Kulinarisches Belgien : Brüssels gute Stube

Grand’ Place – das Schmuckstück der Stadt.
Grand’ Place – das Schmuckstück der Stadt.

Sie gilt als einer der schönsten Plätze der Welt: die Grand’ Place im Zentrum von Belgiens Hauptstadt.

svz.de von
21. November 2015, 16:00 Uhr

Denken wir an Brüssel, dann meist als Hauptsitz der EU. Doch die Belgier dürften es vorrangig kaum als Hauptstadt von 500 Millionen Europäern wahrnehmen, sondern als Herz ihres Landes – eine kosmopolitische Metropole, die mit ihrer Lebendigkeit begeistert.

Abseits der modernen Stadtlandschaft des Europaviertels, das sich um das ruhige Grün des Leopoldparks gruppiert hat, entwirft Brüssel ein urbanes Bild voller Abwechslung. Die Besucher zieht es zum Kunstberg, wo sich neben dem Königspalast bedeutende Kultureinrichtungen versammeln, in die Prachtstraßen der Oberstadt mit ihren exklusiven Geschäften oder in die dörfliche Idylle von Kasteleins- und Brugmannviertel, wo zwischen feinen Villen, Ateliers, Galerien, Boutiquen jeder jeden kennt. Vor allem aber zum Großen Markt, dem Schmuckstück der Stadt.

So wie man in der Hauptstadt des Königreichs Belgien zwei Sprachen spricht, so trägt ihr bedeutendster Platz entsprechend auch einen niederländischen wie fran-zösischen Namen: Groote Markt und Grand’ Place. 110 Meter in der Länge und knapp 70 Meter in der Breite misst dieses Wunderwerk, das an den Rändern eines Vierecks ein sagenhaftes Architekturensemble aufmarschieren lässt. Verziert mit Pfeilern, Kapitellen, Gesimsen und Säulen, Statuen und Inschriften, dazu viel Ornamentik und jede Menge Gold.

Doch ist die Grand’ Place nicht nur ein gelungenes Nebeneinander eleganter Fassaden, sie ist auch ein Zeitzeugnis, mit dessen Enträtselung sich ein Urlaubstag füllen lässt. „Ursprünglich sah es hier ganz anders aus“, sagt Stadtführer Dirk van Roy. „Auf dem einst sumpfigen Gelände standen erst Holzhäuser, auf Pfählen gebaut.“ Mit dem Erblühen von Handwerk und Wirtschaft im Mittelalter änderte sich nach und nach das Bild des Platzes, auf dem Recht gesprochen, hingerichtet, Theater gespielt, geheiratet oder gehandelt wurde.

1695 dann die Katastrophe. Die Kanonen Ludwigs XIV. legten große Teile Brüssels in Schutt und Asche. Auf der Grand’ Place überlebte neben dem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert nur Weniges. Doch der Wiederaufbau ließ nicht lange auf sich warten. Statt Holz wurde nun ausschließlich Stein als Material verwendet, und die Zünfte der Bäcker, Brauer, Schreiner, Bogenschützen, Tuchhändler und Schiffbauer ließen Bauten meist im Stil des italienischen Barocks entstehen, die an Pracht kaum zu überbieten waren. Heute macht der restaurierte Markt mit Rathaus, Maison du Roi und Zunfthäusern seiner Stellung als Weltkulturerbe alle Ehre.

Wer genug gesehen hat, nimmt die unmittelbare Umgebung des Marktplatzes unter die Lupe – mit einem Bummel durch die Königlichen Galerien St. Hubertus, einer überdachten Passage aus dem 19. Jahrhundert, wo Chocolatiers, Juweliere oder Handschuhmacher ihre Ware anbieten; mit einem Besuch beim Manneken Pis, der kleinen Bronzefigur, die vor aller Augen frech ihr Geschäft erledigt. Und mit der Einkehr in einem der vielen Lokale von Rue de Bouchers und Petite Rue de Bouchers, um bei Muscheln mit Frites oder flämischem Gulasch die typische Brüsseler Küche zu erleben.


Infos: www.visitbrussels.be; www.belgien-tourismus.de; www.flandern.com

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