Reise-Tipp : Dem Westen ziemlich nah

Die Skyline von Shanghai mit dem alten französischen Viertel.
Die Skyline von Shanghai mit dem alten französischen Viertel.

Shanghai ist die modernste Stadt Chinas. Doch im alten französischen Viertel ist davon nicht viel zu spüren.

svz.de von
19. September 2015, 08:00 Uhr

Das dunkelblaue Kostüm ist maßgeschneidert, die Bluse blütenweiß und der Absatz der Pumps weder zu hoch noch zu flach. Linh Wang ist Gästebetreuerin im Jing An Shangri-La Hotel. Sie ist 23 Jahre alt, war auf einer Hotelfachschule in der Schweiz und spricht neben Mandarin auch Englisch und Deutsch. Am liebsten führt sie ihre Hotelgäste durch die glitzernden Konsumtempel von Chinas westlichster Stadt. Gleich vor der Tür ihres Arbeitsplatzes im schicken Viertel „Jing An“ befindet sich das wohl exklusivste Einkaufszentrum, das Plaza 66.

Tatsächlich gibt es in der 17 Millionen Metropole nicht viele Sehenswürdigkeiten im herkömmlichen Sinn. Dafür müsste man nach Peking reisen. Shanghai ist das Wirtschaftszentrum des Landes, Kommerz steht hier im Vordergrund. Das zeigt sich auch an der Fülle der Einkaufszentren. Eine Mall nur für Stoffe mit den dazugehörigen Maßschneidern eine Etage höher, eine nur für Schmuck, eine nur für Repliken internationaler Designer, kurz Fake-Market genannt. Kürzlich hat sogar ein fünfstöckiges Kaufhaus eröffnet, in dem es nur Brillen gibt: Eye Glasses City.

Zwischen all den architektonischen Meisterleistungen aus Stahl und Glas fällt eine Region besonders ins Auge: Die French Concession, das ehemalige Französische Viertel. Doch darauf sind die meisten Shanghaier nicht gut zu sprechen. Zu sehr erinnern die pompösen Kolonialbauten an die Zeit der europäischen Fremdherrschaft von 1849 bis 1943. Betuchte Chinesen nehmen das allerdings nicht so genau, denn die schönen alten Villen liegen mitten in der westlichen Innenstadt. Zentraler geht es kaum.

Die modernen Wohnungen hinter den perfekt restaurierten Fassaden zählen zu den teuersten der Stadt. Boutiquen und Ateliers kleiner Designer lassen sich entlang der schattigen Boulevards nieder. Dazwischen eröffnen immer mehr charmante Cafés, in denen sich die aufstrebende Mittelschicht mit den vielen in Shanghai lebenden Ausländern trifft. Auch abends ist das Viertel alles andere als ausgestorben. Rund um „Xintiandi“ hat sich eine lebendige Bar- und Restaurantszene entwickelt, die ein wenig an Europa erinnert.

Hinkommen: Air China fliegt 4x wöchentlich nach Shanghai ab 511 Euro.

Weitere Infos bei dem Spezialveranstalter China Tours in Hamburg, www.Chinatours.de oder unter Tel. 040-8197380
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen