ bietet sich die seltene Gelegenheit, Kuba vom Meer aus zu erkunden.

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01. August 2015, 16:00 Uhr

Die Karibik ist nicht ohne. Urplötzlich treibt eine Wetterfront vom Nordatlantik mit ihren Sturmböen den eleganten Viermaster vor sich her. Mit einer solchen Wucht, dass die Spitze des Hauptmastes aufgeregt imaginäre Figuren an den pergamentfarbenen Abendhimmel zeichnet.

Doch schon am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei. Genau der richtige Zeitpunkt, um sich in das am Klüverbaum aufgespannte Netz zurückzuziehen. Und von dieser exponierten Stelle aus dem munteren Spiel der Delfine zuzuschauen, die aus der Gischt des Schiffsbugs heraus mit ihren weiten Sprüngen in tänzerischer Leichtigkeit die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben scheinen.

Erinnern sie in ihrer choreografisch exakten Geschmeidigkeit nicht gar an den Tanzstil des legendären Tropicana-Ballets? Jener Tanzkompanie aus Havanna, die wie keine zweite die afrokubanische Tanztradition seit nunmehr sieben Jahrzehnten weiter entwickelt und zur ästhetischen Vollendung führt. In schnell aufeinander folgenden Tanzfiguren, die in ihrer Virtuosität selbst dem Zuschauer höchste Konzentration abverlangen.

Doch an der scheitert es ohnehin nicht. Verfügen doch die Körper der Tänzerinnen und Tänzer neben ihrer federnden Elastizität zugleich über eine hohe erotische Ausstrahlung, wie sie sich aus farbenprächtigen Roben heraus entfaltet. Oder aber beim Einsatz von eher spärlicher Bekleidung, die in betörender Offenheit ihren karibischen Zauber ausstrahlt. Vergleichbar den Delphinen, die sich nun schon minutenlang von der Bugspitze antreiben lassen und auf ihre Weise lustvoll die ungebremste Leichtigkeit des Seins demonstrieren.

Stets auf der Suche nach den schönsten Stränden, ist die „Star Flyer“ inzwischen vor der Insel Cayo Largo vor Anker gegangen. Direkt gegenüber von Playa Sirena, einem, wie es heißt, der Spitzenstrände in der gesamten Karibik. Und in der Tat lädt ein kühler Sandstrand aus feinem Korallenstaub zum Sonnenbad ein. Und regt zugleich dazu an, sich in die flach am Ufer auslaufende Brandung zu stürzen.

Die kubanische Leichtigkeit des Seins überträgt sich auch auf das Bordleben der „Star Flyer“. Sie ermutigt, am Vordermast über eine Leiter hinaufzusteigen zum Ausguck, um von dort den Blick über das belebte Sonnendeck oder die Inseln am Horizont schweifen zu lassen – und dabei wie eine Möwe hoch über der Wasseroberfläche zu schweben.

Schon liegt die Hafenstadt Cienfuegos an der Südküste Kubas als Endpunkt der Kreuzfahrt in greifbarer Nähe. Eine Stadt, die in ihrem Zentrum mit einem unerwartet gepflegten Äußeren aufwartet. Hier am Ziel der Reise wird abschließend deutlich, dass man nirgendwo dem Meer so nahe ist wie unter weißen Segeln. Unter ihnen lassen sich zudem versteckte Regionen der karibischen Inselwelt erschließen, die für die Giganten der Kreuzfahrtindustrie unerreichbar bleiben.

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