Røros : Das Gefühl von Freiheit

Das Anspannen der Hunde vor den Schlitten dauert geraume Zeit.
Das Anspannen der Hunde vor den Schlitten dauert geraume Zeit.

Røros, die alte Bergbaustadt mit ihren märchenhaften Holzhäusern, beweist magnetische Anziehungskraft

svz.de von
28. Dezember 2013, 10:53 Uhr

Kurz und reich mit Schnee bedeckt sind die Wintertage im Trøndelag. Da bleiben nur knapp sechs Stunden Tageslicht, um die ungezähmte Natur dieses mittelnorwegischen Landstrichs bei Sonnenschein unter die Kufen nehmen zu können. Magnetische Anziehungskraft beweist da insbesondere Røros, die alte Bergbaustadt mit ihren märchenhaften Holzhäusern.

„Uniareaktungarorosmin ovlapak“, sagt Ketil Reitan und lacht. In der Inuit-Sprache Nordalaskas bedeutet das: „Ich werde heute Hundeschlitten fahren in Røros!“. Wem dieser Satz zu Ohren kommt, der sollte sich dem Vollblut-Norweger schnell anschließen. Ihn erwartet ein faszinierendes Erlebnis, denn der 53-Jährige kann mit 30-jähriger Erfahrung als „dog musher“ (Gespannführer) trumpfen. Sieben Jahre davon verbrachte er in Alaska, um das Elch- und Caribou-Jagen mit dem Hundeschlitten zu erlernen.

Minus 15 Grad. Keine Zeit verschwenden also. Flott in den kompakten Thermozwirn gefädelt, die Thermoboots geschnürt und Ketil Reitans Geschäftspartner begrüßt: die Alaskan Huskies. Die schmalen Vierbeiner lassen sich auch von Fremden ganz entspannt das Geschirr anlegen. Wenige Minuten dauert die Einführung zur Handhabung des Schlittens. Wer sich nicht traut, darf auf dem Vordersitz Platz nehmen und es sich in dem Sack – natürlich gefüttert mit Rentierfell – gemütlich machen. Auf geht´s – mit freudigem, lautstarkem Gebell – in die zauberhafte Winterwunderwelt des Trøndelag. Die Beifahrer-Position erinnert an Kinderwagenzeiten und amüsiert schon deshalb. Die Luft ist kristallklar, der sanfte Schneefall romantisch.

Aber sie reizt doch: die Vorstellung selber am Steuer zu stehen. Also, rausgebastelt aus dem Schlafsack und ran den Lenker.

Der Rahmen dieses abenteuerlichen Gefährts aus Birkenholz macht allerdings einen recht fragilen Eindruck. Auch kann der prüfende Blick keine festen Verschraubungen entdecken. Aber die abwechslungsreichen Loipen verlangen eine Flexibilität, die keine starren Verschraubungen duldet. Die schmalen Kufen bestehen aus „aircraft aluminium“, versichert der Chef. Und schon nimmt das Sechsergespann die Fahrt wieder auf.

Ein Gefühl von Freiheit, Freude und unendlicher Weite macht sich breit. Da bekommen Genießer eine Idee davon, was den Polarforscher Amundsen in die Ferne zog. Aber aufgepasst: Ein runterhängender Zweig kreuzt die Fahrrinne. Kopf einziehen, weiter. Geht´s bergan, sind die Huskies für entsprechenden Anschwung recht dankbar. Überhaupt wachsen „Hobby-Musher“ und die Hundecrew schnell zu einem eingespielten Team zusammen. Schade nur, dass alles immer auch ein Ende haben muss. „Quyanakpak“ (Thank you very much) sagt der Inuit. „Tusen takk“ (tausend Dank) in diesem Fall der Norweger.


www.trondelag.com/de,

www.visitnorway.com/de,

www.visittrondheim.no,
www.roros.no, www.huskytour.no
Unterkunft: www.roroshotell.no,

EZ 120-140 Euro, DZ 160-185 Euro,

inkl. Frühstück


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