zur Navigation springen
Reise und Tourismus

19. November 2017 | 02:28 Uhr

Reise : Bummelei über den Polarkreis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Weg ist das Ziel: Die N 17 ist der Highway 1 Nordnorwegens.

Mit 70 Stundenkilometern rast das Boot über die Wellen zur „Paradiesbucht“: Glasklares, türkisfarbenes Wasser, weißer Sand – und kein Mensch am Strand. Das Wetter ist herrlich, der Himmel tiefblau. Aber die Ausflügler stecken in „Überlebensanzügen“, tragen Mützen und Handschuhe sowie eine Schutzbrille wegen des eisigen Windes. Willkommen im Hochsommer jenseits des Polarkreises!

Das eigentliche Ziel der Tour ist der Saltstraumen, einer der stärksten Gezeitenströme der Welt. Alle sechs Stunden drängen 400 Millionen Kubikmeter Salzwasser durch die nur 150 Meter breite Meerenge, die den Saltenfjord und den Skjerstadtfjord miteinander verbindet. Mächtige Strudel lassen die Wasserfläche brodeln. Unser Schlauchboot mit dem PS-starken Motor tanzt wie ein Korken auf dem Hexenkessel.

Der Saltstraumen liegt in der Nähe von Bodö, der nach Tromsö zweitgrößten Stadt Nordnorwegens. Über einen Monat scheint hier die Mittsommernachtssonne. Am Kai halten die Hurtigrutenschiffe neben den Kuttern, von denen man fangfrische Tiefseegarnelen kauft.

Bodö liegt nicht an der E 6, der schnellen Route zwischen Oslo und dem Nordkap. Hier in Bodö beginnt vielmehr der „Kystriksveien“, jene Küstenstraße N 17, die sich auf rund 650 Kilometern Länge, immer in Tuchfühlung mit dem Nordatlantik, über den Polarkreis hinweg bis nach Steinkjer schlängelt. Die N17 ist so etwas wie der Highway 1 Norwegens. Man kann diese Straße in 2-3 Tagen fahren, aber dann müsste man sich eilen. Viel besser ist es, nach der Devise „der Weg ist das Ziel“ zu reisen. Es gibt einfach zu viel zu sehen und zu erleben. Den Svartisen-Gletscher mit seinen 60 Eiszungen etwa, von denen sich eine bis fast an das Ufer eines Fjordes vorwagt. Oder die zahllosen Inseln und Inselchen, die vor der Küste liegen. Die meisten davon werden regelmäßig von (Auto)-Fähren angefahren.

Nordnorweger gelten als die Italiener unter den Skandinaviern. Wer der winterlichen Kälte und dem Dunkel trotzen will, muss gut drauf sein. Nina Frees, Besitzerin des bildschönen Campingplatzes in Nesna, ist dauergutgelaunt. Sie begleitet uns auf den Berg Nesnafjell mit weitem Blick über die Küste. Der „Kystriksveien“ bietet Landschaftspanoramen satt.
Am Polarkreis, dieser unsichtbaren Grenze zur Arktis, sollte man in jedem Fall haltmachen. Am besten an einem Platz wie Oscarbrygga, wo man Salzwiesenlamm in einem alten Fischereikontor speist und dabei auf den mit Wolkenfahnen betupften Inselberg voraus blickt.

Und wenn es regnet? Sechzehn Museen reihen sich entlang der N 17. Eines muss man unbedingt gesehen haben: Das Petter-Dass-Museum in Alstahaug – wegen seiner atemberaubenden modernen Architektur und der exzellenten Fischsuppe im Restaurant.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Leserreisen-Portal, oder über Ihrer Anfrage über das folgende Formular:

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen