Unterwegs in MV : Brandenburg trifft Mecklenburg

Annette Hundt mit ihrem Appaloosa-Mix-Wallach Amigo
Annette Hundt mit ihrem Appaloosa-Mix-Wallach Amigo

Mit Pferd und Reiter unterwegs im Norden: Eine Tourenempfehlung

svz.de von
11. Juli 2015, 16:00 Uhr

Wanderreiten ist in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht allzu verbreitet. Annette Hund, passionierte Wanderreiterin, ist in der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland VfD aktiv. Hier werden regelmäßig Wanderritte organisiert und durchgeführt. Für „Unterwegs im Norden“ erzählt sie über den letzten Ausritt:

„Unsere Route begann nach einer abenteuerlichen Übernachtung in einer echten mongolischen Jurte in Wutzetz auf dem Shagya-Araber Gestüt von Familie Orgis. Die Mongolen sind ein hartes Völkchen, da gibt es keine Matratzen – aber dem Rücken hat es erstaunlicherweise nicht geschadet.

Wir ritten unter der Führung von Elfriede Brenck ein kleines Stück durchs Havelland, von dort durch das Ruppiner Land, vorbei an dem Naturschutzgebiet Schöneberg-Blankenberg durchs ehemalige Sperrgebiet nach Netzeband. Die traumhaft idyllischen Märkischen Höfe waren gut auf unser Kommen vorbereitet. Es standen vier tolle Boxen zur Verfügung. Allerdings ließen wir unsere Pferde lieber auf der angrenzenden Koppel entspannen.

Am nächsten Morgen ging es unter der Führung von Orla Götz weiter durch die Wittstocker Heide, vorbei am ehemaligen Truppenübungsplatz nach Berlinchen. Es erwarteten uns traumhafte Sandwege, die lange Galloppaden gestatteten und so den längsten Reittag zum besonderen Erlebnis werden ließen. Die Gastgeber in Berlinchen ermöglichten uns einen wunderbaren Abend am Lagerfeuer neben den Koppeln, den wir mit Gitarre, Gesang und Wein ausklingen ließen.

Die dritte Etappe von Berlinchen nach Bollewick führte uns an verschiedenen kleinen Seen vorbei, das Wetter spielte immer noch mit und die Insektenplage hielt sich in Grenzen. Wir übernachteten im Landhotel „Zur Scheune“ in Bollewick, der größten Feldsteinscheune Deutschlands. Von dort ritten wir am vierten Tag durch die Mecklenburgische Seenplatte, durch das Städtchen Malchow. Die Kleinstadt mit ihren 6555 Einwohnern liegt im Süden M-Vs und ist seit 2005 Luftkurort. Die Drehbrücke verbindet die Altstadt mit der Neustadt.

Hier ist auch die Querung der Müritz- Elde-Wasserstraße. Eine Herausforderung für Pferd und Reiter, da wir die touristisch gut genutzte Stadt einmal durchqueren mussten. Da gab es Radwanderer, Wohnmobile, Schifffahrt, Kleiderständer, Baugerüste mit Planen, Brückenüberquerung und enge, vielbefahrene Straßen. Unsere Tiere hielten sich tapfer und alle anderen Verkehrsteilnehmer waren sehr rücksichtsvoll.

Danach ging durch die Nossentiner Heide zum Ringhotel Gutshof Sparow. Auch dort nutzten wir wieder die Wellnesseinrichtungen – einem Wanderreiter tut die Bewegung im Schwimmbad und die Saunanutzung nach dem vierten Reittag sehr gut! Der fünfte Tag wurde nostalgisch. Wir durchritten das Jagdrevier des ehemaligen Staatsoberhaupts der DDR, Erich Honecker. Seit 1984 war in Drewitz dessen Residenz und Jagdrevier. 1998 wurde dies als Ferienanlage umgebaut.

Es ging weiter durch den Naturpark Nossentiner Heide Kummerower See zu dem kleinen Örtchen Langhagen. Hier waren wir nun am Ziel unseres Rittes, auf der Gravel Ranch, angekommen.“




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