Madikwe Game Reserve : Das hier ist kein Streichelzoo

Ein Prachtexemplar von einem Elefanten begrüßt die Gäste im „Madikwe Game Reserve“.
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Ein Prachtexemplar von einem Elefanten begrüßt die Gäste im „Madikwe Game Reserve“.

An der Grenze zu Botswana liegt Südafrikas viertgrößtes Wildreservat.

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27. November 2015, 10:38 Uhr

Lucky Tschepang Nokane ist ein Glückskind. „Glückliches Vertrauen“ bedeutet sein Name. Der Südafrikaner hat das große Los gezogen. Er hat einen Job, in dem er aufgeht und der seine Familie ernährt. „Ich komme jeden Tag umsonst ins Paradies. Ihr müsst dafür zahlen“, flachst der 34-jährige Safari-Guide, der in „Jaci´s Lodge“ im „Madikwe Game Reserve“ arbeitet und dort die Gäste mit den „Big Five“ vertraut macht.

Die „Operation Phoenix“ sorgte Mitte der 90er Jahre dafür, dass an der botswanischen Grenze das „Madikwe Game Reserve“ entstehen konnte. Heute leben hier über 10  000 Tiere. 31 Lodges bieten traumhafte Quartiere. Von den 4000 Menschen, die drum herum leben, arbeiten 45 Prozent im „Reserve“. Allesamt Lotto-Gewinner. Denn: Ihnen ist es vergönnt, Bares nach Hause zu bringen. „Ansonsten bleiben hier nur Rinderhaltung oder Bergbau“, weiß Lucky.

Morgens um sechs steigen Lucky´s Gäste in den Safari-Truck. Nach wenigen Metern präsentiert sich in zwei Metern Entfernung ein Elefantenbulle. „Der steht hier oft“, erklärt Lucky. Maxime: Erfahren die Tiere in ihrem Raum den Respekt, den sie brauchen, bleiben sie den Menschen wohlgesonnen! Lucky kennt sie fast alle. Und trotzdem ist das hier noch lange kein Streichelzoo. Männliche Büffel-Single „fliegen aus der Herde. Sind unglücklich. Also, Vorsicht“, rät er. Zebras streifen das Sichtfeld. Giraffen genießen Dornengestrüpp, dass ihrer Eisenzunge nichts anhaben kann. 62 Breitmaulnashörner leben im Reservat. Über 100 könnten es sein, wenn nicht auch hier brutale Wilderer zugeschlagen hätten. „40 Rhinos haben sie uns in den letzten drei Jahren geklaut“, sagt Lucky. In China ist „Nashorn“ als gut bezahltes Potenzmittel sehr beliebt. „Die Wilddiebe kommen mit Hubschraubern und schneiden den lebendigen Tieren das Horn raus“, bedauert er.

Magische Momente in der Abenddämmerung: Atemberaubende Stille. In sanften Schritten nimmt ein Leopard Kurs auf den Jeep, lässt sich im Vorüberschreiten von dessen tief beeindruckten Insassen begutachten und verschwindet wieder im Halbdunkel. Und dann: Unter einem Baum ein Prachtexemplar von Löwe.

Bei Lucky´s Versuch im Halbdunkel eine bessere Perspektive zu schaffen, komplettieren eine Büffelherde und ein Nashorn mit seinem Jungen das „Bermuda-Dreieck“. Kalkuliertes Risiko oder Wahnsinn? Unvergessliche Faszination! Beseelt von glücklichem Vertrauen. Diese einzigartige Szenerie verdrängt den Gedanken, dass die Situation blitzschnell kippen könnte. „Madikwe hat Leben in unsere Leben gebracht. Es kam als Rettung für uns!“, sagt Mooketsi beim „Sundowner“. Er startete seine Karriere vor 22 Jahren als Tellerwäscher in „Jaci’s Lodge“. Heute ist er der Hotelmanager. „Die Injektion, die wir bekommen haben, macht die Menschen glücklich.“ Logisch, dass sich diese Begeisterung auch auf die Gäste überträgt.

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